23-05-2024, 21:43 - Wörter:
Die Frage, was seine Ziehschwester zu dieser späten Stunde noch außerhalb des Palastes machte, war mehr überrascht als vorwurfsvoll. Gareth hatte jedenfalls nicht damit gerechnet, Muirín hier zu treffen. Sie sah ihn an und zögerte einen Moment, als müsse sie tatsächlich überlegen, wie die Frage gemeint war.
Dann erwiderte sie grinsend und deutete nach oben, dass das atemberaubende Schauspiel am Himmel sie hier festgehalten hatte. Gareth hob den Blick und sah die letzten Spuren des roten Abendhimmels, während dünne Wolkenschleier die meisten Sterne verdeckten, ab und zu blitzte jedoch einer durch.
„Ja, es war heute Abend wirklich beeindruckend“, bestätigte Gareth und senkte wieder den Blick, als seine Ziehschwester ihm anbot, sich neben sie zu setzen. Überrascht von der Einladung musterte er Muirín kurz und legte dann den Bogen samt Köcher neben die Bank. Sie rückte zur Seite und zog ihren Umhang weg, um nicht mit den toten Kaninchen in Berührung zu kommen. Gareth lächelte, beugte sich vor und hielt ihr die Tiere vor die Nase.
„Aber Prinzessin, wer wird denn so undankbar sein? Fühl mal das weiche Fell, das gibt doch herrliche Fäustlinge für den Winter, oder?“ Seine blauen Augen blitzten schelmisch, bevor er die Beute ebenfalls neben die Bank legte und sich neben Muirín niederließ. Es war zu verlockend, die Ältere zu ärgern und zu sehen, wie sie mühsam um Fassung rang, während sie ihn innerlich verfluchte. Doch er musste zugeben, sie schaffte es meistens, gute Miene zum bösen Spiel zu machen.
Gareth rutschte etwas nach vorne auf der Bank und lehnte den Kopf zurück, um besser in den Himmel schauen zu können. Dann hob er die Arme und legte die Hände unter den Kopf auf die Lehne, um es bequemer zu haben. In dem Moment lösten sich die Wolkenschleier auf und gaben einen klaren Nachthimmel preis, an dem tausende Sterne funkelten. Eine Weile sagte keiner etwas, beide genossen stumm den Anblick.
„Erinnerst du dich, als deine Mutter uns einmal abends mit nach draußen auf die Wiese genommen hat? Da war dein Vater unterwegs. Wir haben uns in Decken gekuschelt und ein ähnliches Spektakel bestaunt wie heute. Das werde ich nie vergessen. Und auch nicht, wie Rory die ganze Zeit jammerte, dass ihm kalt sei, er Hunger habe und pinkeln müsse. Deine Mutter ist dann irgendwann mit ihm wieder reingegangen, wir drei sind aber noch lange draußen geblieben, haben uns gegenseitig versucht zu wärmen und Geschichten erzählt, bis Grian uns holte und wir uns am Ofen mit Tee und Gebäck wieder aufwärmten. Das war richtig schön gewesen.“
Gareth verstummte, starrte in den Himmel und hing seinen Gedanken nach. Irgendwann sagte er leise, mit rauer Stimme: „Sie fehlt mir auch sehr, das kannst du mir glauben, Muirín.“
Dann erwiderte sie grinsend und deutete nach oben, dass das atemberaubende Schauspiel am Himmel sie hier festgehalten hatte. Gareth hob den Blick und sah die letzten Spuren des roten Abendhimmels, während dünne Wolkenschleier die meisten Sterne verdeckten, ab und zu blitzte jedoch einer durch.
„Ja, es war heute Abend wirklich beeindruckend“, bestätigte Gareth und senkte wieder den Blick, als seine Ziehschwester ihm anbot, sich neben sie zu setzen. Überrascht von der Einladung musterte er Muirín kurz und legte dann den Bogen samt Köcher neben die Bank. Sie rückte zur Seite und zog ihren Umhang weg, um nicht mit den toten Kaninchen in Berührung zu kommen. Gareth lächelte, beugte sich vor und hielt ihr die Tiere vor die Nase.
„Aber Prinzessin, wer wird denn so undankbar sein? Fühl mal das weiche Fell, das gibt doch herrliche Fäustlinge für den Winter, oder?“ Seine blauen Augen blitzten schelmisch, bevor er die Beute ebenfalls neben die Bank legte und sich neben Muirín niederließ. Es war zu verlockend, die Ältere zu ärgern und zu sehen, wie sie mühsam um Fassung rang, während sie ihn innerlich verfluchte. Doch er musste zugeben, sie schaffte es meistens, gute Miene zum bösen Spiel zu machen.
Gareth rutschte etwas nach vorne auf der Bank und lehnte den Kopf zurück, um besser in den Himmel schauen zu können. Dann hob er die Arme und legte die Hände unter den Kopf auf die Lehne, um es bequemer zu haben. In dem Moment lösten sich die Wolkenschleier auf und gaben einen klaren Nachthimmel preis, an dem tausende Sterne funkelten. Eine Weile sagte keiner etwas, beide genossen stumm den Anblick.
„Erinnerst du dich, als deine Mutter uns einmal abends mit nach draußen auf die Wiese genommen hat? Da war dein Vater unterwegs. Wir haben uns in Decken gekuschelt und ein ähnliches Spektakel bestaunt wie heute. Das werde ich nie vergessen. Und auch nicht, wie Rory die ganze Zeit jammerte, dass ihm kalt sei, er Hunger habe und pinkeln müsse. Deine Mutter ist dann irgendwann mit ihm wieder reingegangen, wir drei sind aber noch lange draußen geblieben, haben uns gegenseitig versucht zu wärmen und Geschichten erzählt, bis Grian uns holte und wir uns am Ofen mit Tee und Gebäck wieder aufwärmten. Das war richtig schön gewesen.“
Gareth verstummte, starrte in den Himmel und hing seinen Gedanken nach. Irgendwann sagte er leise, mit rauer Stimme: „Sie fehlt mir auch sehr, das kannst du mir glauben, Muirín.“
