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rest in our garden - find solace and peace
09.08.1016 - 21:00
Gärten um die Fürstenburg zu Bardon Pass
Zephyr Athanas Elithea Trakas

Unregistered
Elithea Trakas
Alter
Beruf
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Stand
User
#10
Verstohlen huschte ein unterdrücktes Gähnen über Elitheas Lippen. Die Nacht war weit forteschritten, der Mond stand hoch am Firmament und irgendwo in der Ferne läuteten leise Kirchenglocken die Stunde an. Friedlich lag sie da, die Decke der Nacht, die die Welt in bedachte Ruhe einhüllte. Am Himmel funkelten die Sterne wie glänzende Kristalle. Immer wieder erlag die junge Prinzessin der Versuchung, einfach die Augen zu schließen und so zu tun, als wäre sie immer noch in ihrer Heimat, als wäre einfach nichts geschehen. Nur leider könnte sie nicht für immer die Lider vor der Wirklichkeit verschließen. Auch wenn die Vorstellung verlockend war. Dem Gerede von Politik und Weltgeschehen war ihr wichtig. Die innere Neugier trieb sie dazu an verstehen zu wollen, was dazu geführt hatte, dass sie nun in dieser Situation gefangen war. Doch die allmählich aufkeimende Müdigkeit machte ihre Gedanken schwer und träge, den Worten des Fürsten zu folgen. Dabei hatte sie ihn doch selbst gefragt und die Konversation angeregt. Wann kam sie denn sonst schon dazu zu frank und frei mit dem Herren von Bardon Pass über solch wichtige Themen diskutieren zu können?

Seine Aussagen stimmten sie ein wenig nachdenklich und auch traurig. Hatte ihr eigener Vater auch Pläne geschmiedet um die benachbarten Fürstentümer dem eigenen Herrschaftsbereich einzuverleiben? Hätte ihr Vater vielleicht einmal zum Beispiel Bardon Pass überfallen wollen, um es selbst zu regieren? Warum war man dann hier so hilfreich, wenn doch eigentlich immer feindliche Hintergedanken zu befürchten waren? Betrübt horchte sie in ihr eigenes Herz, dem der Fürst auch solch niederträchtigen Hochmut vorwarf und sie gleichzeitig lobte. Nein, solch ein Szenario wäre ihr nicht einmal im schlimmsten Albtraum eingefallen. Friede und Wohlstand waren doch viel produktiver, als Krieg und Zerstörung. Für alle Länder Arcandas. "Dann muss ich euch wohl um ein Vielfaches dankbarer sein, dass ihr uns so großzügig zur Hilfe kommt" lächelte sie Zephyr bescheiden zu. Es brauchte nicht viel, um Charles Stafford, jenen unsäglichen König des Frühlingslandes, in ihren Augen zu verunglimpfen. Der Schmerz des Verlustes, nicht nur von Heimat und Vater, sondern auch von Sicherheit und Zukunft, das Ende ihrer Jugend, wenn man so will, wog noch sehr schwer. Und trotzdem regte sich in Elithea kaum ein Funken von Rachegelüsten oder Vergeltung. Auge um Auge, Zahn um Zahn, nein, das war einfach nicht ihre Grundeinstellung.

Immer enger wickelte sie sich in ihr Tuch ein, nicht nur der behütenden Wärme wegen, sondern mehr als Schutz vor den Bildern, die sich in ihrem Kopf breit machten. Eastergold Meadow war trotz allem 'ihre' Stadt, mit 'ihren' Bewohnern und 'ihren' Straßen. Sie war dort aufgewachsen, war dort - bewacht, aber doch - manchmal auf den Markt gegangen oder hatte ein Fest im Namen der Familie besucht. Sie kannte die Ecken, so gut es nun mal möglich war, wenn man in einem Schloß geboren worden war. Nicht nur um den Vater trauerte sie daher, sondern auch um die Menschen in der Stadt, die nun wirklich gar keinen Einfluß hatten auf die Geschehnisse und nun darunter leiden mussten. Ja, sie saß nun recht behütet und in Sicherheit wieder in einem herrlichen Garten, jammerte über das Verlorene und war doch weit besser dran als so mancher Zurückgebliebene, der sich nun der fremden Herrschaft stellen musste. "Das heißt es wird einen Gegenschlag geben." Natürlich, was denn sonst. Aktion ergab Reaktion, jede Tat hatte auch Konsequenzen. Das musste jedes Kind lernen. Die Frage stellte sich nur Wann und Wie. Es würde wohl noch lang nicht enden. Das war allmählich mehr als offensichtlich.

Wieder übermannte sie ein Gähnen, dass sie diesmal weit schlechter unterdrücken konnte als vorhin. Der Ruf des eigenen Bettes drang unauffällig an die junge Prinzessin heran, lockte sie zurück ins Reich der Träume. Wären da nicht die warnenden Worte des Fürsten Athanas. Warum war sie der ausschlaggebende Faktor, der die Familie vor dem Zerbrechen bewahrte? Warum gerade sie? Ihre Mutter war doch die verbliebene Erwachsene, die das Parkett der Politik viel geübter betreten konnte. Und dann war noch ihr Bruder, der Erbsohn, der doch als einziger männlicher Vertreter der Familie den Weg vorgeben sollte Warum sie? Ein Leben im Kloster würde sie von dieser Last befreien, sie gänzlich dieser Belastung entfernen. Aber er hatte recht, so weit war es nunmal noch nicht, wer weiß, ob es jemals so weit kommen würde. Die Aufgabe wurde auf ihre Schulter gelegt und sie würde sie tragen. Ihrer Familie zuliebe. Solange es nötig war.

Dass er sich ihr gegenüber setzte, gerade jetzt, wo ihr Gesicht hochrot angelaufen war, nicht nur, weil seine kleine Geste der Zuwendung in ihr eine Sehnsucht nach väterlichem Trost hervorgerufen hatte, sondern auch weil sie sich der Frage schämte, die sie recht unbedacht hervorgeplappert hatte. Es durfte ihn nicht wundern, dass Elithea trotz des verzwickten Lächelns es erst nicht wagte, den Blick zu ihm zu heben. Natürlich war es weder in seiner Macht noch - wenn sie ehrlich war - in seinem vorrangigen Interesse sich um ihre Belangen zu kümmern. Er war nicht ihr Vater und es war daher nicht seine Entscheidung wer denn mal als Ehemann in Frage käme. Es war vermessen gewesen von ihr, ihn überhaupt darauf anzusprechen. Ihre Antwort, ein peinlich berührtes "Danke, Euer Gnaden", war dementsprechend kleinlaut.
Vielleicht würde es einfach auch nur reichen, wenn er, der ja doch eine gewisse Erfahrung im Weltgeschehen hatte und ihnen doch offensichtlich wohl gesinnt war, einen positiven Einfluß auf ihren Bruder haben könnte. Gute Berater waren schließlich ein wichtiger Faktor und mussten weise gewählt werden.

"Mein Fürst, ich sollte eure wertvolle Zeit nicht länger in Anspruch nehmen." atmete sie tief durch und straffte ihre Haltung. "Darf ich euch bitten, mich zurück ins Schloß zu begleiten?" Den Weg ins Zimmer würde sie wohl selbst finden, aber im Freien fühlte sie sich jetzt in der tiefschwarzen Nacht mit ein wenig Begleitschutz doch etwas wohler.
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