27-04-2024, 12:05 - Wörter:
Während die schmalen Finger über die Tasten flogen, war es, als durchströme sie der wiegende Rhythmus dieses allzu bekannten Liedes. Es war bei weitem nicht das erste Mal, dass sie diese Melodie mithilfe des Klaviers nach außen trug. Schon ihre Mutter hatte ihr als kleines Mädchen dieses Lied vorgesungen und obwohl es ihr eine Herzensangelegenheit war, dieses Klänge auch an ihre eigenen Kinder weiter zu geben, hatte sie zu ihrer großen Schande noch nicht die Möglichkeit dazu gehabt. Die Kinderlosigkeit setzte der jungen Frau sehr zu. Die Last auf ihren Schultern wog schwer, denn es war die einzige Bestimmung, der sie wahrlich zu folgen hatte: einen Erben für den Kronprinzen des Winterlandes zu gebären. Das war ihre Aufgabe und bis jetzt hatte sie kläglich versagt. Und wenn sie ehrlich darüber nachdachte, dann waren auch ihre Fähigkeiten als Ehefrau ausbaufähig, auch wenn es ihr immer noch äußerst schwer fiel sich eine lange und glückliche Zukunft im rauen Winterland vorzustellen. Es gab keine Alternative, dessen war sie sich bewusst. Und trotzdem haderte sie manchmal damit. Es wurde seltener, als noch vor vier Jahren, aber die Zweifel waren noch immer präsent. Sie nagten an ihr und drohten sie vor allem im ersten Jahr ihrer Ehe vollends zu übermannen, doch sie hat gekämpft. Gekämpft für eine glücklichere Zukunft.
Als die helle Stimme ihres Neffen erklang schlich sich ein sanftes Lächeln auf ihre rosigen Lippen. Selbst ihre Wangen hatten eine ungewöhnliche Röte angenommen, die sie sonst nur wegen der Kälte ihrer neuen Heimat verspürte. Ohne sich durch den neu dazu gekommenen Gesang beirren zu lassen spielte sie weiter das Lied, das sie damals ihrem Neffen zum Einschlafen vorgesungen hatte. Es war das perfekte Versprechen eine wunderbaren Zukunft voller Freude und Sorgenlosigkeit. Es war die Hingabe sich immer um den Anderen zu kümmern, immer dafür Sorge zu tragen, dass ihn kein schweres Schicksal ereilen würde. Es war eine Hommage an die Familie und die Liebe, die damit einher ging. Obwohl Lester nicht ihr eigenes Kind war, würde sie Alles für ihren Neffen geben. Er war der Sohn ihres großen Bruders und auch wenn sich Charles und Aleena heute bei weitem nicht mehr so nah standen, wie es damals noch der Fall war, als er noch nicht den Thron hatte besteigen müssen, wusste sie tief in ihrem Herzen, dass Blut doch immer dicker sein würde als Wasser.
Sie spürte das leichte Beben in Lesters Stimme und konnte in seinem Gesicht erkennen, dass ihn das Lied ungewöhnlich aufwühlte. Seine Augen schimmerten im Mittagslicht, das durch die hohen Fenster fiel und noch ehe sie sich versehen konnte, rann eine Träne über seine Wange. Die letzten Töne verhallten im nun so stillen Klavierzimmer und sie genoss die Berührung, die sein Kopf an ihrer Schulter verursachte. Für einen kurzen Moment schloss sie die Augen, legte ihren Arm um seinen kleinen Körper und übte sanften Druck aus. "Weine nicht", flüsterte sie leise und streichelte ihm von hinten über den Kopf und rückte ein kleines Stückchen ab. "Es gibt keinen Grund traurig zu sein", ergänzte sie lächelnd, wischte ihm die Träne von der Wange und verharrte einen Moment mit ihren kühlen Fingern unter seinem Kinn. "Ich wundere mich, dass du den Text noch immer so gut kennst", lobte sie ihn dann, nachdem ein paar Sekunden verstrichen waren. "Aber warum hat es dich so traurig gemacht?".
Als die helle Stimme ihres Neffen erklang schlich sich ein sanftes Lächeln auf ihre rosigen Lippen. Selbst ihre Wangen hatten eine ungewöhnliche Röte angenommen, die sie sonst nur wegen der Kälte ihrer neuen Heimat verspürte. Ohne sich durch den neu dazu gekommenen Gesang beirren zu lassen spielte sie weiter das Lied, das sie damals ihrem Neffen zum Einschlafen vorgesungen hatte. Es war das perfekte Versprechen eine wunderbaren Zukunft voller Freude und Sorgenlosigkeit. Es war die Hingabe sich immer um den Anderen zu kümmern, immer dafür Sorge zu tragen, dass ihn kein schweres Schicksal ereilen würde. Es war eine Hommage an die Familie und die Liebe, die damit einher ging. Obwohl Lester nicht ihr eigenes Kind war, würde sie Alles für ihren Neffen geben. Er war der Sohn ihres großen Bruders und auch wenn sich Charles und Aleena heute bei weitem nicht mehr so nah standen, wie es damals noch der Fall war, als er noch nicht den Thron hatte besteigen müssen, wusste sie tief in ihrem Herzen, dass Blut doch immer dicker sein würde als Wasser.
Sie spürte das leichte Beben in Lesters Stimme und konnte in seinem Gesicht erkennen, dass ihn das Lied ungewöhnlich aufwühlte. Seine Augen schimmerten im Mittagslicht, das durch die hohen Fenster fiel und noch ehe sie sich versehen konnte, rann eine Träne über seine Wange. Die letzten Töne verhallten im nun so stillen Klavierzimmer und sie genoss die Berührung, die sein Kopf an ihrer Schulter verursachte. Für einen kurzen Moment schloss sie die Augen, legte ihren Arm um seinen kleinen Körper und übte sanften Druck aus. "Weine nicht", flüsterte sie leise und streichelte ihm von hinten über den Kopf und rückte ein kleines Stückchen ab. "Es gibt keinen Grund traurig zu sein", ergänzte sie lächelnd, wischte ihm die Träne von der Wange und verharrte einen Moment mit ihren kühlen Fingern unter seinem Kinn. "Ich wundere mich, dass du den Text noch immer so gut kennst", lobte sie ihn dann, nachdem ein paar Sekunden verstrichen waren. "Aber warum hat es dich so traurig gemacht?".
