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against all odds
01.08.1016 - 16:00
Kirche
Sebastian Cherrington Joshua Fielding

Unregistered
Sebastian Cherrington
Alter
Beruf
Wohnort
Stand
User
#5
„Oder aber sie bringen Gerüchte hervor, die zur Wahrheit werden sollen“, lehnte sich Sebastian für einen Titellosen vielleicht ein wenig zu weit aus dem Fenster, noch dazu in der Gegenwart eines ehrenwerten Prinzen. Sensible Seelen könnten womöglich gar von Majestätsbeleidigung sprechen, aber hier vor Heofaders Auge waren sie doch nur zwei junge Männer, die über Belangloses philosophierten und sich gegenseitig nicht direkt in die Karten blicken lassen wollen, nicht wahr? So wie Triumphe einkassiert wurden, als wären es freiwillige Steuern auf dem Rücken der ärmeren Bevölkerung, geschah es sicherlich auch mit erzählerischen Narrativen. Was sonst, als eine gezielt gestreute Deutung, könnte leichter seinen Weg in jedermanns Ohr finden um sich dort als Gedanke festzusetzen? Nein, Sebastian glaubte nicht daran, dass die Fieldings oder gar Joshua selbst diese Wege bestreiten würden. Obwohl er die Familie viel zu wenig kannte um zu erahnen, ob und wer potenziell dazu fähig sein könnte. Stattdessen war es wohl eine gewisse Blauäugigkeit, die dafür sorgte manipulatives Verhalten nicht so recht glauben zu wollen, als wäre es selbst nicht mehr, als ein Gerücht.
Doch mit dem Ende seiner Worte blitzte ein Lächeln im Mundwinkel auf, das vielleicht einen möglichen Schaden wieder kitten konnte, den sein Wagemut hätte anrichten können. Er wollte ungerne bei seiner ersten Begegnung einen schlechten Eindruck erwecken und das nicht nur aufgrund des Rangunterschieds. Er kannte Joshua nicht, aber irgendetwas an ihm sorgte dafür sich die Frage zu stellen, wer und wie er war. Ein undefiniertes Interesse wuchs.

Wenn auch weit weniger kohärent wie das seines Gegenübers, der wohl mitten im Gespräch vergessen hatte zuzuhören. Dabei schien es sehr wohl so, als hätte er Joshuas vollste Aufmerksamkeit; nur dass dessen Ohren gerade auf Durchzug geschalten hatten, weil seine Augen viel zu beschäftigt waren, entglitt dem Jüngling. Etwas an dem Blick ließ ihn nuanciert langsamer sprechen, als wollte sich eine innere Unsicherheit hervor kehren, die ihm so nicht bekannt war. Niemals war er mit solch einem faszinierten Blick angesehen worden.
Die Frage und der irritierte Ausdruck auf dem Gesicht des anderen machte deutlich, dass er seine Familiengeschichte wohl ebenso gut der Kirchenmauer hätte erzählen können. Die Falte zwischen seinen Augenbrauen konnte sowohl fragend als auch verärgert geltend, aber die nachfolgenden Worte sollten diese Unklarheit wohl bereinigen: „Sebastian“, kürzte er mit belustigtem Tonfall die langgezogene Begrüßung auf das Nötigste herunter, auf dass der Prinz vielleicht bereitwilliger war ihm zuzuhören. Natürlich hatte er keine Pflicht dazu und genau so gut hätte er ihn lediglich dazu gebrauchen können einen langen Monolog über seinen angeblichen Siegeszug über Eastergold zu führen, ohne Sebastian auch nur einmal zu Wort kommen zu lassen. Aber dieser beharrte dennoch darauf, dass er zumindest seinen Namen kannte. Selbst, wenn er ihn morgen oder in den nächsten Minuten bereits wieder aus Unachtsamkeit vergessen hätte.

Obwohl ihn sein Weg gerade aus der Kirche hätte hinaus führen sollen, drehte er sich wieder in Richtung des Inneren der Kirche, als Joshua um ihn herum gegangen war. Und wie automatisch folgte erst ein Schritt und dann der nächste. „Es war das erste Mal, dass ich auf diese Weise für die Seelen der Toten gebetet habe. Ich hoffe, die Angehörigen finden ihren Frieden und-„, er zögerte, aber mit Blick in den großen Kirchenbereich hinein, gab er sich den Ruck, denn als Krieger gab es nichts, wofür er sich zu schämen hatte. „- der Soldat wird mir meinen Hieb verzeihen. Ich habe die Absolution der Beichte erhalten, doch ich warte noch darauf, dass sie spürbar wird.“ Für einen Moment starrte Sebastian auf den Altar ins Leere und konnte sich beim besten Willen nicht mehr an das Gesicht des Mannes erinnern, den er getötet hatte. Es war so dunkel gleich schwarzem Nebel gewesen, zumindest seinem Empfinden nach, und im Nachhinein waren die Körper bereits zusammen getragen worden, dass niemand mehr hätte zuteilen können, wer wessen Opfer gewesen war. In all den Jahren seiner Ausbildung und des Kampfes, hatte er sich ironischerweise nie mit dem Tod an sich auseinander gesetzt. Weder damit, was es bedeutete jemanden zu töten noch die Frage zu stellen, wie es sich für einen selbst wohl anfühlen würde. War er dadurch nachlässig möglichen Gefahren gegenüber oder empfand er den Kampf nur als Spiel? Nein, sicherlich nicht, aber die Konsequenzen blieben fern und ungreifbar. „Verzeiht, Prinz.“
Sebastian räusperte sich und strich sich verlegen mit der rechten Hand über den Nacken, als müsse er eine lästige Verspannung daraus lösen. „Es war nicht meine Absicht Euch zu langweilen. Und meine Antwort muss Euch wohl ungenügend erscheinen“, lächelte er abermals, der Verlegenheit noch nicht ganz Herr geworden und warf seinem Gesprächskumpanen einen kurzen Blick zu. „Seid Ihr gekommen um für die Opfer zu beten?“ Etwas an der Art, wie Joshua ihn nach seinem Grund gefragt hatte, ließ Zweifel daran aufkommen, ob er selbst allzu gläubig wäre oder gar aus Ermangelung anderer Beschäftigung seinen Weg in die Kirche gefunden hatte. Doch auch hieran war es nicht an Sebastian zu urteilen. Manch ein Leben meisterte sich wunderbar darin, all das Negative dem Beichtpfarrer um die Schultern zu hängen um sich davon zu lösen. Ihm selbst fehlte diese Leichtigkeit.
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against all odds - von Sebastian Cherrington - 07-05-2024, 07:19
RE: against all odds - von Joshua Fielding - 12-05-2024, 16:15
RE: against all odds - von Sebastian Cherrington - 12-05-2024, 20:45
RE: against all odds - von Joshua Fielding - 16-05-2024, 10:44
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RE: against all odds - von Joshua Fielding - 04-06-2024, 21:48
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RE: against all odds - von Sebastian Cherrington - 13-06-2024, 16:57
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RE: against all odds - von Sebastian Cherrington - 20-06-2024, 07:52

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