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the weight of things to come - Veith Alvarsson - 12-04-2025 Der Morgen kam nicht mit Licht, sondern mit einem leisen Knacken im gefrorenen Holz der Baracken und dem silbrigen Knirschen von Schnee unter schweren Stiefeln. In Norsteading herrschte der Winter wie ein sturer, alter König und er regierte das ganze Jahr. Der Himmel war bleigrau, kein Sonnenstrahl war zu sehen und der Atem hing den Männern wie Nebelschleier vor dem Gesicht. Veith Alvarsson betrat durch das knarzende Tor den Burghof, wo der Schnee in flachen Böen über den gestampften Boden trieb. Die Luft roch nach kaltem Eisen, feuchtem Leder und dem harzigen Rauch der Schmiede, aus der man die fernen Hammerschläge hörte. Der Krieger trat an den Wachen vorbei, die träge in ihren mit Pelz gehüllten Umhängen dastanden und dem Ende ihres Diensts entgegenfieberten und blieb inmitten des Hofs stehen. Vor ihm lagen die neuen Waffen, sorgfältig ausgelegt auf einem groben Tuch, das schon dunkle Spuren von altem Blut und frischem Öl trug. Schwerter, Äxte, Speere, jede Klinge war noch jung, ohne Kerben und ohne Geschichten. Veith kniete sich hin, der Schnee knirschte protestierend unter seinem Gewicht. Mit einer Ruhe, die mehr über ihn sagte als Worte es konnten, nahm er ein Langschwert in die Hand. Der Stahl war gut. Nicht glänzend, aber ehrlich. Der Schwerpunkt lag genau dort, wo er ihn spüren wollte. Der Schmied hatte sich nicht mit Prunk oder Firlefanz aufgehalten, aber das war in Ordnung. Heute ging es mehr darum, die Arbeit des Schmieds im Hinblick auf eine größere Lieferung zu bewerten und herauszufinden, ob die Waffen sich im Kampf bewähren konnten. Die Schmiede Norsteadings waren zwar keine Künstler, wenn es darum ging, sich auf aufwendige Verzierungen und kunstvolle Details zu konzentrieren, doch sie produzierten gute, solide Waffen, die im Kampf gegen andere Krieger oft überlegen waren und darauf kam es letzten Endes auch an. Er legte das Schwert zurück und prüfte das nächste. Langsam arbeitete er sich durch die Reihe, nahm jede Klinge in die Hand, prüfte sie im Gewicht, in der Führung, im Klang. Hinter ihm öffnete sich abermals das Tor und Veiths Stimmung hob sich ein wenig. Er hatte Halger schon früher erwartet, doch wusste er nur zu gut, dass der stämmige, rothaarige Nordmann eine ausgesprochene Schwäche für ausgedehnte Saufgelage hatte und da diese in den Tavernen von Wintergard beinahe so regelmäßig stattfanden wie der Schneefall, wunderte sich Veith längst nicht mehr über eine verspätete Ankunft seines Freundes. Veith sprach, ohne aufzusehen. „Ich habe dich früher erwartet“, sagte er, während sein Blick bereits zum nächsten Schwert wanderte. Er hob es an, drehte es prüfend in der Hand, spürte abermals den Schwerpunkt und warf dem Neuankömmling dann einen kurzen Seitenblick zu. „Ist es gestern wieder spät geworden?“ RE: the weight of things to come - Halger Olesen - 21-04-2025 Die letzte Nacht verlief nicht sonderlich angenehm. Sein Bruder Morten hatte aktuell ein paar Probleme mit zwei anderen Leuten und er wusste nicht was er machen sollte. Halger hatte sich seine Probleme angehört und sie saßen die ganze Nacht um zu überlegen wie sie es besser machen konnten. Deswegen hatte er auch nicht auf die Uhr geschaut. Deswegen kam er zu spät. Eigentlich war er heute mit Veith verabredet. Auch wenn er wusste dass sein Freund es ihm nicht übel nahm, wollte er trotzdem nicht noch länger auf sich warten lassen. Absagen kam für ihn nicht infrage. Erst Recht nicht wegen ein bisschen Müdigkeit. Kaum war Halger dem Burgtor nahe genug, öffnete es sich auch schon wie von Zauberhand. Wenig später entdeckte er auch schon Veith. Ganz offenbar hatte jener schon angefangen. Zumindest wenn er es richtig deutete. Ein kurzes Gähnen entkam seinen Lippen als er auch schon die ersten Worte des Jüngeren vernahm. "Du bist noch jung. Ich bin schon alt. Da kann man nicht erwarten dass ich um die Uhrzeit so pünktlich bin", scherzte er dann und kam dann um ein Lächeln nicht umher. Sah sich schon einmal grob die Waffen an. "Was hat man denn da alles besorgen lassen", kommentierte er den Fund ehe er Veith bei dessen nächsten Worten ansah. Ob es gestern wieder spät geworden war? "Ja. Um ehrlich zu sein ist aus gestern gerade eben geworden. Morten hat ein paar...Schwierigkeiten und wir haben die Nacht damit zugebracht zu überlegen wie er diesen Herr werden kann." Halger sah wieder zu den Waffen und nahm sich eines der Schwerter in die Hand, das Veith vor ihm schon angesehen hatte. Nur davon wusste der Olesen natürlich nichts. Wie auch. "Wie war deine Nacht?" RE: the weight of things to come - Veith Alvarsson - 25-04-2025 Veith ließ Halgers Worte eine Weile in der Luft hängen, während er das letzte Schwert in der Reihe anhob und prüfend gegen das Licht des wolkenverhangenen Morgens hielt. Die Klinge war ordentlich geschliffen, aber an der Angel leicht ungleich. Das war zwar nicht schlimm, doch es fiel ihm auf. „Alt?“ wiederholte er schließlich leise, ohne aufzublicken, fast so, als koste er das Wort aus. Dann stellte er das Schwert zurück, richtete sich auf und sah seinem Freund nun direkt ins Gesicht. Ein feines Grinsen zuckte über seine Lippen, kaum mehr als ein Schatten, aber echt. „Du redest, als wärst du ein Runenstein aus dem alten Forst: moosbedeckt, ehrwürdig und keiner kann mehr so recht entziffern, was auf dir zu lesen ist.“ Er trat einen Schritt zur Seite, schlug sich den Schnee von den Stiefeln und musterte Halger mit einem Blick, der zugleich spöttisch und brüderlich war. „Zwischen uns besteht lediglich vier Jahre Altersunterschied, aber wenn man bedenkt, wie viel du in der Zeit gesoffen hast, wundert es mich nicht, dass du dich alt fühlst.“ Einen Moment lang schien er den Scherz zwischen ihnen stehen zu lassen, doch dann veränderte sich der Ausdruck in seinem Gesicht. Veith trat zur Seite, ließ Halger Raum, sich selbst ein Bild von den Waffen zu mache. Gleichzeitig fragte er jedoch mit ruhiger, unaufdringlicher Stimme: „Habt ihr eine Lösung für Morten gefunden?“ Er verschränkte daraufhin die Arme vor der Brust, der kalte Wind fuhr ihm unter den Umhang, doch er verzog keine Miene. Ein Moment der Stille folgte daraufhin, nur das ferne Hämmern aus der Schmiede war zu hören. „Wenn ihr eine Lösung habt - gut. Wenn nicht, sag es einfach. Vielleicht kann man ja mehr tun, als nur reden.“ bot er seine Hilfe an. Die Menschen in Norsteading hielten für gewöhnlich zusammen und somit war es auch nicht wirklich verwunderlich, dass Veith seinem Freund seine Hilfe anbot. „Meine Nacht war wohl angenehmer als deine.“ Er betrachtete Halger dabei, wie er eine der Waffen aufnahm, um sie ebenfalls zu inspizieren. „Die Klingen sind besser als erwartet“, fuhr Veith fort, sein Blick glitt wieder über das Tuch mit dem kalten Metall und dann zurück zu seinem Freund. RE: the weight of things to come - Halger Olesen - 27-05-2025 Manchmal kam er sich wirklich alt vor und im Vergleich zu den anderen der Gruppe war er doch alt oder? Leif und Kjell waren doch gefühlt noch Kinder und Veith war, trotz der nur 4 Jahren wesentlich fitter und mobiler. Außerdem fragte er sich wie sein Freund so viel jünger als er aussehen kann, wenn sie nur so wenige Jahre voneinander trennten. Über Veiths' Aussage konnte er nicht anders als schallend zu lachen. "Tja ihr habt die Schrift zum entschlüsseln nur noch nicht gefunden. Ansonsten erfülle ich doch alle Anforderungen oder nicht?", grinste er und ging dann auch auf das zweite Thema ein. "Wenigstens vertrage ich was im Vergleich zu euch. Veith sag mir...wie machst du das? Verrat mir dein Geheimnis der ewigen Jugend", scherzte Halger weiterhin mit einem Grinsen auf den Lippen. Seine Freunde konnten ihm ja ruhig mal ein paar Tipps geben. Doch die positive Stimmung kippte, was wohl in seiner Schuld steckte. Doch er wollte ehrlich darauf antworten wie seine Nacht verlief, während er sich ihre Waffen ansah. Ob sie eine Lösung gefunden haben? "Keine die nicht beinhaltet dass es zu Gewalt kommt. Er hat ein paar Schulden bei jemandem der das Geld wiederhaben möchte und Morten....wie Morten eben ist......hat vielleicht in seinem kindlichen Übereifer ein paar Worte geäußert die dem anderen nicht gefallen haben und dann hat er ein paar Möbel demoliert", versuchte er zu erklären. Ihm gefiel es nicht. Es gefiel ihm nicht wie es enden würde. Das Problem mit dem Schaden könnten sie gewiss lösen und auch die Restschulden tilgen, aber das Menschliche war das Problem. "Morten will sich nicht aussprechen und so wie es klang will der Typ das auch nicht. Sie wollen beide ein Duell in dem sie das klären.....", fing er an und holte Luft "...ein Duell bis zum Tod wie sie sagten, aber das ist Schwachsinn. Das können sie noch gar nicht einschätzen." Sowas würde es nicht geben. Das würde er nicht erlauben. Mittlerweile hatte er eines der Schwester in die Hand genommen und sah es sich an. "Außer du hast den grandiosesten Einfall um das alles friedlich zu lösen, fürchte ich kannst du mir leider nicht wirklich helfen." Das Schwert balancierte er auf seinen Finger. Hm.....ziemlich schwer wenn man ihn fragte. Kurz warf er es in die Luft und fing es wieder auf. "Es hätte uns schlechter treffen können, aber sind sie auch zuverlässig? Ich fürchte wir werden ein paar von ihnen vorab testen müssen. Immerhin müssen sie gut genug zum kämpfen sein und nicht mitten im Kampf auseinanderfallen." Dann hätten sie nämlich ein ziemlich großes Problem und das musste nun wirklich nicht sein. Sein Blick glitt wieder zu Veith, das Schwert immer noch in der Hand haltend. RE: the weight of things to come - Veith Alvarsson - 30-05-2025 Veith schnaubte leise, ein Laut, der entfernt an ein Lachen erinnerte, aber rau und kantig klang. „Ich saufe eben nicht so viel wie du, mein Freund“, entgegnete er trocken, ein spöttisches Funkeln in den bernsteinfarbenen Augen. Die Andeutung eines Lächelns spielte um seine Lippen, kaum mehr als ein Schatten, der ebenso schnell verging, wie er gekommen war. Langsam erhob er sich aus der Hocke, in der er die Waffen begutachtet hatte und trat dann auf Halger zu. Der Schnee knirschte leise unter seinen Stiefeln. Mit verschränkten Armen musterte er seinen Freund, den Kopf leicht zur Seite geneigt, wie ein Jäger, der prüft, ob das Wild wirklich alt ist oder nur müde wirkt. „Dabei bräuchtest du bloß ein paar Nächte mehr Schlaf und ein paar Humpen weniger.“ Ein müdes Lächeln zuckte über sein Gesicht und für einen Moment lag darin so etwas wie Zuneigung. „Aber wenn ich ehrlich bin, so träge wie du dich manchmal bewegst, fang ich an zu glauben, hundert Winter wären bereits an dir vorbeigezogen.“ Er klopfte seinem Freund aufmunternd auf die Schulter und wandte sich dann wieder den Waffen zu. Veith antwortete nur mit einem kaum wahrnehmbaren Brummen, als Halger ihm von den Ereignissen der vergangenen Nacht erzählte. Morten zeigte sich also wieder einmal als Hitzkopf, wie so viele Nordmänner, wenn es ums Rechthaben ging. Schnell fiel in solchen Fällen das Wort Duell, auch wenn das nicht typisch für den Norden war. Denn bei ihnen war es oft weniger ein formelles Kräftemessen als ein handfester Faustkampf, der so lange andauerte, bis einer blutete und der andere lachte und man die Versöhnung schließlich mit einem Krug Met besiegelte. Doch in diesem Fall war nichts von jener rauen, versöhnlichen Männlichkeit zu spüren. Der Streit roch nicht nach Ehre, sondern nach Blut und Hass. „Vermutlich lässt sich das Ganze nur lösen, wenn die Schulden beglichen werden“, sagte Veith leise und hielt Halgers Blick stand. Es war unübersehbar, dass ihn die Sache mit Morten belastete und das zu Recht. Auch er selbst hätte keinen Frieden gefunden, wenn einer seiner Freunde oder jemand aus der Familie in solchem Schlamassel steckte. „Wenn sie es austragen müssen, dann wenigsten mit den Fäusten“, fügte er hinzu, der Ton trocken. „So ist die Chance zumindest größer, dass am Ende nur ein paar Gliedmaßen brechen.“ Veiths Blick folgte dem Schwert, das sein Freund in die Luft warf, doch seine Miene blieb reglos. Erst als Halger das Metall wieder auffing, regte sich etwas in seinen Zügen, das so viel wie Zustimmung verriet „Dann testen wir sie gleich“, sagte er, trat näher und griff nach einer der anderen Klingen. Die Bewegung war flüssig, wie aus Gewohnheit. RE: the weight of things to come - Halger Olesen - 21-07-2025 Vielleicht war er müde. Vielleicht alt oder einfach nur träge. So oder so würde er immer wider jammern, solange Veith darauf einging. Manchmal fühlte er sich nicht wie 35 sondern eher wie 150. Was vielleicht wirklich am Saufen lag, aber hielt einiges aus. Selbst wenn er betrunken war, konnte er noch immer halbwegs geradeaus laufen und sicherlich auch eine Waffe halten. Damit treffen wäre dann wohl eine ganz andere Sache. Über die nächsten Worte lachte er. "Weniger Humpen? Willst du mir wirklich meine Lebensgrundlage wegnehmen? Bitte. Ihr würdest es doch gar nicht aushalten nie mehr wieder zu trinken. Denn wenn der Tag kommt an dem ich das aufgebe, seid ihr natürlich tolle Freund und tut es auch nicht mehr. Willst du wirklich darauf verzichten?", jammerte er und gestikulierte theatralisch mit seinen Händen. Auch die nächsten Worte ließ er nicht unkommentiert. Dafür waren sie einfach zu gut. "Das ist meine Taktik. Dann sehe ich älter, weiser und bedrohlicher aus. Jeder Gegner würde allein deswegen schon fliehen." Wäre er betrunken dann würde er das auch selber glauben. Im nüchternen Zustand.....eher seltener aber er konnte es ja immerhin mal versuchen. Vielleicht konnte er Veith dazu bringen es zu glauben. Ihr Gespräch wurde ernster. Es ging um seine jüngeren Bruder, der mal wieder nichts als Flausel im Kopf hatte. Nordmannische Sturheit und das Talent sich in Schwierigkeiten zu bringen schienen ihm angeboren zu sein. Ein Duell bis zum Tod war absoluter Schwachsinn. Ganz zu schwiegen davon dass sie beide dafür erstmal richtig kämpfen mussten, benötigte man auch den Willen sein Gegenüber auch wirklich umbringen zu wollen.....oder die Bereitschaft das Risiko des eigenen Todes einzugehen. Morten wäre nicht dafür bereit. Halger ließ das auch gar nicht zu. "Die Schulden und der Schaden lassen sich beheben, aber du kennst es doch selbst wenn man am Ego eines anderen kratzt und die Sturheit die Oberhand gewinnt. Sollte es wirklich dazu kommen dann lass ich alle Waffen außer Reichweite - also hier her - bringen. Dann müssen sie mit den Fäuste kämpfen. Ich mein.....verstehe mich nicht falsch.....eine Rauferei ist jetzt nichts dass ein Nordmann nicht schon kennt und ich war an vielen beteiligt, aber wir wissen auch dass Kinder dumm sind und schwachsinnige Dinge tun. Den Jungen traue ich alles zu." Halgers' Problem war dass er zwar wusste wie sein Bruder drauf war, aber nicht sein gegenüber und Menschen verhielten sich anders wenn die Gefühle und das Ego Überhand nahmen. Halger sorgte sich und er machte sich gar nicht erst die Mühe das zu verbergen. Man sah es deutlich und es war auch verständlich oder? Immerhin ging es um seinen kleinen Bruder. Veith wollte die Waffen nun testen und Halger nickte. Er beobachtete seinen Freund. Ausgiebig und interessiert. "Wie wärs mit einem kleinen Kämpfchen? Um nicht aus der Übung zu kommen?" Halger stellte sich schon bereit, obwohl er noch keine Bestätigung erhalten hatte. Für einen Moment musterte er das Schwert noch einmal. Hm. Keine Axt, aber würde schon gehen. |