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In a world of thieves
07.08.1016 - 11:00
War makes thieves, an peace hangs them
Zosia Marsili Willard Sutherland

Unregistered
Zosia Marsili
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Stand
User
#3
Die Sorge um die beiden Neffen lichtete sich alsbald. Jetzt, da sie ihr aus den Augen gelaufen waren, konnte Zosia ohnehin nichts mehr tun, um ihnen zu Hilfe zu kommen, sollten sie sich in eine brenzlige Situation bringen. Nur ehrlich gesagt bezweifelte die Wirtstochter ganz stark, dass es je eine Situation geben könnte, die für die beiden Strolche brenzlig genug sein würde. Gianni und Lorenzo waren typische Stadtkinder, gewohnt auf den Straßen ihren Tag zu verbringen, hatten sie recht schnell gelernt ihre Umgebung im Auge zu behalten und welche Ecken und Gassen es zu meiden galt. Außerdem gehörte als Elternteil - oder eben Tante - eines solchen Schlingel-Duos eine gewisse Dosis an vernünftigem Vertrauen und das richtige Maß an lehrreichen Konsequenzen dazu, wollte man ihnen nicht dauernd auf die Finger schauen müssen. Meistens waren sie ohnedies gut in den diversen Familienbetrieben eingespannt. Wenn nicht, nunja, das würde Zosia alsbald erfahren, wenn sie denn heil wieder nach Hause kämen.

Ihr blieb also nichts anders übrig als vorne wieder in die Taverne einzukehren und sich weiter an das Ausmisten der Küche und der Speisekammer zu machen. Es half ja nichts nun in sorgenvolle Gedanken zu versinken. das verrottende Gemüse hüpfte nicht von alleine auf den Kompost. Dennoch konnte sie es nicht vermeiden immer wieder auf die einzige Uhr im Gebäude zu spähen. Wenn sie alsbald nichts von ihnen zu hören bekam, musste sie sich vielleicht doch noch wohl oder übel an die Suche machen oder, schlimmer noch, ihrer Schwester davon erzählen, dass ihr die Kinder abhanden gekommen waren. Nein, nein, den tadelnden Blick der Älteren wollte sie lieber vermeiden. Nach einigen Runden mit Kübeln voller schimmliger Käse und Wurtsresten, zermatschten Kohlköpfen und suppenden, ehedem in Essig eingelegten Gurken und Zwiebeln, hielt sie es aber dann doch nicht aus nicht zu wissen wo die beiden Burschen - und das Huhn - geblieben waren.

Gerade aber, als sie sich die Hände an der Schürze abwischte und mit festem Schritt durch den Schankraum zur Eingangstüre eilte, wurde diese auch schon mit freudigem Elan aufgestoßen, so eifrig, dass die Angeln trotzig ächzten und das wehe Holz gar furchtbar knarzte. Zosia wusste nicht, wohin ihr Blick erst gehen sollte. Zur beleidigten Türe, die sie eigentlich momentan noch nicht tauschen wollte. Oder zu den beiden aufgeregten Neffen, die mit stolz geschwellter Brust und einem triumphierenden Lächeln auf den Lippen kaum erwarten konnten zu erzählen, was passiert war. Oder zu dem stattlichen Mann in Rüstung, der ehrfurchtgebietend hinter den Burschen in der Tür stand. Oder zu den beiden eher geknickt wirkenden Halbstarken, die gefesselt und ganz kleinlaut vor dem Soldaten hergeschoben worden. Das Huhn, Grund des ganzen Aufruhrs, hatte sich längst freigestrampelt und protestierte mit lautem Gegacker gegen den unfreiwilligen Ausflug, bis es schließlich von selbst den Weg in den Hintergarten fand.

Absurd. Mehr viel der jungen Wirtin zu der ganzen Szene vor ihr nicht ein. Absolut absurd, was sich ihr hier präsentierte. Mit offenem Mund ungläubig von einem zum anderen starrend, brauchte sie erst eine Weile, bis sie einer Antwort auf die Ansprache des Wachmanns fähig war. "Äh..... guten Morgen, Lord Sutherland, neuer Hauptmann der Wache." war sie scheinbar immer noch nicht ganz bei der Sache. Gianni und Lorenzo sahen ganz hibbelig zwischen den beiden hin und her, bald würden sie platzen, wenn sie nicht endlich ihre Geschichte erzählen durften. Den seltsamen Begrüßungs-Akt zwischen den beiden Erwachsenen konnten sie so gar nichts abgewinnen. "Ihr liegt richtig, ich bin Zosia, Tochter des Wirts hier." atmete die junge Frau endlich tief durch und schüttelte ihre Verwirrung ab. "Ich sehe, ihr habt die Übeltäter gefangen?" - "Nein! Das waren wir!" platzte Lorenzo heraus "Genau, wir waren das, wir haben ihnen eine Falle gestellt" stimmte Gianni ein "Mit einer Schnur, und dann sind sie da drüber gefallen" wechselten sie sich nun endlich mit der Erzählung ab "Dann wär uns fast das Huhn wieder abgehauen" - "Aber ICH habs gefangen, Zia Zosia" - "Ja, und dann hat er uns geholfen" deutete Gianni auf den Soldaten, mit einem Unterton, der dem Wachmann zeigen sollte, dass sie es eigentlich auch ganz allein geschafft hätten.

Zosia schmunzelte. So viel plapperten die beiden Jungs normalerweise nicht. "Großartig! Danke, ich bin sehr stolz auf euch! Ihr dürft euch gern etwas Kuchen nehmen und schaut mir doch mal nach, ob das Huhn auch gut bei den anderen angekommen ist!" wuschelte sie ihnen beiden durch das Haar und schickte sie davon, ehe sie sich wieder an den Wachmann wandte. "So, bitte, entschuldigt die beiden, kommt doch rein! Wenn ihr was zu sitzen findet, was nicht gleich zusammen bricht, dann nehmt Platz!" winkte sie die restlichen drei Besucher durch die Tür und schloß sie hinter ihnen. "Ich muss gestehen, die zwei hier kenn ich auch." warf sie einen tadelnden Blick auf den Jungen und das Mädchen. "Ihr seid doch die Kinder vom Hutmacher Corleone, nicht wahr? Alessio und Magda?" stand es denn um die Familie so schlecht, dass die Geschwister nun schon fremdes Eigentum stehlen mussten, oder war es nur ein blöder Streich gewesen, der ein wenig aus den Fugen geraten war? "Wisst ihr was, ich bring euch mal einen Becher Kräuterwasser und dann verratet ihr mir, was das Ganze sollte." lächelte sie gutmütig, ehe sie sich an den Lord Sutherland wandte, der ein wenig ins Hintertreffen geraten war bei all der Aufregung. "Lord Sutherland, darf es für euch ein Bier sein oder Wein oder zumindest auch ein Kräuterwasser?"
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In a world of thieves - von Zosia Marsili - 03-05-2024, 23:09
RE: In a world of thieves - von Willard Sutherland - 05-05-2024, 17:10
RE: In a world of thieves - von Zosia Marsili - 11-05-2024, 14:04
RE: In a world of thieves - von Willard Sutherland - 14-05-2024, 16:26
RE: In a world of thieves - von Zosia Marsili - 23-05-2024, 14:34

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