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Real deals are sealed with spit! - Ronan Mag Mell - 14-05-2024 „Sssscht!“, zischte Ronan und schüttelte den Kopf als der Bote einmal mehr ansetzte seine Erklärung an den Mag Mell loszuwerden. Und als er abermals Luft holte und der Hüne Laute des Missfallens damit kombinierte seinem Gegenüber den dreckigen Finger auf die Lippen zu legen, war die Geduld gefährlich weit aufgebraucht.
„Ich weiß, du hältst mich gerade für schwer von Begriff, aber ich sage dir, mein Freund… und das nun zum dritten Mal: Geh durch diese Tür und zurück zu deinem Herrn und wenn du dort angekommen bist, malst du Caderitor eine Karte der Strassen auf, die zu meinem Haus führen….wir wollen nicht, dass er sich verläuft wenn er sich nicht auskennt“, Ronan zuckte die Schultern und fuhr sich mit der Hand durch den Bart am Kinn als dachte er darüber nach was er dem Boten des Heerführers aufgetragen hatte. „Ich fass es vorsichtshalber nochmal zusammen. Ich möchte nicht mit dir sprechen, weil…ich kenn deine hübsche Visage gar nicht und du siehst auch gar nicht aus, als hättest du irgendwas zu sagen und mit Leuten, die nichts zu sagen haben, mach ich keine Geschäfte…weisst du?! Kannst du vielleicht verstehen, denn ich hab ja auch Bedingungen…verstehste auch, oder?“ Der Bote nickte nur und wollte es vermutlich einfach bald hinter sich bringen. Ronan nickte im Gleichtakt. „Siehst du. Und wenn ich dir nun meine Bedingungen mitteile, dann weisst du gar nicht, ob dein Herr die gut findet und du rennst hin und du rennst her und klopfst hier ständig und gehst mir auf die Eier und stiehlst meine Zeit. Bin ein schwer beschäftigter Zimmermann, weisste aber sicher auch schon. Also…wenn jemand Geschäfte will, schwingt er seinen Arsch hierher. Ich hab guten Wein und bequeme Stühle…bin ja schließlich Zimmermann“, sinnierte er in seinem kleinen Schauspiel und klopfte sich auf die Brust als ihm das Abendessen just hoch kam. „Verzeihung“, ein Räuspern später und deutete er gen der Tür, zu der er den Boten des Caderitors nun brachte und durch die hindurch er ihn auch ziemlich bestimmt wieder auf die Strasse schob. Das Schmunzeln, das dem Gauner im Mundwinkel hing verriet die pure Erheiterung. Soso… interessant. Sein Blick schwenkte durch die Strassen, die einiges davon besaßen was der gute Belisarius also so dringend brauchte. Das hier waren seine Strassen und Ronan würde nichtmal eine der Kakerlaken in den Arsch des Königs stecken ohne sie vorher zu Geld gemacht zu haben. So ein Angebot wie dieses, bot viele Vorteile….man musste eben nur nochmal über den Preis sprechen.. RE: Real deals are sealed with spit! - Belisarius Caderitor - 14-05-2024 Der Bote war überfordert, gar ängstlich, ob der Tatsachen und Aussagen, die er zu hören bekam. Dieser Halunke war ein Mann, der wusste, was er tat und was er wollte, dennoch war der Bote es gewöhnt, mit einer bürokratischen Höflichkeit behandelt zu werden aber musste sich nun in sein Schicksal fügen. Er machte sich also auf, um Belisarius, den neuen Heermeister von Castandor, zu suchen. Diese merkwürdige Situation nagte sehr an seinem Nervenkostüm, dass er seinen Herren ähnlich nervös heimsuchte. Belisarius, der gewohnt ruhig, kühl und wissend in seinem Arbeitszimmer seiner Zitadelle thronte, erwartete seinen Handlanger mit einem steinernen Blick. Der Kriegsherr wurde sehr behäbig, sehr unsicher, über die Entwicklung informiert, so dass Belisarius nur laut seufzen konnte. Seit wann hatten Halunken und Gauner solche Ansprüche? Belisarius war nicht eitel, war sich für Geschäfte nicht zu schade und entschied, trotz warnender Worte seines Boten, diesen selbsternannten König der Unterwelt aufzusuchen, der sich wohl auch gerne als Zimmermann präsentierte. Diese Berufsbezeichnung hatte sein Bote mehrfach erwähnt und Belisarius war überrascht, dass ein Zimmermann derartig agieren konnte. Unter Geleit zweier Bewaffneter trat Belisarius durch die Straßen, über lange Wege, bis er schließlich das Haus des sogenannten Zimmermanns gefunden hatte. Belisarius beäugte das Haus aufmerksam, suchte nach Fluchtpunkten und möglichen Fallen, die sich ihm entgegen stellen konnten. Seine beiden Kämpfer sicherten ihn auf kurze Distanz ab, während er die Stufen hinauf trat, um mit fester Faust an das Portal zu hämmern. Dann seufzte er wieder, da er sicherlich auch anderes zu tun hatte, als hier selbst Bittsteller sein zu müssen aber manches Geschäft erforderte auch eine kalte Demut gegenüber der Notwendigkeit. Wenn dieser Ronan es brauchte, dass man derartig verhandelte, dann verhandelte man eben auf dieser Augenhöhe. Nicht, dass Belisarius besonders begeistert war aber da er ohnehin keine Krone trug, konnte er sie auch nicht verlieren oder diese dadurch beschädigen, zu einem Halunken zu gehen, um seinen Bedarf an Frontlinienfußvolk zu decken. Er brauchte schnell Rekruten, die ebenso schnell verfügbar waren, um ein Heer mit entsprechender Größe gegen Walleydor zu senden. Zeit war hier ein entscheidender Faktor und so konnte er sich keinerlei Aufschub oder Verzögerungen durch lange Lauf- oder Verhandlungswege leisten. Wieder hämmerte er gegen das Portal, während er mit der linken Hand, seinen Waffengürtel mitsamt dem geführten Langschwert, richtete, da dieser durch die starke Bewegung dezent unbequem wurde. Waffengürtel waren zwar praktisch für Krieger aber ebenso störend im Alltag für Kaufleute, wie Belisarius eben auch einer war. So denn man, außer an den Stiefeln, seinen beiden Haudegen hinter sich, und dem Waffengürtel mitsamt Schwert, nicht erahnen konnte, dass er der Heermeister war. Es war bereits eine späte Stunde aber Uhrzeiten kümmerten Belisarius nur für Pläne und erwogen keinerlei Höflichkeiten. RE: Real deals are sealed with spit! - Ronan Mag Mell - 22-05-2024 Ronan hatte an der ganzen Sache vermutlich am meisten geärgert, dass er sein Vögelchen Rina wegen dem Hasenfuß an Boten hatte vorzeitig nach Hause geschickt. Gut, der Auftrag an sie war erteilt, das Essen gegessen…wobei es nirgends geschrieben stand wie oft am Tag man essen konnte…vielleicht sollte, aber nicht konnte und Ronan hatte schlicht eine zweite Portion gefuttert nachdem er mit der hübschen Blonden fertig gewesen war.
Sein Abend war schon so gut wie ausgeklungen, die leere Flasche Wein auf dem Tisch zeigte, dass es ein genüßlicher Abend gewesen war und bewaffnet mit einem letzten Becher der dunkelroten Flüssigkeit und seiner frisch gestopften Pfeife, hatte er sich just in seinen großen Ohrensessel gepflanzt und die Füße auf den Schemel vor sich geparkt. Paffend ließ er den Abend mit Rina, deren Auftrag und seine Vorstellung ihrer Umsetzung für sich Revue passieren, was nichts anderes zur Folge hatte, als dass er amüsiert schmunzelnd schnaufte. Das würde herrlich! Da klopfte es unten. Ronan warf einen Seitenblick zur Türe, die in den Flur führte. Hmmm. Nicht jetzt. Als wäre er der Kaiser von China…oder eben der König der Stadt, schwenkte er seinen Weinbecher und genehmigte sich einen guten Schluck, tat so als schmeckte er die Note der Plörre und schloß genüsslich die Augen. Wieder hämmerte es an seine Türe. Musste eine kräftige Faust sein, war sein Rückschluss. Musste ein Idiot sein, der nächste. Ronan erhob sich aus dem Sessel, stellte seinen Becher auf dem Kaminsims über dem rusigschwarzen Innenraum der Feuerstelle ab, klemmte sich die Pfeife in den Mundwinkel und kam über die Diele zur Haustüre, die er nun aufzog. Ronan war kein Narr und hatte zuvor kurz einen Umweg über die Küche gemacht, hinausgespäht und wusste was ihn erwartete. Gardisten, Ronan hatte eine Allergie auf sie. Sein Blick überflog, wie zuvor aus dem Küchenfenster die Anzahl und war ja doch augenscheinlich nur auf das seines direkten Gegenübers fokussiert. Der Obergardist. Die Oberpolle. Es wär übrigens nicht das hübsche Schuhwerk, sondern seine Körpersprache, die Belisarius verriet. Er war auf etwas aus, nicht aggressiv, aber offensichtlich darum bemüht seine Haltung hier klar darzustellen. Ronan gefiel das. „Herrschaftszeiten!!!“, stieß er aus und stricht mit der riesigen Bärenpranke über die Zarge seiner Türe. „Das ist feinster Ahorn, meisterlich gezimmert, vorbildlich beschlagen und eingesetzt…der Baum war mindestens 50 Jahre alt…fast 15 Meter, sag ich dir. Weisst du was der gewogen hat?“, er schüttelte den Kopf als würde er in Erinnerung schwelgen und zog die Tür nun endlich gänzlich auf. „Braucht ihr ne Tür oder warum seid ihr hier? Wenn du so dagegen hämmerst, haben wir beide gleich keine…" RE: Real deals are sealed with spit! - Belisarius Caderitor - 01-07-2024 Dieser Mann war ein Narr, der dort vor ihm stand. Doch er war ein gefährlicher Narr, dessen methodischer Irrsinn bereits manches Unterwelt-Imperium zu Fall gebracht hatte. Natürlich kannte Belisarius seinen Namen, seine Rolle und welche Aufgaben er sich selbst zu gedachte, wie Unterweltboss oder Gaunerkönig. Immerhin war Ronan nicht unbekannt und sein Tatwerk sprach für sich; auch wenn man ihm selten etwas konkret nachweisen konnte. Belisarius war manchmal nur ein Soldat, ein Kriegsherr, der Menschen abrichtete, drillte und in Kämpfen verwendete. Ronan hingegen benutzte Menschen anders. Er nahm sich nicht nur ihre Schwächen, sondern suchte sie gezielt aus, um seiner ihm profitablen Sache zu dienen. Vielleicht waren sie sich doch nicht ganz unähnlich. Beide Männer verstanden den Nutzen eines guten Geschäfts. Belisarius blickte in die Augen des Mannes, mit der ein grausames Geschäft abzuschließen gedachte. Doch sein Gerede über diese banale Tür, welche wohl aus feinstem Ahorn gefertigt war, kümmerte den Kriegshandwerker wenig. Endlich zog er die Tür ganz auf, so dass die beiden Soldaten unter dem Waffenzeichen des Hauses Caderitor noch nervöser wurden. Hektisch blickten sie sich um, bereit jederzeit ihre Waffen zu ziehen. Dieser Ort war unbekannt, nicht erfasst und somit stets Gefahr für einen Soldaten, der stets einen Plan oder Befehl erwartete. Belisarius bewahrte seine aufgesetzte Ruhe, auch wenn ihm diese Situation selbst unangenehm war. Diese Geplänkel über die Tür war mit Sicherheit nur Ablenkung oder er war tatsächlich etwas verschroben. Auch dies war nichts ungewöhnliches aber sehr wohl schwierig für weitere Geschäfte. Belisarius brauchte kalte Berechnung, zynische Zuverlässigkeit und teuflische Absicht, um seine Pläne um zu setzen. Denn Belisarius brauchte Rekruten - mitunter Freiwillige - aber in diesen Zeiten konnte man Freiwillige auch anders finden und mit etwas Geschick unmittelbar verpflichten. Zwangsverpflichtungen war ein hartes Wort und so vermieden es die politischen Kreise gerne aber im Grunde ging es genau darum: Menschen, ohne notwendigen Widerstand oder sozialen Stand, zu finden, die gut formbar waren und sich sehr wohl in ein Heer einpflegen konnten. Insbesondere die sogenannten sozialen Randgruppen boten sich gut an, da diese ohnehin durch ein Leben der Teilnahmslosigkeit gezeichnet waren und leicht über Angst und Drill zu führen waren. Gaunerkönige, wie Ronan Mag Mell, boten sich hier als geeignete Vermittler an, denn sie hatten Zugriff auf viele Gelegenheiten, Seelen zu finden und ins Heer zu lenken. Scheinbar musste er sich selbst nicht vorstellen. Als Heermeister und in gewisser Hinsicht Hauptmann gewisser Truppenteile des Großkönigs sicherlich nicht unbekannt bei Ganoven. Immerhin setzte er ja auch königliches Recht um und war unter bestimmten Umständen sicherlich auch schon in Ronans Machenschaften geplatzt, um diese zu vereiteln, wenn es eben Befehl war. Doch jetzt war die Lage eben anders. Lagen machten nun mal Geschäfte und auch Ronan war nur ein Geschäftsmann. "Ihr kennt mich sicherlich...," raunte er nur und ging dann ins eigentliche Gespräch über. "Sicherlich können wir über neue Türen für mein Anwesen sprechen, Herr," sagte Belisarius mit sachlicher Stimme und rang sich ein salziges Lächeln ab, um nicht gänzlich kalt zu wirken. "Doch dies wäre nur ein Nebengeschäft. Ich denke, dass wir dies bei euch besser besprechen können," meinte er und deutete mit einem Fingerzeig an Ronan vorbei. Der Kriegsherr hatte sicherlich nicht vor, wichtige Vertragsdetails über die "Rekrutenbeschaffung" öffentlich zu diskutieren. "Es soll euer Schaden nicht sein," sprach er und verlor das Lächeln wieder. Er freute sich nicht auf diesen Besuch aber er hatte keine Wahl. Die Zeit drängte und er brauchte zeitnah viele Menschen, die er ins Heer pressen konnte. |