03-05-2024, 23:09 - Wörter:
Es half ja doch nichts. Wenn man darauf wartete, bis jemand von offizieller Seite zu Hilfe käme, nein, da war man besser dran, wenn man sich selbst um alles kümmerte. Das war zumindest Zosias Einstellung was das Aufräumen der Taverne anging. So frohen Mutes, wie es die Situation eben zuließ, hatte sie sich bereits in der Früh überlegt, welche Aufgaben sie heute in Angriff nehmen sollte. Von wollen war da weniger die Rede. Aber, was muss, das muss nunmal. Wie immer hatte sie sich ein kleines Frühstück zusammen gebastelt und auch für den Vater etwas Nahrhaftes bereitet. Fast drei Wochen war es nun her. Und ja, er sah schon deutlich besser aus. Zumindest die blauen Flecken hatten mittlerweile mehr die Farbe von schimmligem Käse und nicht mehr von Veilchen. Aber er ächzte und stöhnte immer noch bei jeder Bewegung und der Atem rasselte mehr, als es der Tochter lieb war. Sie vermerkte in ihren Gedanken, dass sie sich doch nochmal bemühen sollte, eine Wanderheilerin zu holen, so denn noch eine in Eastergold Meadow anwesend war.
Während sie also dem Vater einige Löffel einer mittlerweile etwas erkalteten Hühnersuppe einflößte, erzählte sie ihm munter von ihrem Vorhaben. Er sollte ja nicht das Gefühl bekommen, dass er keinen Einfluß mehr hatte auf sein eigenes Geschäft. "Wenn es heute etwas lauter wird, wundere dich nicht. Ich hab mir vorgenommen die Küche und Speisekammer endlich etwas aufzuräumen. Zumindest mal zusehen, dass all die Speisereste endlich auf den Kompost kommen, anstatt auf dem Fußboden zu verrotten." plapperte sie drauf los. Der Vater hatte mit dem Löffel im Mund kaum Möglichkeit zu antworten. "Gianni und Lorenzo haben gesagt, sie helfen mit. Ich glaub sie wollen sich nur vor den eigenen Verantwortlichkeiten drücken, aber mir solls recht sein für einen Tag." Die Kinder von Galla waren mittlerweile auch schon Burschen im besten Teenager-Alter und nutzten die unruhige Stimmung in der Stadt für ihren eigenen Nutzen. Solange sie mit anpackten, konnten sie zumindest keinen größeren Unfug anstellen. "Zia Zosia!" hörte sie die Halbstarken schon von unten rufen. Na zumindest punkteten sie mit Pünktlichkeit! "Ich muss los, Papa, ich seh später wieder nach dir." gab sie ihm einen Kuss auf die Stirn, stellte noch einen Becher Wasser auf den Nachttisch und eilte die Treppen hinab.
"Grüß euch Burschen! Danke, dass ihr mir helft." lächelte sie die beiden an und wuschelte dem Jüngeren, Gianni, gleich mal durch die wild abstehenden Locken. "Ziaaa! Lass das, meine Frisur" nörgelte der gleich rum während er sich die Strähnen wieder glättete. "Also, ich würde euch bitten, dass ihr euch die Küche vornehmen. Keine Sorge, die ekligen Sachen mach ich" schob sie die beiden Richtung Küche, wohlwissend, dass keiner der Jungs auch nur einen Finger mit vergammelndem Obst dreckig machen würde. "Ihr könntet mal Anfangen den Schutt ein wenig zu trennen. Einen Haufen Holz, einen Haufen Metall, einen Haufen mit Stoff. Schaut, ob noch irgendwas davon brauchbar ist und hin und wieder tragt ihr mir einen Kübel mit den Abfällen zum Kompost, gut?" als ob sie viel Mitspracherecht hätten, hah!
Fest entschlossen band sich Zosia ein Tuch um die Haare und eine Schürze übers Kleid. Mit je einem Kübel in der Hand ließ sie die beiden Neffen in der Küche zurück und begann in der Speisekammer die Reste von Lebensmitteln in unterschiedlichen Graden der Dekompostierung zusammen zu sammeln. Kohlköpfe, Äpfel, Zwiebelbündel, Knoblauchzöpfe, es war wirklich zum Weinen, wieviel Essen hier einfach aus Jux an der Zerstörung vergeudet wurde. Das war doch Geld und Mühe, das nun belanglos am Boden verstreut herum lag. Schämen sollten sie sich, die Vandalen. Vielleicht sollte sie den Fürstenprinzen mal darauf ansprechen, ob denn die Banausen auch bestraft werden! Egal, die beiden Eimer waren schnell voll. Während die Burschen in der Küche artig die Schuttmaterialien in eigene Häufchen trennten, machte sich Zosia anfangs noch selbst auf den Weg zum Komposthaufen in der Ecke des für eine Taverne in der Stadt doch recht ansehnlichen, aber überschaubaren Innenhofgarten. In der Mitte stand ein Brunnen und in einer anderen Ecke ein Hühnerkobel. Die gefiederten Vögel selbst, von denen es auch nur noch läppische drei an der Zahl gab, liefen gackernd durch das fleckige Gras.
So verging die Zeit wie im Fluge. Aber dass es einmal einen Tag ohne Zwischenfälle geben würde, das wäre ja auch fast zu schön gewesen! "Zia! Zia! Zia!" stürmte Lorenzo aufgeregt in die Küche "Was denn Lorenzo? Was ist denn los?" wenn der sonst so ruhige Bursch einmal derart aufgebracht war, musste schon etwas dramatisches passiert sein. Zosia wischte sich die Hände an der Schürze ab. "Durchatmen, sag schon." aber eigentlich brauchte es keine Aufforderung. "Die wollen die Hühner stehlen!" Jetzt wars aber mal genug! Mit grantigem Elan hastete Zosia hinaus in den Garten und konnte gerade noch erkennen, wie zwei ältere Jungs verzweifelt den Hühnern über den Hof nachjagten. Wo war nur ihr treuer Besen, wenn sie ihn brauchte! "He! Was soll das! Schleicht euch, aber schnell!" wachelte Zosia mit den Armen herum. Und trieb blöderweise damit die Hühner genau auf die beiden Eindringlinge zu. Einer, wohl etwas geschickter als der andere, schnappte sich unter einem triumphalen Aufjohlen ein Huhn. Damit war ihr Plan geglückt. Eben so schnell wie sie scheinbar im Garten aufgetaucht waren, traten sie auch wieder den Rückzug an. Hatte wer vergessen das Seitentor zu schließen? Sie konnten ja nicht über die Mauer... fix, sie selbst hatte das Gatter nicht richtig repariert. Der wohlmeinende Glauben, dass hier doch eh nichts mehr zu holen war und die Reparatur daher ein wenig warten könnte, war hiermit eindeutig widerlegt. Großartig.
Zosia versuchte die Verfolgung aufzunehmen, aber allein würde sie das nicht schaffen. "Gianni, Lorenzo, ihnen nach!" Zu dritt hätten sie mehr Chance und außerdem waren die Neffen um einiges energievoller und schneller als sie. Ums Gebäude, die Seitengasse entlang und dann auf die Hauptstraße. "Passt auf! Und wenn ihr eine Wache seht..." aber die Burschen waren allesamt schon weit im Getümmel des Tages verschwunden. Zosia konnte nur hoffen, dass sie ihre Neffen jetzt nicht auch noch ins Unglück gejagt hatte. Wer weiß, wohin die Diebe unterwegs waren oder in welchen zwielichtigen Ecken sie sich verkriechen wollten. Zosia atmete hastig, ungeübt solch körperlicher Anstrengung, und nun? All das wegen einem mickrigen Suppenhuhn?
Während sie also dem Vater einige Löffel einer mittlerweile etwas erkalteten Hühnersuppe einflößte, erzählte sie ihm munter von ihrem Vorhaben. Er sollte ja nicht das Gefühl bekommen, dass er keinen Einfluß mehr hatte auf sein eigenes Geschäft. "Wenn es heute etwas lauter wird, wundere dich nicht. Ich hab mir vorgenommen die Küche und Speisekammer endlich etwas aufzuräumen. Zumindest mal zusehen, dass all die Speisereste endlich auf den Kompost kommen, anstatt auf dem Fußboden zu verrotten." plapperte sie drauf los. Der Vater hatte mit dem Löffel im Mund kaum Möglichkeit zu antworten. "Gianni und Lorenzo haben gesagt, sie helfen mit. Ich glaub sie wollen sich nur vor den eigenen Verantwortlichkeiten drücken, aber mir solls recht sein für einen Tag." Die Kinder von Galla waren mittlerweile auch schon Burschen im besten Teenager-Alter und nutzten die unruhige Stimmung in der Stadt für ihren eigenen Nutzen. Solange sie mit anpackten, konnten sie zumindest keinen größeren Unfug anstellen. "Zia Zosia!" hörte sie die Halbstarken schon von unten rufen. Na zumindest punkteten sie mit Pünktlichkeit! "Ich muss los, Papa, ich seh später wieder nach dir." gab sie ihm einen Kuss auf die Stirn, stellte noch einen Becher Wasser auf den Nachttisch und eilte die Treppen hinab.
"Grüß euch Burschen! Danke, dass ihr mir helft." lächelte sie die beiden an und wuschelte dem Jüngeren, Gianni, gleich mal durch die wild abstehenden Locken. "Ziaaa! Lass das, meine Frisur" nörgelte der gleich rum während er sich die Strähnen wieder glättete. "Also, ich würde euch bitten, dass ihr euch die Küche vornehmen. Keine Sorge, die ekligen Sachen mach ich" schob sie die beiden Richtung Küche, wohlwissend, dass keiner der Jungs auch nur einen Finger mit vergammelndem Obst dreckig machen würde. "Ihr könntet mal Anfangen den Schutt ein wenig zu trennen. Einen Haufen Holz, einen Haufen Metall, einen Haufen mit Stoff. Schaut, ob noch irgendwas davon brauchbar ist und hin und wieder tragt ihr mir einen Kübel mit den Abfällen zum Kompost, gut?" als ob sie viel Mitspracherecht hätten, hah!
Fest entschlossen band sich Zosia ein Tuch um die Haare und eine Schürze übers Kleid. Mit je einem Kübel in der Hand ließ sie die beiden Neffen in der Küche zurück und begann in der Speisekammer die Reste von Lebensmitteln in unterschiedlichen Graden der Dekompostierung zusammen zu sammeln. Kohlköpfe, Äpfel, Zwiebelbündel, Knoblauchzöpfe, es war wirklich zum Weinen, wieviel Essen hier einfach aus Jux an der Zerstörung vergeudet wurde. Das war doch Geld und Mühe, das nun belanglos am Boden verstreut herum lag. Schämen sollten sie sich, die Vandalen. Vielleicht sollte sie den Fürstenprinzen mal darauf ansprechen, ob denn die Banausen auch bestraft werden! Egal, die beiden Eimer waren schnell voll. Während die Burschen in der Küche artig die Schuttmaterialien in eigene Häufchen trennten, machte sich Zosia anfangs noch selbst auf den Weg zum Komposthaufen in der Ecke des für eine Taverne in der Stadt doch recht ansehnlichen, aber überschaubaren Innenhofgarten. In der Mitte stand ein Brunnen und in einer anderen Ecke ein Hühnerkobel. Die gefiederten Vögel selbst, von denen es auch nur noch läppische drei an der Zahl gab, liefen gackernd durch das fleckige Gras.
So verging die Zeit wie im Fluge. Aber dass es einmal einen Tag ohne Zwischenfälle geben würde, das wäre ja auch fast zu schön gewesen! "Zia! Zia! Zia!" stürmte Lorenzo aufgeregt in die Küche "Was denn Lorenzo? Was ist denn los?" wenn der sonst so ruhige Bursch einmal derart aufgebracht war, musste schon etwas dramatisches passiert sein. Zosia wischte sich die Hände an der Schürze ab. "Durchatmen, sag schon." aber eigentlich brauchte es keine Aufforderung. "Die wollen die Hühner stehlen!" Jetzt wars aber mal genug! Mit grantigem Elan hastete Zosia hinaus in den Garten und konnte gerade noch erkennen, wie zwei ältere Jungs verzweifelt den Hühnern über den Hof nachjagten. Wo war nur ihr treuer Besen, wenn sie ihn brauchte! "He! Was soll das! Schleicht euch, aber schnell!" wachelte Zosia mit den Armen herum. Und trieb blöderweise damit die Hühner genau auf die beiden Eindringlinge zu. Einer, wohl etwas geschickter als der andere, schnappte sich unter einem triumphalen Aufjohlen ein Huhn. Damit war ihr Plan geglückt. Eben so schnell wie sie scheinbar im Garten aufgetaucht waren, traten sie auch wieder den Rückzug an. Hatte wer vergessen das Seitentor zu schließen? Sie konnten ja nicht über die Mauer... fix, sie selbst hatte das Gatter nicht richtig repariert. Der wohlmeinende Glauben, dass hier doch eh nichts mehr zu holen war und die Reparatur daher ein wenig warten könnte, war hiermit eindeutig widerlegt. Großartig.
Zosia versuchte die Verfolgung aufzunehmen, aber allein würde sie das nicht schaffen. "Gianni, Lorenzo, ihnen nach!" Zu dritt hätten sie mehr Chance und außerdem waren die Neffen um einiges energievoller und schneller als sie. Ums Gebäude, die Seitengasse entlang und dann auf die Hauptstraße. "Passt auf! Und wenn ihr eine Wache seht..." aber die Burschen waren allesamt schon weit im Getümmel des Tages verschwunden. Zosia konnte nur hoffen, dass sie ihre Neffen jetzt nicht auch noch ins Unglück gejagt hatte. Wer weiß, wohin die Diebe unterwegs waren oder in welchen zwielichtigen Ecken sie sich verkriechen wollten. Zosia atmete hastig, ungeübt solch körperlicher Anstrengung, und nun? All das wegen einem mickrigen Suppenhuhn?
