09-06-2024, 13:51 - Wörter:
Ilyas war generell jemand, der seine Privatsphäre wahrte. Gerne würde er sicher sagen wie die Staatsgeheimnisse aus dem Palast, aber Devan wäre nicht hier, wäre Ilyas nicht der, der er nunmal war und dessen Versprechen und Schwüre zur Loyalität gegenüber seines Monarchen schon lange nicht mehr galten.
Das war anders gewesen - vor Jahren. Vielen Jahren. Als Ilyas Hoffnung in den fast gleichaltrigen Ridvan setzte und sich viel davon versprach einen nahezu Verbündeten auf dem Thron zu wissen, den er sein Leben lang kannte und von dessen Bereitschaft sich von guten Beratern lenken zu lassen, er einst überzeugt war. Damals. Bevor Ridvan Gespenster sah und seine Ängste und Paranoia die Oberhand gewannen und den Herrscher von seinem Volk entfernten.
Er hatte nie einen so nahen Draht aufbauen können, wie der El Mansouri es sich erhoffte von einem jungen, vermeintlich lenkbaren und aufgeschlossenen Herrscher…nein, Ridvan wurde mit jedem Jahr mehr ein weiterer Sargnagel des Volkes und Ilyas hatte Angst um die Menschen in der hölzernen Kiste, denen langsam die Luft ausging.
Devan musste nicht mehr über Ilyas wissen als nötig. Es lag nicht unbedingt an ähnlicher Paranoia wie er sie Ridvan unterstellte. Der Amra war durchaus gewillt zu vertrauen, nur war Vertrauen etwas das wachsen musste und nicht von heute auf morgen geschah und schlichtweg auch nicht jedem gleichsam zuteil wurde. Devan vertraute er insofern schon, dass er ihn in sein Heim ließ. Das war ein Vorschuss an Vertrauen, das längst nicht jeder bekam.
Ilyas quittierte Dekans schonungslose Art das Gespräch direkt auf den Punkt zu bringen mit einem mageren, aber nicht verstimmten Schmunzeln, das der andere allerdings nicht sehen konnte, weil er ihnen just Wein und Wasser einschenkte. Er mochte es, wenn Menschen nicht lange um den heissen Brei redeten…wenn es allerdings um einen selbst ging, fühlte es sich gleich anders an. Nichtsdestotrotz traf es die Fakten. „Du kommst genau richtig.“, entgegnete er. Da gab es nichts vorzubereiten. Wäre er auf der Flucht, wäre diese ausnahmsweise und untypische für ihn sicher eher kopflos gewesen, aber Ilyas stellte sich dem Unausweichlichen in Form dieser Ehe. Was nicht bedeutete, dass er einen großen Tamtam darum machte. Im Gegenteil, er hatte sich darauf verlassen zu delegieren wie er es immer tat…Kleidung, Schmuck und alles weitere wurde von den Frauen und Zuständigen des Palastes oder seiner Mutter übernommen - war es nicht so, dass diese Ereignisse dem langweiligen Leben von Frauen Freude bereiteten?!
„Amira. Die Gesellschafterin der Königin“, man könnte es Freundin nennen, aber Ilyas war der Meinung, dass es keine wirkliche Freundschaft zwischen Monarchen und Gewöhnlichen gab, also blieb er bei der offiziellen Bezeichnung. Er verzichtete darauf zu bekunden, dass das Mädchen seine eigene Tochter sein könnte, das wusste der Amra-Bruder gewiss selbst.
Mit Wein und Wasser in sauberen Kelchen kehrte er an diesen heran zurück. Er prostete ihm zu, als wäre auch dessen Getränk von edlem Tropfen und gemessen an der Qualität des Wassers in den Brunnen draussen, mochte das auch der Fall sein. „Danke, dass du gekommen bist und auf die großen, sonderbaren…(nicht wunderbaren) Veränderungen“, sprach er sich aus und nahm einen Schluck des dunkelroten Weins. „Ich habe dich hergebeten, weil ich eine Bitte habe. Das….(Mädchen)…. Meine Frau wird mich nach Kings Portal begleiten, ich halte die Lage dort für sicher, zumindest für die nächsten Wochen. Sicherer als wenn sie sich hier in meinem Haus bewegt“, was nicht die Sicherheit seines eigenen Hauses betraf, sondern eher das was Ilyas selber verbarg. „Sollten sich die Umstände dort aber absehbar ändern, möchte ich jemanden, der sie sicher zurück nach Dharan-al-Bahr und in den Schutz des Palastes bringt. Ich möchte dich gerne mit dieser Aufgabe betrauen, Bruder“, er sah ihn aufmerksam an und legte ihm die Hand an den Oberarm. „Aber ich habe auch mehr Verwendung für dich in dem stinkenden Loch des Großkönigs, wenn du einwilligst…“
Das war anders gewesen - vor Jahren. Vielen Jahren. Als Ilyas Hoffnung in den fast gleichaltrigen Ridvan setzte und sich viel davon versprach einen nahezu Verbündeten auf dem Thron zu wissen, den er sein Leben lang kannte und von dessen Bereitschaft sich von guten Beratern lenken zu lassen, er einst überzeugt war. Damals. Bevor Ridvan Gespenster sah und seine Ängste und Paranoia die Oberhand gewannen und den Herrscher von seinem Volk entfernten.
Er hatte nie einen so nahen Draht aufbauen können, wie der El Mansouri es sich erhoffte von einem jungen, vermeintlich lenkbaren und aufgeschlossenen Herrscher…nein, Ridvan wurde mit jedem Jahr mehr ein weiterer Sargnagel des Volkes und Ilyas hatte Angst um die Menschen in der hölzernen Kiste, denen langsam die Luft ausging.
Devan musste nicht mehr über Ilyas wissen als nötig. Es lag nicht unbedingt an ähnlicher Paranoia wie er sie Ridvan unterstellte. Der Amra war durchaus gewillt zu vertrauen, nur war Vertrauen etwas das wachsen musste und nicht von heute auf morgen geschah und schlichtweg auch nicht jedem gleichsam zuteil wurde. Devan vertraute er insofern schon, dass er ihn in sein Heim ließ. Das war ein Vorschuss an Vertrauen, das längst nicht jeder bekam.
Ilyas quittierte Dekans schonungslose Art das Gespräch direkt auf den Punkt zu bringen mit einem mageren, aber nicht verstimmten Schmunzeln, das der andere allerdings nicht sehen konnte, weil er ihnen just Wein und Wasser einschenkte. Er mochte es, wenn Menschen nicht lange um den heissen Brei redeten…wenn es allerdings um einen selbst ging, fühlte es sich gleich anders an. Nichtsdestotrotz traf es die Fakten. „Du kommst genau richtig.“, entgegnete er. Da gab es nichts vorzubereiten. Wäre er auf der Flucht, wäre diese ausnahmsweise und untypische für ihn sicher eher kopflos gewesen, aber Ilyas stellte sich dem Unausweichlichen in Form dieser Ehe. Was nicht bedeutete, dass er einen großen Tamtam darum machte. Im Gegenteil, er hatte sich darauf verlassen zu delegieren wie er es immer tat…Kleidung, Schmuck und alles weitere wurde von den Frauen und Zuständigen des Palastes oder seiner Mutter übernommen - war es nicht so, dass diese Ereignisse dem langweiligen Leben von Frauen Freude bereiteten?!
„Amira. Die Gesellschafterin der Königin“, man könnte es Freundin nennen, aber Ilyas war der Meinung, dass es keine wirkliche Freundschaft zwischen Monarchen und Gewöhnlichen gab, also blieb er bei der offiziellen Bezeichnung. Er verzichtete darauf zu bekunden, dass das Mädchen seine eigene Tochter sein könnte, das wusste der Amra-Bruder gewiss selbst.
Mit Wein und Wasser in sauberen Kelchen kehrte er an diesen heran zurück. Er prostete ihm zu, als wäre auch dessen Getränk von edlem Tropfen und gemessen an der Qualität des Wassers in den Brunnen draussen, mochte das auch der Fall sein. „Danke, dass du gekommen bist und auf die großen, sonderbaren…(nicht wunderbaren) Veränderungen“, sprach er sich aus und nahm einen Schluck des dunkelroten Weins. „Ich habe dich hergebeten, weil ich eine Bitte habe. Das….(Mädchen)…. Meine Frau wird mich nach Kings Portal begleiten, ich halte die Lage dort für sicher, zumindest für die nächsten Wochen. Sicherer als wenn sie sich hier in meinem Haus bewegt“, was nicht die Sicherheit seines eigenen Hauses betraf, sondern eher das was Ilyas selber verbarg. „Sollten sich die Umstände dort aber absehbar ändern, möchte ich jemanden, der sie sicher zurück nach Dharan-al-Bahr und in den Schutz des Palastes bringt. Ich möchte dich gerne mit dieser Aufgabe betrauen, Bruder“, er sah ihn aufmerksam an und legte ihm die Hand an den Oberarm. „Aber ich habe auch mehr Verwendung für dich in dem stinkenden Loch des Großkönigs, wenn du einwilligst…“
