28-04-2024, 16:30 - Wörter:
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 01-09-2025, 15:50 von Naila Castellanos.)
Lovis war erschöpft. Das war sie in letzter Zeit - zugegebenermaßen - häufig. Es waren harte Zeiten, die ihr alles abverlangten. Zuerst den Angriff des Frühlingslandes, den sie begleitet hatten, dann hatten sie allerhand im Herbstland erlebt und nach einem kurzen Krafttanken waren Hailey und sie wieder gen Süden nach Castandor gereist. Das dortige warme Wetter bekam Lovis ohnehin nicht sonderlich, doch es gab unheimlich viel zu tun. Selbstverständlich war sie bereit, auch diesen Heereszug als Wanderheilerin zu begleiten - denn sicherlich würde es auch bei der kommenden Auseinandersetzung wieder zu Verletzten kommen. Doch daran war aktuell noch nicht zu denken - in King's Portal hatte sich in der Zwischenzeit nämlich der Schwarze Schauer ausgebreitet.
Überall wo sie hin kamen, zerrte man an ihren Ärmeln und Röcken um sie dazu zu bewegen, irgendein Haus zu besuchen, in dem jemand erkrankt war. Zeitweise hatten sie sich sogar für wenige Stunden aufgeteilt, um der bittenden Masse an Menschen Herr werden zu können.
Doch Lovis war wie immer hauptsächlich daran gelegen, Hailey nicht aus den Augen zu verlieren oder ihr das Gefühl zu geben, alleine zu sein. Auch wenn das Mädchen oft an ihrer Profession zweifelte, so glaubte Lovis doch auch zu erkennen, dass sie für dieses Handwerk geboren war. Sie war so unglaublich sanft und liebevoll im Umgang mit den Kranken und Schwachen, dass Lovis jedes Mal das Herz aufging, wenn sie ihre Ziehtochter so betrachtete.
Für die heutige Nacht war Hailey bei guten Leuten untergekommen, die ihr auch Essen und ein schönes Bett anbieten konnten, dafür dass man ihrem kleinen Sohn etwas Linderung hatte verschaffen können. Und nachdem Lovis auch nach weiteren Krankenbesuchen immer noch keinen Ort gefunden hatte, wo sie die Nacht verbringen konnte, kehrte sie eben doch in ein Gasthaus ein - Dragon's Den. Sie war zuvor noch nie in diesem Haus gewesen, doch da auch zu so später Stunde immer noch Lichter brannten - auch in den oberen Stockwerken - würde es schon gehen. Lovis war immer eher beunruhigt, wenn ein Gasthaus des Nachts KEINE Gäste hatte.
Als sie müde die schwere Tür zu der Taverne öffnete, schlug ihr direkt ein Schwall heißer Luft entgegen. Die Winterländerin hielt kurz inne und betrat dann erst den Schankraum - natürlich bepackt mit ihrem riesigen, schweren Holzreff, dessen lederne Tragegurte sich tief in ihre Schultern eingruben. Um den Hals trug sie ein Zeichen Heofaders, doch sie war dennoch ohne Zweifel als Wanderheilerin erkennbar - trotz (oder vielleicht auch mit) ihrem winterländischen, abgekämpften Aussehen. Die Mühen des Tages und die für sie fast schon unerträgliche Hitze zeichneten sich deutlich auf ihrem jungen, aber müden und eingefallenen Gesicht ab. Dennoch schritt sie mutig und beherzt in Richtung des Tresens, der jedoch aktuell vollkommen verwaist war. Anscheinend stritten die Töchter des Wirtes - oder zumindest hielt sie die beiden jungen Frauen dafür - mit einigen Betrunkenen. Natürlich hatte Lovis nicht die geringste Lust, sich in irgendwelchen Zwist einzumischen, daher sah sie sich in dem wirklich sehr gut besuchten Gastraum um. Es gab wirklich keinen einzigen freien Tisch mehr - und auch kaum noch freie Stühle. Da sie aber unbedingt Platz nehmen und noch etwas zu sich nehmen wollte, ging sie schwer beladen durch die Tischreihen und stellte sich in angemessenem Abstand neben einen Tisch, an dem nur ein Mann saß - ein großer, breiter Kerl mit einem wilden Bart. "Guten Abend - ist es gestattet, Platz zu nehmen? Leider gibt es keine freien Tische mehr...", sprach sie den ihr vollkommen unbekannten Mann an.
Überall wo sie hin kamen, zerrte man an ihren Ärmeln und Röcken um sie dazu zu bewegen, irgendein Haus zu besuchen, in dem jemand erkrankt war. Zeitweise hatten sie sich sogar für wenige Stunden aufgeteilt, um der bittenden Masse an Menschen Herr werden zu können.
Doch Lovis war wie immer hauptsächlich daran gelegen, Hailey nicht aus den Augen zu verlieren oder ihr das Gefühl zu geben, alleine zu sein. Auch wenn das Mädchen oft an ihrer Profession zweifelte, so glaubte Lovis doch auch zu erkennen, dass sie für dieses Handwerk geboren war. Sie war so unglaublich sanft und liebevoll im Umgang mit den Kranken und Schwachen, dass Lovis jedes Mal das Herz aufging, wenn sie ihre Ziehtochter so betrachtete.
Für die heutige Nacht war Hailey bei guten Leuten untergekommen, die ihr auch Essen und ein schönes Bett anbieten konnten, dafür dass man ihrem kleinen Sohn etwas Linderung hatte verschaffen können. Und nachdem Lovis auch nach weiteren Krankenbesuchen immer noch keinen Ort gefunden hatte, wo sie die Nacht verbringen konnte, kehrte sie eben doch in ein Gasthaus ein - Dragon's Den. Sie war zuvor noch nie in diesem Haus gewesen, doch da auch zu so später Stunde immer noch Lichter brannten - auch in den oberen Stockwerken - würde es schon gehen. Lovis war immer eher beunruhigt, wenn ein Gasthaus des Nachts KEINE Gäste hatte.
Als sie müde die schwere Tür zu der Taverne öffnete, schlug ihr direkt ein Schwall heißer Luft entgegen. Die Winterländerin hielt kurz inne und betrat dann erst den Schankraum - natürlich bepackt mit ihrem riesigen, schweren Holzreff, dessen lederne Tragegurte sich tief in ihre Schultern eingruben. Um den Hals trug sie ein Zeichen Heofaders, doch sie war dennoch ohne Zweifel als Wanderheilerin erkennbar - trotz (oder vielleicht auch mit) ihrem winterländischen, abgekämpften Aussehen. Die Mühen des Tages und die für sie fast schon unerträgliche Hitze zeichneten sich deutlich auf ihrem jungen, aber müden und eingefallenen Gesicht ab. Dennoch schritt sie mutig und beherzt in Richtung des Tresens, der jedoch aktuell vollkommen verwaist war. Anscheinend stritten die Töchter des Wirtes - oder zumindest hielt sie die beiden jungen Frauen dafür - mit einigen Betrunkenen. Natürlich hatte Lovis nicht die geringste Lust, sich in irgendwelchen Zwist einzumischen, daher sah sie sich in dem wirklich sehr gut besuchten Gastraum um. Es gab wirklich keinen einzigen freien Tisch mehr - und auch kaum noch freie Stühle. Da sie aber unbedingt Platz nehmen und noch etwas zu sich nehmen wollte, ging sie schwer beladen durch die Tischreihen und stellte sich in angemessenem Abstand neben einen Tisch, an dem nur ein Mann saß - ein großer, breiter Kerl mit einem wilden Bart. "Guten Abend - ist es gestattet, Platz zu nehmen? Leider gibt es keine freien Tische mehr...", sprach sie den ihr vollkommen unbekannten Mann an.
