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the storm came on before its time
16.08.1016 - 20:00
Lager der Sommerländer am Rand der Stadt
Rana Shadid Khaled bin Sharif

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Khaled bin Sharif
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#4
Am liebsten hätte er Zara geküsst. Und ihn erschreckte der Gedanke, oder der Wunsch, der ihn wie aus dem Nichts überfallen hatte, keineswegs. Und dennoch war er so groß, so mächtig, so pochend und so hell, dass er sich weder wegschieben, also bewegen, ließ, und ihn auch nichts anderes in den Schatten stellen konnte. Nicht einmal, dass Zara ihm ihre Hand wieder entzog und sie reichlich unversöhnlich reagierte. Dass sie seine Nähe nicht weiter suchte, sondern ihren Unmut über das Essen äußerte, vermochte den prominenten Wunsch in Khaled nicht zu verdrängen.
Er wollte sie küssen.
Er wollte seine Finger durch ihr Haar gleiten lassen, und seine Hand an ihre Hüfte legen. Sacht wollte er seinen Daumen um ihre Wange spielen lassen, wollte auf der ebenmäßigen Haut Kreise zeichnen, deren Linien seine Lippen später folgen würden. Er wollte ihr so nah sein, dass ihm ihr unverkennbarer Duft in die Nase stieg und ihn einhüllte in behaglicher Vertrautheit. Er wollte die Sehnsucht in ihm, die ihn nach ihrer Wärme verlangen ließ, gestillt wissen. Er wollte eintauchen in Zara, wollte ihren Namen liebevoll flüstern, bis es nur noch ihr Name war, um den sie sich seine Gedanken drehten.

Beinahe missbilligend verzog Khaled seinen Mund. Nicht wegen Zara, die sich ihm entzogen hatte, sondern wegen sich selbst. Ausgerechnet an diesem Tag war auch er zu spät zur Essensausgabe gekommen, weil ihn der Truppenführer aus der Kampfsequenz, die sie geprobt und simuliert hatten, nicht hatte austreten lassen. Mit einem schier sadistischen Vergnügen hatten sie dieselben Bewegungsmuster immer wieder wiederholt, und nicht nur Khaled war an deren Ende erschöpft auf der Wiese gelegen. Nicht nur er hatte sich Zeit nehmen müssen, Atem zu holen und seinen Muskeln eine kurze Pause zu gönnen. Auch seine Kameraden waren nach diesen Manövern einer gewissen Lethargie verfallen, die ihnen wertvolle Zeit gekostet hatte, weshalb sie schlussendlich zu spät gekommen waren.
Und es ärgerte Khaled, weil er üblicherweise sicher ging, dass Zara ihre Ration erhielt. Aus den Schatten heraus beobachtete er sie, wenn sie an der Reihe war, ihre Schüssel hinzuhalten und sich die abgemessene Menge in sie hineingeben zu lassen. In die Schatten zog er sich dann wieder zurück.

Seufzend streckte der Schatten seinen Hals durch und lehnte vertrauensvoll seinen Kopf inniger an die Stoffbahn, die ihn ohne Widerrede hielt. „Hör auf damit!“, bat er Zara, „Sonst läuft mir das Wasser im Mund zusammen und du siehst mich sabbern.“ Unauffällig glitten Khaleds Finger durch eine unsichtbare Öffnung in die Falten seiner Tunika. Wenn er auch sonst kaum etwas für Castandors Weg, das Gesinde zu kleiden, übrighatte, so stellte es sich doch hin und wieder als recht praktisch heraus. Es war luftig und leicht, lag kaum irgendwo eng an – und weil alle Soldaten dasselbe trugen, fiel man als ein Mann, der von einem durchschnittlichen Äußeren war, kaum auf.
So tasteten sich seine Finger um das mit Bienenwachs überzogene Einschlagtuch und schoben das, was darunter verborgen lag, an seine Handfläche.
„Und das würde ich nicht wollen.“, fuhr Khaled fort, der sein Gesicht in die untergehende Sonne gereckt hatte, und seine Augen zu diesem Zweck auch geschlossen. Seine Stimme hatte einen tiefen, ruhigen Ton angenommen. Ein Lächeln umspielte seine Mundwinkel. „Ich will nicht, dass du mich für einen Hund hältst.“
Khaled zog seine Hand zurück. In ihrer Innenfläche barg sie etwas, das sie einem höherrangigen Soldaten entwendet hatte. Sie barg die Fürsorge einer Ehefrau, die ihrem Gatten für seinen langen Tag unter ungehobelten Gesellen eine gebackene Pastete in einem Einschlagtuch, überzogen von Wachs, mitgegeben hatte. Seine Intuition folgend, weil er nicht hinsah, fand Khaled anschließend Zaras Hand, die noch in ihrem Schoß lag, und die Spitzen seiner Finger umkreisten die ihren, bis sie sich leicht geöffnet hatten, und er sowohl seine Finger als auch das Päckchen in Zaras Hand legen konnte.
Sein Geschenk an sie ließ er los und er zog sich zurück, bettete seine Hand wieder auf seinen Schenkel und spürte der ausklingenden Hitze dieses Tages nach.
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RE: the storm came on before its time - von Khaled bin Sharif - 28-04-2024, 20:41
RE: the storm came on before its time - von Rana Shadid - 18-05-2024, 11:56
RE: the storm came on before its time - von Khaled bin Sharif - 07-06-2024, 21:11
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RE: the storm came on before its time - von Khaled bin Sharif - 28-06-2024, 19:57
RE: the storm came on before its time - von Rana Shadid - 20-07-2024, 07:06
RE: the storm came on before its time - von Khaled bin Sharif - 20-08-2024, 19:42

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