20-05-2024, 20:27 - Wörter:
Das Hufgetrappelt kündigte um die Uhrzeit vermutlich nur einen Rückkehrer der Familie an, nachdem Gäste zu dieser späten Stunde vermutlich nicht mehr den weiten Weg zu ihrem Anwesen in Kauf nahmen. Obwohl die heißen Quellen, mit denen ihre Familie ihren Reichtum verdient hatte, natürlich zu jeder Tages- und Nachtzeit zugänglich waren, gab es doch nur sehr wenige Menschen, die sich nach Einbruch der Dunkelheit noch nach draußen wagten. Der unebene Boden und die kleinen Steinchen machten das Umherwandern in der Gebirgsstadt Ishcateslieve nicht unbedingt zu einem ganz normalen Spaziergang. Wobei Muirín in den letzten Monaten festgestellt hat, dass die Quellen mitsamt der flackernden Öllampen eine ganz besondere Atmosphäre schufen. Mysteriös, manchmal ein bisschen gruselig und gleichzeitig irgendwie ganz schön romantisch. Blinzelnd warf sie einen Blick zum Himmel und überlegte einen Moment, ob sie ihren Platz auf der kleinen Bank aufgeben sollte - entweder um den Zurückkehrenden zu begrüßen oder auch, um selbst einen Spaziergang durch das felsige Terrain zu wagen.
Nachdem sich das Geräusch der beschlagenen Pferdehufe wieder entfernte entschied sie sich doch noch einen Moment länger sitzen zu bleiben und wurde kurze Zeit später von Gareth überrascht, der voll beladen in ihre Richtung lief. Zwei tote Kaninchen baumelten von seiner Schulter, während auf der anderen die Waffe ruhte, mit der er ihnen den Garaus gemacht hatte. Ein seichtes Nicken war die einzige Reaktion, die die Rothaarige für den Moment von sich gab. Obwohl sie schon seit vielen Jahren unter einem Dach lebten und er irgendwie auch wie ihr Bruder war, hatten sie in der ganzen Zeit selten Gespräche alleine geführt. Nicht mal aus dem Grund, dass sie sich nicht mögen würden, sondern einfach nur, weil es sich eben nicht ergeben hat. Muirín zählte Gareth genauso so zu ihrer Familie wie ihre anderen Geschwister, obwohl er das Pech hat andere Eltern zu haben. Oder das Glück? Nachdem die Prinzessin seine leibliche Mutter kennen gelernt hat, war sie sich nicht mehr sicher, was besser und was schlechter war. Wirklich gut war beides auf jeden Fall nicht.
Als die raue Stimme des jungen Mannes die Stille durchschnitt richtete sie ihren Blick auf Gareth. Für einen Moment war sie sich nicht sicher, ob sie so etwas wie einen Vorwurf in seiner Stimme hörte, oder ob es nur die Erwartung ihrerseits war, die ihr zuflüsterte, dass ihr anderer Bruder so etwas niemals ohne Vorwurf gesagt hätte. Für einen Moment hielt sie die Luft an und sah ihm in die Augen.
"Sieh dir doch dieses Spektakel am Himmel an, das ist Antwort genug", entgegnete sie grinsend und nickte nach oben. "Wenn du Lust hast kannst du dich gerne zu mir setzen und es genießen", flüsterte sie leise und rutschte ein Stückchen zur Seite. "Aber bitte ohne die toten Kaninchen", fügte sie noch schnell hinzu und sammelte mit der Hand den ganzen Stoff ihres Umhanges ein, der noch auf der Bank neben ihr lag. Blutflecken waren so schwer raus zu kriegen!
Nachdem sich das Geräusch der beschlagenen Pferdehufe wieder entfernte entschied sie sich doch noch einen Moment länger sitzen zu bleiben und wurde kurze Zeit später von Gareth überrascht, der voll beladen in ihre Richtung lief. Zwei tote Kaninchen baumelten von seiner Schulter, während auf der anderen die Waffe ruhte, mit der er ihnen den Garaus gemacht hatte. Ein seichtes Nicken war die einzige Reaktion, die die Rothaarige für den Moment von sich gab. Obwohl sie schon seit vielen Jahren unter einem Dach lebten und er irgendwie auch wie ihr Bruder war, hatten sie in der ganzen Zeit selten Gespräche alleine geführt. Nicht mal aus dem Grund, dass sie sich nicht mögen würden, sondern einfach nur, weil es sich eben nicht ergeben hat. Muirín zählte Gareth genauso so zu ihrer Familie wie ihre anderen Geschwister, obwohl er das Pech hat andere Eltern zu haben. Oder das Glück? Nachdem die Prinzessin seine leibliche Mutter kennen gelernt hat, war sie sich nicht mehr sicher, was besser und was schlechter war. Wirklich gut war beides auf jeden Fall nicht.
Als die raue Stimme des jungen Mannes die Stille durchschnitt richtete sie ihren Blick auf Gareth. Für einen Moment war sie sich nicht sicher, ob sie so etwas wie einen Vorwurf in seiner Stimme hörte, oder ob es nur die Erwartung ihrerseits war, die ihr zuflüsterte, dass ihr anderer Bruder so etwas niemals ohne Vorwurf gesagt hätte. Für einen Moment hielt sie die Luft an und sah ihm in die Augen.
"Sieh dir doch dieses Spektakel am Himmel an, das ist Antwort genug", entgegnete sie grinsend und nickte nach oben. "Wenn du Lust hast kannst du dich gerne zu mir setzen und es genießen", flüsterte sie leise und rutschte ein Stückchen zur Seite. "Aber bitte ohne die toten Kaninchen", fügte sie noch schnell hinzu und sammelte mit der Hand den ganzen Stoff ihres Umhanges ein, der noch auf der Bank neben ihr lag. Blutflecken waren so schwer raus zu kriegen!
