09-05-2024, 21:59 - Wörter:
Der Sturz wurde verhindert und doch blieb ihr das Gefühl jenes Sturzes erhalten. Ihre eigene Mutter hielt sie bestimmt und fest an der Schulter, doch es war keine liebevoll und fürsorgliche Berührung. Glynis ahnte, dass Alys darin wieder Zeichen sehen wollte oder dies zumindest behaupten würde. So tat sie es auch. Es war ihre gewohnte Selbstgerechtigkeit, ihre eigenen Gedanken mit der einer Gottheit zu verknüpfen, sie der großen Mutter zu zuschreiben, obwohl sie wissen musste, dass es ihre eigene Geduld war, von der sie sprach. Alys wollte sie drillen, abrichten und formen, wieder geleiten und anführen, und bediente sich in dreister Selbstgerechtigkeit jener wichtigen Magie, die sie alle verband. Glynis wusste, warum dies nicht mehr ihr Zuhause war, vielleicht war dies nie gewesen. Die Worte von Alys durchdrangen jenen Panzer von Wut und Zorn, den Glynis tragen wollte und hinterließen eine eigene Wüste von Traurigkeit. Eine Wahrheit wurde ihr schlagartig klar, dass hier nichts mehr zu gewinnen war. Dieser Ort war verloren und wenn sie wahrhaft glauben wollte, wirklich eine Person sein wollte, musste sie gehen. Anders als Alys sah sie diesen Moment als Prüfung der großen Mutter, nicht als Zeichen, sondern inwiefern sie als Mensch handeln konnte. Sie deutete den Sturz nicht als Zeichen der gewollten Unterwerfung unter die Hohepriesterin, sondern als Symbol für jenen Bruch mit diesem Zuhause, welches Alys gehörte aber nicht mehr Glynis gleich war. Glynis hatte sich entwickelt, ihre Träume zogen sie weiter, auch wenn sie ein gemütlicher Charakter war. Gelegentlich träumte sie von Dingen, von wundersamen Erscheinungen und auch einzelnen Bildern, die fern von hier lagen. Sie glaubte, dass dies Visionen waren oder auch nicht aber diese Fragmente in ihrem Geist verlangten Antworten, die über diesen Ort hinausgingen. Die große Mutter schien sie anders zu fordern und sie legte den Willen und die Wünsche ihres Glaubens deutlich anders aus, als es Alys jetzt tat. Langsam drehte sie sich um, sehr andächtig und nahm die Hand ihrer Hand, um diese zu halten.
Ein letztes Mal, bevor sie einen Entschluss fassen musste. Doch ihr Herz wusste bereits darum. Sie würde das Heiligtum verlassen. Vielleicht würde sie zurückkehren aber es gab auch andere Orte, die noch Glauben suchten, vielleicht sogar ehrlicher glaubten, als mancher hier. Hier war alles verdorben von Ritual und Scheinheiligkeit, ohne echte Hingabe und Vertrauen, sondern nur mit Pflicht verbunden. Glynis wollte von Herzen glauben, sich den Menschen zuwenden, sich nicht verstecken und jedem echten Gespräch aus dem Weg gehen. Als ihre Mutter das Schweigegelübde einforderte wurde ihr alles klar. Glynis schnaufte böse, während sich ihre Augen weiteten. Schlagartig ließ sie die Hand ihrer Mutter los und trat wieder von ihr weg. Alys wusste, wie wichtig ihr Gespräche, Konversation und Unterhaltung waren. Sie handelte genau gegen jenen innigsten Antrieb von Glynis, jenen Wert, der ihr Lebenskraft gab. Alys wollte sie verletzen, bestrafen und erniedrigen. Glynis wurde alles klar. Wirklich klar. Sie konnte nicht direkt antworten, weil sie sich selbst diesen Bruch erklären musste. Wieder setzte sie die Macht des Rituals gegen sie ein, machte es sich zu eigen und benutzte es als Strafe, nicht als Weg zu einer tieferen Besinnung. Alys war so fern von einer Güte, die Glynis suchte, dass der Bruch leicht zu erklären war und so tat die junge Frau das, was sie bisher für unmöglich gehalten hatte. Nein, sie würde sich nicht beugen.
"Ich werde dies nicht tun," jappste sie wütend, leicht ins Traurige fallend, während ihre Augen wieder jenen Kummer darstellten. "Ich werde diesen Ort verlassen und auf die große Reise gehen," entschied sie und setzte nun auch ein Ritual sowie Tradition gegen sie ein. Als Priesterin konnte sie auf eine große Reise gehen, um Gläubige zu besuchen, einen eigenen Tempel zu errichten oder auch nur den Glauben in die Welt zu tragen, dorthin in die Natur, wo er einst geboren war. Mit der großen Reise, die nicht so einfach verwehrt werden konnte, konnte sie sich dem Gelübde entziehen. Lieber frei und auf Reisen als still und einsam hier, so war es Glynis Absicht geworden. Ein bisschen fürchtete sie sich vor der Reise, da sie den Hain und diesen Ort nie wirklich verlassen hatte und auch nicht der Mensch war, der seine gemachte Häuslichkeit verließ aber Alys, ihre eigene Mutter, machte es ihr unmöglich. Das Schweigegelübde war so grausam gegen ihre eigene Person gerichtet, dass nur dies die Antwort sein konnte. Glynis hielt hier nichts mehr. "Du hast gewonnen. Ich gehe," verschärfte sie ihren Ton, griff dann aber zur Schale mit dem Tee, um sich tatsächlich etwas zu beruhigen. Noch dazu hatte sie jetzt Durst, so dass die Schale nicht sonderlich damenhaft in einem großen Zug entleerte und dann wütend krachend abstellte. Alys sollte schon sehen, was auch Glynis über den Glauben wusste. Energisch blickte sie ihre Mutter an, wartend auf ihre Reaktion.
Ein letztes Mal, bevor sie einen Entschluss fassen musste. Doch ihr Herz wusste bereits darum. Sie würde das Heiligtum verlassen. Vielleicht würde sie zurückkehren aber es gab auch andere Orte, die noch Glauben suchten, vielleicht sogar ehrlicher glaubten, als mancher hier. Hier war alles verdorben von Ritual und Scheinheiligkeit, ohne echte Hingabe und Vertrauen, sondern nur mit Pflicht verbunden. Glynis wollte von Herzen glauben, sich den Menschen zuwenden, sich nicht verstecken und jedem echten Gespräch aus dem Weg gehen. Als ihre Mutter das Schweigegelübde einforderte wurde ihr alles klar. Glynis schnaufte böse, während sich ihre Augen weiteten. Schlagartig ließ sie die Hand ihrer Mutter los und trat wieder von ihr weg. Alys wusste, wie wichtig ihr Gespräche, Konversation und Unterhaltung waren. Sie handelte genau gegen jenen innigsten Antrieb von Glynis, jenen Wert, der ihr Lebenskraft gab. Alys wollte sie verletzen, bestrafen und erniedrigen. Glynis wurde alles klar. Wirklich klar. Sie konnte nicht direkt antworten, weil sie sich selbst diesen Bruch erklären musste. Wieder setzte sie die Macht des Rituals gegen sie ein, machte es sich zu eigen und benutzte es als Strafe, nicht als Weg zu einer tieferen Besinnung. Alys war so fern von einer Güte, die Glynis suchte, dass der Bruch leicht zu erklären war und so tat die junge Frau das, was sie bisher für unmöglich gehalten hatte. Nein, sie würde sich nicht beugen.
"Ich werde dies nicht tun," jappste sie wütend, leicht ins Traurige fallend, während ihre Augen wieder jenen Kummer darstellten. "Ich werde diesen Ort verlassen und auf die große Reise gehen," entschied sie und setzte nun auch ein Ritual sowie Tradition gegen sie ein. Als Priesterin konnte sie auf eine große Reise gehen, um Gläubige zu besuchen, einen eigenen Tempel zu errichten oder auch nur den Glauben in die Welt zu tragen, dorthin in die Natur, wo er einst geboren war. Mit der großen Reise, die nicht so einfach verwehrt werden konnte, konnte sie sich dem Gelübde entziehen. Lieber frei und auf Reisen als still und einsam hier, so war es Glynis Absicht geworden. Ein bisschen fürchtete sie sich vor der Reise, da sie den Hain und diesen Ort nie wirklich verlassen hatte und auch nicht der Mensch war, der seine gemachte Häuslichkeit verließ aber Alys, ihre eigene Mutter, machte es ihr unmöglich. Das Schweigegelübde war so grausam gegen ihre eigene Person gerichtet, dass nur dies die Antwort sein konnte. Glynis hielt hier nichts mehr. "Du hast gewonnen. Ich gehe," verschärfte sie ihren Ton, griff dann aber zur Schale mit dem Tee, um sich tatsächlich etwas zu beruhigen. Noch dazu hatte sie jetzt Durst, so dass die Schale nicht sonderlich damenhaft in einem großen Zug entleerte und dann wütend krachend abstellte. Alys sollte schon sehen, was auch Glynis über den Glauben wusste. Energisch blickte sie ihre Mutter an, wartend auf ihre Reaktion.
