29-04-2024, 15:36 - Wörter:
Immerhin konnte der Bengel schreiben, da hatte er, oh Wunder, Ronan etwas voraus. Dieser war ohne seinen Schreiber gereist, schließlich duldete die Heimat es nicht, dass die Bücher von Kassen und Waren unbeobachtet bzw. unaktualisiert blieben. Womöglich war es aber auch schlicht und ergreifend Ronans Kopf, der es nicht ertragen konnte den Krempel sich selbst zu überlassen, weswegen er lieber sich selbst opferte und nun damit klarkommen musste mit Menschen in Verhandlungen zu treten, obwohl er nichtmal ein einziges gesprochenes Wort aufschreiben konnte. Das wiederum glich er durch unleserliches Gekritzel aus und wenn er sich konzentrierte, und dabei nicht gerade 10 Humpen gesoffen, bekam er am Ende auch oftmals noch raus was er sich damit hatte sagen wollen. Ganz davon ab, dass er geschickt darin war anderen die Arbeit entgegen zu delegieren und die eigene, kleine…nicht nennenswerte Schwäche untergehen zu lassen.
Während er kleine Prinz also in Schönschrift übte einer anderen kleinen Prinzessin den Hof zu machen, stapfte der Hüne durch den ebenso säuberlich angelegten Schlosspark. Wirklich hübsch, wirklich grün….wirklich frühlingshaft kitschig.
Fast so wie die aufpolierte Wache, die sich nun in sein Blickfeld schob. Er hatte den kleinen Pulk zwar unauffällig, insofern Ronan jemals unauffällig war, angesteuert, dann aber doch nicht damit gerechnet, dass sich jemand für ihn interessierte. Viel eher hätte er erwartet weggeschickt zu werden und daher dauerte es auch einen Augenblick in welchem der Herbstländer den Gardisten einfach nur ansah….und ansah…und ansah.
Hmmmmm.
Ronans Blick blieb auf der Rüstung. Wirklich piekfein! Keine Beulen, schicke Beschläge, funkel, funkel… beeindruckend!
Da war diese kleine Stelle, direkt auf der Schulterplattenvorderseite, ein winziger Fleck…nein, nichtmal das. Mehr ein hässlicher Fingerabdruck des Burschen, der dem Kerl hier heute morgen sicher in das umständliche Ding von Rüstung geholfen hatte. Ronan verspürte ein diebisch erheiterndes Gefühl und schob sich den Daumen in den Mund, wie eine Großmutter es tat, kurz bevor sie ihrem Enkel den Dreck aus dem Mundwinkel wischte und fuhr mit seiner Spucke über den Fleck. Dass der Gute das weniger lustig fand als er, hatte Ronan schon erwartet und er hob unschuldig beide Hände bevor er sich mit der Rüstung einen auf die Finger klopfen lassen musste. „`Tschuldigung… aber ..ist schon ´n Schandfleck auf dem hübschen Ding da…“, trat er ungebeten seine Meinung breit und widmete sich nun endlich der Sache um die es eigentlich ging.
Ein Prinz wollte wissen welches Lied er da sang. Ha! Der Typ musste was von gutem Gesang verstehen, wenn das Raubein mit geschwollener Brust sein Liedchen trällerte, dass die Vögel bald vom Baum fielen..ein Barde war an ihm verloren gegangen!
„Warum kommt er dann nicht her und fragt?!“, rief er laut, in voller Absicht, dass der werte Prinz es auch hören mochte. Vielleicht hatte er keine Beine. Manchmal, in all der Inzucht der edlen Familien sollte das vorkommen. Ronan wollte mal nicht so sein!
Er ließ sich filzen und hatte dafür nur ein müdes, inneres Augenrollen. Bitte, bitte…sollten sie ihn durchsuchen und seine Waffen nehmen, er hatte weder etwas zu verbergen, noch war er auf Streit aus und für einen guten Kinnhaken reichte es am Ende immer…einen konnte man immer mitnehmen.
Er wollte mal nicht so sein! Er folgte also der Wache und war gespannt was ihn erwartete. Könige und Prinzen traf man nicht oft, auch wenn Gerüchte besagten, dass es schon zu Geschäften zwischen Königen und Ronan gekommen war…aber er verstand das natürlich, jeder wollte mal einen echten König wie ihn treffen. Ha!
Der Mag Mell war von positiver Neugier erfasst und für einen Aussenstehenden muss es unbeschreiblich lustig ausgesehen haben zuzusehen wie Ronan vor dieser Decke mit dem Kind stehen blieb und die Wache neben sich fragend ansah.
Da saß dieses…Ding, diese kleinen Dinger, die so nervig waren und lästig wie Obstfliegen, die ständig Fragen stellten und ihren Müttern die hübschen Pforten zerstört hatten. Kinder. Darauf war Ronan noch allergischer als auf die vielen bunten Frühlingslandblümchen.
Das hatte man davon wenn man der Neugier nachgab.
Der Prinz war ein Prinzlein.
Der abwartende Blick des Gardisten und der kleine Seitenhieb Ronan zum Kniefall zu bewegen, zeigte allerdings erstmal keine Wirkung. Der Hüne stand.
Was er allerdings tat, war eine kleine Verbeugung andeuten. Die dreckige Hand auf dem nahezu aufgetragenen Hemd, dessen Ausschnitt nichtmal ordentlich zugebunden war und eine pelzige Behaarung freigab, die baumelnde Kette der großen Mutter leuchtend von seinem Hals hinabhängend, die Stiefel bis zum Schaft voll Staub und Dreck.
„Majestät“, erklang die Bärenstimme.
Während er kleine Prinz also in Schönschrift übte einer anderen kleinen Prinzessin den Hof zu machen, stapfte der Hüne durch den ebenso säuberlich angelegten Schlosspark. Wirklich hübsch, wirklich grün….wirklich frühlingshaft kitschig.
Fast so wie die aufpolierte Wache, die sich nun in sein Blickfeld schob. Er hatte den kleinen Pulk zwar unauffällig, insofern Ronan jemals unauffällig war, angesteuert, dann aber doch nicht damit gerechnet, dass sich jemand für ihn interessierte. Viel eher hätte er erwartet weggeschickt zu werden und daher dauerte es auch einen Augenblick in welchem der Herbstländer den Gardisten einfach nur ansah….und ansah…und ansah.
Hmmmmm.
Ronans Blick blieb auf der Rüstung. Wirklich piekfein! Keine Beulen, schicke Beschläge, funkel, funkel… beeindruckend!
Da war diese kleine Stelle, direkt auf der Schulterplattenvorderseite, ein winziger Fleck…nein, nichtmal das. Mehr ein hässlicher Fingerabdruck des Burschen, der dem Kerl hier heute morgen sicher in das umständliche Ding von Rüstung geholfen hatte. Ronan verspürte ein diebisch erheiterndes Gefühl und schob sich den Daumen in den Mund, wie eine Großmutter es tat, kurz bevor sie ihrem Enkel den Dreck aus dem Mundwinkel wischte und fuhr mit seiner Spucke über den Fleck. Dass der Gute das weniger lustig fand als er, hatte Ronan schon erwartet und er hob unschuldig beide Hände bevor er sich mit der Rüstung einen auf die Finger klopfen lassen musste. „`Tschuldigung… aber ..ist schon ´n Schandfleck auf dem hübschen Ding da…“, trat er ungebeten seine Meinung breit und widmete sich nun endlich der Sache um die es eigentlich ging.
Ein Prinz wollte wissen welches Lied er da sang. Ha! Der Typ musste was von gutem Gesang verstehen, wenn das Raubein mit geschwollener Brust sein Liedchen trällerte, dass die Vögel bald vom Baum fielen..ein Barde war an ihm verloren gegangen!
„Warum kommt er dann nicht her und fragt?!“, rief er laut, in voller Absicht, dass der werte Prinz es auch hören mochte. Vielleicht hatte er keine Beine. Manchmal, in all der Inzucht der edlen Familien sollte das vorkommen. Ronan wollte mal nicht so sein!
Er ließ sich filzen und hatte dafür nur ein müdes, inneres Augenrollen. Bitte, bitte…sollten sie ihn durchsuchen und seine Waffen nehmen, er hatte weder etwas zu verbergen, noch war er auf Streit aus und für einen guten Kinnhaken reichte es am Ende immer…einen konnte man immer mitnehmen.
Er wollte mal nicht so sein! Er folgte also der Wache und war gespannt was ihn erwartete. Könige und Prinzen traf man nicht oft, auch wenn Gerüchte besagten, dass es schon zu Geschäften zwischen Königen und Ronan gekommen war…aber er verstand das natürlich, jeder wollte mal einen echten König wie ihn treffen. Ha!
Der Mag Mell war von positiver Neugier erfasst und für einen Aussenstehenden muss es unbeschreiblich lustig ausgesehen haben zuzusehen wie Ronan vor dieser Decke mit dem Kind stehen blieb und die Wache neben sich fragend ansah.
Da saß dieses…Ding, diese kleinen Dinger, die so nervig waren und lästig wie Obstfliegen, die ständig Fragen stellten und ihren Müttern die hübschen Pforten zerstört hatten. Kinder. Darauf war Ronan noch allergischer als auf die vielen bunten Frühlingslandblümchen.
Das hatte man davon wenn man der Neugier nachgab.
Der Prinz war ein Prinzlein.
Der abwartende Blick des Gardisten und der kleine Seitenhieb Ronan zum Kniefall zu bewegen, zeigte allerdings erstmal keine Wirkung. Der Hüne stand.
Was er allerdings tat, war eine kleine Verbeugung andeuten. Die dreckige Hand auf dem nahezu aufgetragenen Hemd, dessen Ausschnitt nichtmal ordentlich zugebunden war und eine pelzige Behaarung freigab, die baumelnde Kette der großen Mutter leuchtend von seinem Hals hinabhängend, die Stiefel bis zum Schaft voll Staub und Dreck.
„Majestät“, erklang die Bärenstimme.
