| Land des Königs |
| Rajani Parikh |
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| Alter |
22 |
| Beruf |
Gesellschafterin |
| Wohnort |
Kings Portal |
| Stand |
Ledig |
| User |
Nessi |
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11-03-2025, 15:12 - Wörter:
Der goldene Schein der Sonne verkündete schon den Anfang einer kühlen Nacht. Im zweiten Monat der Ernte konnte es zwar tagsüber noch angenehm warm sein, nachts jedoch unangenehme Temperaturen erreichen - vor allem für eine solche Heißblüterin wie Rajani. Die temperamentvolle junge Frau war noch immer die extremen Temperaturen von Matariyya gewohnt und tat sich oft schwer damit sich warm anzuziehen. Die durchsichtigen Schleier, mit denen sie sich oft bedeckte, waren auf jeden Fall nicht gut dazu geeignet sich warm zu halten, so viel hat sie mittlerweile schon rausgefunden. Leider konnte sie sich bislang mit den dickeren Stoffen kaum anfreunden, sodass sie in den letzten Tagen die Abende oft in ihren oder in Nailas Gemächern verbracht hatte, weil ihr draußen einfach zu kalt gewesen war. Die junge Frau wurde jedoch zunehmend unzufrieden mit der Situation, dass sie den Palast kaum noch verlassen konnte, sobald die Sonne ihren sanften Schein eingestellt hatte, sodass sie sich heute an ein etwas anderes Outfit gewagt hatte. Natürlich noch immer bunt und schimmernd, doch dieses Mal mit etwas festeren Stoffen. Keine gebräunte Haut war zu sehen, denn sogar ihre Arme waren bis zu den Handgelenken bedeckt. Und je länger sie diese Stoffe trug, desto quengelige wurde das Gemüt der sonst so strahlenden Frau. Sie war einfach nicht dafür gemacht sich zu bedecken. Sie war dafür gemacht zu scheinen! Natürlich nur so weit, dass sie ihre Prinzessin nicht überdeckte - ist ja wohl klar! - aber sich vollständig zu bedecken fühlte sich einfach unnatürlich an. Wie ein Gefängnis aus Stoff. Unzufrieden zupfte sie also immer wieder an den Ärmeln ihres Oberteils, das trotz der Unannehmlichkeiten noch immer eher an die Mode des Sommerlandes erinnerte, als an die modernen Outfits der Königsländer. Doch Glitzer machte leider nicht Alles wett.
Immer wieder an sich selbst herunter blickend lief sie nun also durch das Schloss und wollte das Outfit sofort einer Feuerprobe unterziehen. Auch wenn sie sich noch immer etwas schwer tat was die Orientierung im Schloss anging, glaubte sie, dass sie auf dem Weg zu den Gärten des Palastes war. Hoffte sie jedenfalls. Die Gänge waren mittlerweile größtenteils verlassen, nachdem sich die meisten Adligen gerade für das bald bevorstehende Abendmahl zurecht machten. Auch Naila hatte ihr Kleid vorhin noch mal gewechselt, doch nachdem sie mit dem Bürsten und Flechten der Haare fertig gewesen war, wollte ihre Prinzessin noch für einige Zeit alleine sein. Und auch, wenn in Rajani sich alles widersetzte, kam sie diesem Wunsch selbstverständlich nach. Sie würde niemals absichtlich etwas tun, was gegen den Willen von Naila verstieß - auch, wenn das bedeutete, dass sie ihre eigenen Wünsche hinten an stellen musste. Das war ihr Lebenswerk. Das war es schon immer gewesen. Und sie liebte dieses Leben. Naila war ihr Ein und Alles und sie würde sich immer wieder so entscheiden. Und wenn ihre Prinzessin sagte, dass sie lieber für den Moment alleine sein wollte, dann würde sie auch das akzeptieren. Sie wusste ja schließlich selbst, dass sie manchmal etwas anstrengend sein konnte. Aber... Es war SO schwierig aufzuhören zu reden, wenn sie einmal anfing! Ihr fielen dann immer so viele Sachen gleichzeitig ein, dass sie kaum aus dem Reden mehr heraus kam. Rajani, wie sie leibt und lebt eben.
Mit einem leisen Seufzen zupfte sie erneut an dem Ärmel ihres rechten Armes und beschleunigte ihre Schritte noch etwas. Sie wusste nicht genau was Naila für den heutigen Abend noch geplant hatte und würde daher nicht allzu viel Zeit im Garten haben. Mit eiligem Tempo bog sie also um die nächste Ecke und plumpste kurz danach auf das eigene Gesäß, als sie krachend gegen einen anderen Menschen gelaufen war. "Ach du Heilige...", fing sie an, ehe sie ihren Blick an den Schuhen entlang wandern ließ und kurze Zeit später feststellte, dass sie nicht mit irgendjemandem zusammengestoßen war, sondern dass sie ausgerechnet in den frisch angetrauten Gemahl ihrer Prinzessin gerannt war. So schnell, dass er ihr nicht einmal die Hand hinhalten konnte, hatte sich die Gesellschafterin wieder aufgerappelt und zupfte sofort an dem nicht beschädigten Anzug des Prinzen herum. "Eure Majestät...", begrüßte sie ihn knicksend und gleichzeitig an ihm herumzupfend. "Verzeiht mir bitte meine Unaufmerksamkeit, ich war so in Gedanken vertieft, dass ich wohl etwas zu voreilig war", erklärte sie holprig und biss sich auf die Unterlippe, um nicht noch mehr zu plappern. Ohje, was Naila wohl sagen würde, wenn sie ihr erklären musste, dass sie ihren Ehemann umgelaufen hatte...
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| Unregistered |
| Orpheus Castellanos |
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| User |
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22-03-2025, 23:24 - Wörter:
Die Stimmen der Berater hallten durch die Gänge des Palastes, ein endloses Gemurmel hitziger Diskussionen und strategischer Überlegungen. Überall lag eine spürbare Anspannung in der Luft, ein unsichtbares Gewicht, das sich auf die Schultern aller legte – auf seine mehr als auf die der meisten anderen. Der bevorstehende Krieg überschattete jedes Gespräch, jede Entscheidung, jedes noch so alltägliche Detail des Hoflebens.
Orpheus spürte die Erschöpfung tief in seinen Knochen. Erst vor Kurzem war er von der Krankheit genesen, die ihn seit der Hochzeitsnacht ans Bett gefesselt hatte, und obwohl er wieder auf den Beinen war, fehlte ihm noch immer die Kraft, die ihm einst selbstverständlich gewesen war. Jede Bewegung forderte mehr von ihm, als sie sollte, und sein Körper erinnerte ihn unbarmherzig daran, dass er sich nicht zu viel zumuten durfte. Doch die Welt hatte sich während seiner Genesung unaufhaltsam weitergedreht, ohne Rücksicht auf seine Schwäche, und nun erwartete man von ihm, dass er seine Rolle spielte – ob er sich dazu bereit fühlte oder nicht. Doch so sehr ihn die politischen Entwicklungen in Anspruch nahmen, fanden seine Gedanken auch immer wieder den Weg zu Naila. Seine Frau. Die Fremde, die nun ein Teil seines Lebens war. Sie hatte in der Zeit seiner Krankheit an seiner Seite ausgeharrt, ihm in seinen wachen Momenten vorgelesen, von ihrer Heimat erzählt oder einfach nur schweigend seine Hand gehalten. Hatte ihm ein kühles Tuch auf die Stirn gelegt, wenn das Fieber ihn übermannte. Er war ihr dankbarer, als er auszudrücken vermochte – nicht nur für ihre Fürsorge, sondern auch für die Leichtigkeit, mit der sie sich in Castandor einzuleben schien. Während er noch immer mit der Schwere seiner Verantwortung kämpfte, bewegte sie sich mit einer Selbstverständlichkeit durch diese neue Welt, als hätte sie nie gezweifelt, nie gezögert. Dennoch war zwischen ihnen noch eine Distanz, ein vorsichtiges Abtasten, als würden sie beide durch unbekanntes Terrain schreiten, unsicher, wo der nächste Schritt hinführen sollte. Orpheus wusste, dass er sich ihr mehr öffnen sollte, dass er ihr die Gelegenheit geben musste, ihn kennenzulernen – doch wie?
So tief war er in Gedanken versunken, dass er die hastigen Schritte erst bemerkte, als es bereits zu spät war. Ein unerwarteter Aufprall gegen seine Brust, ein erschrockenes Keuchen – dann das Poltern von Stoff auf Stein. Reflexartig hielt Orpheus inne, senkte den Blick – und erkannte Rajani. Nailas Gesellschafterin war in ihrer üblichen Eile mit ihm zusammengestoßen, und noch bevor er die Hand ausstrecken konnte, um ihr aufzuhelfen, war sie bereits wieder auf den Beinen. Ihre Bewegungen waren schnell, fast gehetzt, als wollte sie den Vorfall ungeschehen machen, bevor er überhaupt richtig geschehen war. Der Prinz kannte sie kaum, wusste nur, dass sie wie Naila aus Matariyya stammte, dass sie für ihre temperamentvolle Art bekannt war und dass sie vermutlich niemanden mehr liebte als die Prinzessin.
Mit einem tiefen Knicks versuchte sie, die Situation zu überspielen, während ihre Finger unwillkürlich an den Falten seines Gewandes zupften, als fürchte sie, etwas daran in Unordnung gebracht zu haben. Ihre Worte kamen hastig, begleitet von einem leichten Biss auf die Unterlippe – eine verlegene Geste, als hielte sie sich selbst davon ab, noch weiter zu reden. „Es ist nichts geschehen“, sagte Orpheus schließlich ruhig. Keine Strenge lag in seiner Stimme, keine Ungeduld – nur die nüchterne Feststellung, dass eine Entschuldigung nicht nötig war. Sein Blick glitt kurz über sie, suchte nach Anzeichen von Schmerz oder Unwohlsein. „Hast du dich verletzt?“ Es war eine höfliche, fast formelle Frage, doch nicht ohne echtes Interesse. Denn Rajani war ein Teil von Nailas Welt. Und damit auch ein Teil seiner geworden. Nach einem kurzen Moment der Stille fügte er hinzu: „Schickt Naila dich zu mir, oder bist du aus einem anderen Grund so eilig unterwegs? Ist etwas geschehen?“
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| Land des Königs |
| Rajani Parikh |
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| Alter |
22 |
| Beruf |
Gesellschafterin |
| Wohnort |
Kings Portal |
| Stand |
Ledig |
| User |
Nessi |
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26-03-2025, 14:43 - Wörter:
Als die sanfte Stimme des Prinzen versicherte, dass nichts geschehen war, was nicht verschwiegen werden konnte, seufzte die Gesellschaftsdame erleichtert auf. Wenn sie ihrer besten Freundin erklären musste, dass sie ihren Ehemann kaputt gemacht hätte, wäre das sicher keine besonders angenehme Unterhaltung geworden. Glücklicherweise musste sie sich keine Gedanken mehr um die nötigen Worte für ein solches Gespräch machen. "Puh, da haben wir aber beide noch mal Glück gehabt", stellte sie verlegend grinsend fest und trat von einem Fuß auf den Anderen. Erst wollte sie ein kurzes Stoßgebet entsprechend der hier herrschenden Religion verfassen, doch sie war sich nicht ganz sicher, was wohl die richtigen Worte hier für gewesen wären. Ehrlicherweise hatte sie sich nicht so sehr mit Castandor beschäftigt, wie sie es hätte tun sollen. Und bei weitem nicht so viel, wie es Naila getan hatte. Diese wundervolle Frau, die ihr in so vielen Dingen so weit voraus war. Außer wenn es um Männer ging, da stellte sie sich manchmal an wie ein kleines Mädchen, dachte sie voller Liebe und Zuneigung zu der jungen Prinzessin. All ihre Versuche daran etwas zu ändern sind ins Leere gelaufen. Aber jetzt hatte sie ja den Castellanos-Spross, um... gewisse Dinge zu lernen. Hoffentlich war er geduldig mit ihr.
"Nein, alles noch dran und da, wo es hin gehört", stellte sie grinsend fest, als sie ihre Arme wie zur Bestätigung ausbreitete und alle Finger durchbewegte. Das einzige, was hier nicht hingehörte, war ihr Gewand. Also... In dieses Land gehörte es zwar schon, aber an diesen Körper definitiv nicht. Dieser flache Bauch war dazu da, gesehen zu werden! Rajani mochte ihr eigenes Aussehen und hielt selten hinterm Berg damit, doch nachdem sie die letzte Tage ziemlich gefroren hat, wollte sie der eigenen Landeskleidung zumindest eine kleine Chance geben.
"Macht Euch keine Sorgen, es ist alles in Ordnung. Naila geht es gut. Wolltet Ihr gerade zu Eurer Ehefrau? Soll ich Euch begleiten?", beschoss sie ihn direkt mit einigen Fragen, ließ aber gar keine Zeit zum Antworten, weil sie schon wieder weiter redete. "Ich wollte nur... in die Gärten. Einen kurzen Spaziergang machen", erklärte sie achselzuckend und zupfte möglichst unauffällig an den langen Ärmeln herum, die erst an ihren Handgelenken endeten. Man konnte nichts von der schön gebräunten Haut ihrer Arme sehen! Außer das bisschen, was durch die dichte Spitze schimmerte. Die Castandorianer sahen ihre eigene Sexualität wohl etwas... anders. Anders als Rajani. Und sicher auch noch mal anders, als es in Matariyya der Fall war - auch wenn dort selbstverständlich auch nicht gutgeheißen wurde, wenn sich eine jungfräuliche Frau mit einem Mann alleine traf! Das hatte ihr Naila mehr als einmal ausschweifend erklärt. "Wisst ihr, die Prinzessin hat über leichte Kopfschmerzen geklagt. Wirklich nichts Schlimmes, aber sie wollte sich vor dem Essen noch mal zur Ruhe betten, damit sie später schmerzlos Eure Gesellschaft genießen kann", erklärte sie mit einem vielsagendem Seitenblick, ehe sie sich bei dem Prinzen einhakte und ihn in Richtung der Gärten bugsierte. "Was haltet Ihr also von einem kurzen Spaziergang?", flötete sie und warf die dunklen Haare nach hinten über die Schulter. Sie wollte dem Neuangetrauten Ehemann ihrer Prinzessin sowieso mal genauer unter die Lupe nehmen. Zwar gab es noch keinen Notfallplan, was sie tun würde, wenn er NICHT gut Naila war, aber hoffentlich würde es erst gar nicht dazu kommen...
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| Unregistered |
| Orpheus Castellanos |
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18-04-2025, 17:20 - Wörter:
Orpheus ließ die Flut an Worten zunächst über sich hinwegspülen wie eine lauwarme Sommerdusche, die man nicht bestellt hatte, die aber auch nicht unangenehm war. Rajani war lebendig, das war offensichtlich. Und unübersehbar. Er hatte kaum Zeit gehabt, einzuordnen, was sie sagte, geschweige denn zu antworten, bevor sie ihn schon am Arm genommen und halb in Richtung der Gärten bugsiert hatte.
Seine ersten Instinkte schrien nach Zurückhaltung – es widersprach allem, was man ihm über Etikette, höfischen Abstand und die notwendige Würde eines Prinzen beigebracht hatte, sich einfach so von einer jungen Frau, vor allem einer "Dienerin", durch die Korridore führen zu lassen, noch dazu von einer, die ihn eben noch wortwörtlich über den Haufen gerannt hatte. Aber dann, fast unwillkürlich, entspannte er sich ein wenig. Rajanis Art war wie ein warmer Sommerwind, der Fenster aufriss, von denen man gar nicht wusste, dass sie zu waren.
„Wenn ich ehrlich bin, hatte ich nicht wirklich ein Ziel“, antwortete er schließlich, während er sich ihrem Schritt anpasste. „Ich wollte nur einen Moment frische Luft schnappen. Die Gärten erscheinen mir da gerade als der beste Ort.“ Sein Blick glitt zu ihr, musterte sie kurz, ohne dass es unhöflich wirkte. Ihre Energie war ansteckend – und gleichzeitig fragte er sich, wie jemand mit so viel Feuer sich freiwillig in den Schatten einer Prinzessin stellte, ganz gleich wie nah sie einander standen. Vielleicht war es keine Unterordnung, sondern Loyalität. Eine andere Art von Stärke.
„Es freut mich zu hören, dass es der Prinzessin gut geht. Sie hat viel für mich getan in der letzten Zeit. Mehr, als ich in Worte fassen kann.“ Es lag ein warmer Ton in seiner Stimme, wenn er von Naila sprach. Nicht überschwänglich, dafür war Orpheus zu zurückhaltend, ihre Verbindung noch zu frisch und er kannte sie noch zu wenig, aber es war ehrlich gemeint. Und immer, wenn er an seine frischgebackene Ehefrau dachte, breitete sich ein warmes Gefühl in seinem Bauch aus. Orpheus’ Blick glitt kurz über die kunstvoll verzierten Säulen entlang des Korridors, ehe er sich wieder Rajani zuwandte – sanft, höflich, mit einer feinen Nuance von Sorge in seinem Tonfall.
„Ich hoffe, die Kopfschmerzen sind wirklich nur flüchtig und sie gönnt sich die Ruhe“, sagte er leise, fast so, als wollte er das Wort Ruhe nicht zu laut in den Abend sprechen, um es nicht gleich wieder zu vertreiben. Einen Moment schwieg er, als müsse er den nächsten Gedanken erst abwägen, dann fuhr er fort, diesmal mit leiser Entschlossenheit: „Meinst du, ich sollte nach ihr sehen? Oder glaubst du, sie würde den Abend lieber für sich verbringen?“ Er sah Rajani fragend an – nicht fordernd, sondern ehrlich interessiert. Es war deutlich, dass er sich Gedanken machte, aber auch, dass er nicht unangemessen drängen wollte. „Ich würde ihr gern beistehen, wenn sie es möchte. Aber ich respektiere es auch, wenn sie lieber allein oder nur mit dir zusammen sein möchte.“ Es war keine hohle Höflichkeit. Vielmehr sprach darin jene stille Rücksicht, die Orpheus so oft gezeigt hatte – und die ihn, ganz ohne Pomp oder Pathos, wie einen echten Prinzen wirken ließ. Er ließ einen Moment vergehen, während sie an einer Biegung des Weges vorbei in Richtung der abendlich beleuchteten Gartenanlage traten. Die Luft war frisch, das Licht weich, und für einen Moment ließ die Welt ihre Anspannung los.
„Und was ist mit dir? … Rajani, nicht wahr?“ Er ließ ihren Namen mit sanfter Bestätigung in der Luft stehen. „Hast du dich gut in Castandor eingelebt?“ Seine Stimme war ruhig, weiterhin von ehrlichem Interesse getragen. „Es ist ein fremdes Land, das verstehe ich. Und ich weiß, wir machen es Fremden nicht immer leicht.“ Der Prinz warf Rajani einen flüchtigen Seitenblick zu. „Ich hoffe, man begegnet dir hier mit der gleichen Wärme, wie du sie uns entgegenbringst.“
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| Land des Königs |
| Rajani Parikh |
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| Alter |
22 |
| Beruf |
Gesellschafterin |
| Wohnort |
Kings Portal |
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| User |
Nessi |
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13-05-2025, 16:12 - Wörter:
"Das ist ja wunderbar!", quietschte die Gesellschafterin aufgeregt und hüpfte, so gut es eben ging, von einem Bein auf das Andere. Immerhin hatte sie sich immer noch bei dem jungen Prinzen eingehakt und war so etwas begrenzt in ihrer Beweglichkeit. Dass er kein besonderes Ziel hatte, bedeutete im Umkehrschluss also, dass sie ihn von nichts abhielt, wenn sie mit ihm in die Gärten ging. Und wo konnte man bitte besser frische Luft schnappen, als im Garten? Der süßliche Duft der Blumen sorgten in den meisten Fällen für eine sofortige Besserung etwaige Beschwerden, wobei Rajani auch schon so manches Mal von der Schwere dieser Gerüche etwas Druck im Kopf bekam. Sie war so viel blumigen Duft nicht gewohnt, denn Alles, was in Matariyya wächst, roch nicht so stark wie die Rosen in den königlichen Gärten hier in Castandor.
Während der Prinz über seine frisch angetraute Ehefrau redete, bekam die junge Sommerländerin ein ganz warmes Gefühl im Bauch. Sobald sie über oder mit Naila redete, fühlte es sich so an, als würde ihr Herz hüpfen und ihr Magen voller Schmetterlinge sein. Es war keine romantische Verliebtheit - da war sie sich ganz sicher, immerhin wusste sie nur zu gut, wie sich DAS wiederum anfühlte... - sondern etwas viel tieferes. Es war die Verbundenheit wie bei Schwestern. Wie die besten Freundinnen seit Anbeginn an. Naila war ihr der wichtigste Mensch auf dieser riesigen Welt und sie würde in jedes noch so fremde Land für ihre Prinzessin reisen. Sie war ihr zu Hause, ihr Ort, an dem sie vollständig sie selbst sein konnte. An dem sie nie 'zu viel' oder 'zu wenig' war, sondern wo sie ganz sie selbst sein konnte. Zwar musste sie hier und da mit einem tadelnden Augenrollen leben, doch das war es ihr schon immer wert gewesen. Naila war wie ihre Schwester. Und sie würde jedem Prinzen die Finger einzeln abhacken, wenn er nicht gut zu ihr war. Daher freute es sie umso mehr, wie Orpheus von Naila sprach. Denn, wenn sie ganz ehrlich war, dann war sie nicht besonders begabt im Umgang mit Waffen und wollte ihrer gedanklichen Drohung eigentlich gar keinen Ausdruck verleihen. Aber... es ging ums Prinzip!
"Sie tut immer sehr viel für Andere. Das solltet ihr wissen. Manchmal muss man sie dahingehend ein wenig bremsen, damit sie darüber hinweg nicht sich selbst vergisst. Sie ist einfach ein wundervoller Mensch. Sie ist nicht nur eine Prinzessin, weil sie einen Diamant in ihrer Tiara eingefasst hat, sondern weil ihr Herz so rein und wunderbar ist, wie es bei einer Königlichen der Fall sein muss", philosophierte die Gesellschafterin so vor sich hin und schlenderte Seite an Seite mit Orpheus durch den Garten. Okay, vielleicht hat sie gerade ein kleines bisschen dick aufgetragen, aber ihr war besonders wichtig, dass er wusste, was für eine Frau er da hatte. Und er sollte gefälligst gut auf sie aufpassen! "Ohne das böse zu meinen, aber ich glaube sie genießt auch zwischendurch sehr die Einsamkeit. Und wenn sie Eure Gesellschaft möchte, dann wird sie sich bemerkbar machen. Auch mich schickt sie zwischendurch weg, weil sie alleine sein möchte. Es ist nichts, was sie böse meint. Sie ist einfach so", antwortete sie und hoffte, damit ein wenig Klarheit in ihr Handeln bringen zu können. Ehrlicherweise wusste sie nicht, wie viel sie über Naila verraten sollte und durfte, aber sie kannte ihre Freundin so gut, dass sie wusste, dass sie ihre eigenen Grenzen nur schwer kommunizieren konnte, wenn sie das Gefühl hatte, dass es ihre adlige Pflicht war, eigentlich etwas Anderes zu tun. Und da Kommunikation etwas war, was Rajani herausragend gut beherrschte (die Inhalte waren vielleicht manchmal etwas plumpt, aber reden konnte sie tatsächlich sehr gut!), übernahm sie das nun einfach mal für Naila.
"Rajani ist richtig, Eure Hoheit", antwortete sie beinahe nun ein wenig zurückhaltend und richtete den Blick auf den Boden vor sich. Das leise Knirschen ihrer Schritte auf dem Kies war das einzige Geräusch, was zwischen den Worte die Stille durchbrach. "Ich kann mich wirklich nicht beschweren", gab sie dann von sich, nachdem sie kurz über seine Frage nachgedacht hatte. "Das Sommerland ist wirklich etwas ganz Anderes, aber ich genieße es mal eine andere Kultur kennen zu lernen, auch wenn es schon ein paar Kleinigkeiten gibt, die mir fehlen", erklärte sie mit freudiger Stimme und konnte kaum verhindern, dass die Begeisterung, die man so sehr von ihr kannte und mit ihr in Verbindung brachte, sich erneut Bahn brach. "Wisst Ihr, ich glaube ich komme überall gut klar. Bisher waren alle nett zu mir und naja, die, die es nicht waren, denen habe ich hinterrücks einfach die Zunge rausgestreckt. Danach gehts mir auch immer besser. Solltet ihr auch mal versuchen", erklärte sie ihren Umgang mit negativen Menschen und zuckte im Anschluss mit den Schultern. Auch, wenn sie bislang nicht ganz so ernst auf seine Fragen geantwortet hatte, war überall doch etwas Wahres dran. "Ihr habt einen wundervollen Palast hier in Castandor und bislang war wirklich fast jeder sehr bemüht darum uns unsere Ankunft hier so angenehm wie möglich zu machen. Ich war sogar schon mal auf dem Markt und konnte den castandorischen Tanzstil auf Eurer Hochzeit bewundern. Also eigentlich habe ich fast Alles, was ich brauche", schlussfolgerte sie und schenkte ihm ein warmes Lächeln.
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