20-06-2024, 07:52 - Wörter:
Alte Gerüchte über einen ausschweifenden Prinzen und neue die genutzt werden sollten, um den Kriegsgewinn zum Vorteil seiner Reputation zu nutzen, die städtische Zuschaustellung seiner Anteilnahme an dem Elend der Bevölkerung und nun die lapidare Feststellung. Wäre es zu früh die Einschätzung zu treffen, dass Joshua unglücklich war? Sebastian hatte schon immer Fragen nach dem Warum in den Verhaltensweisen anderer gestellt, wohl auch deswegen, da bei ihm kein Titel oder Rang als Schild davor gehalten werden konnte, um sich auf, so sei der Adel und anderes auszureden. Joshua war ebenso ein jüngerer Bruder und musste dennoch den Vorstellungen entsprechen, derer Bürde wohl kaum erahnt werden konnte, wenn man sich nicht in der gleichen Situation befand. Sebastian hatte sich immer danach gesehnt ein Ritter zu werden, mit all den Pflichten, die es dabei zu tragen ging, doch es wäre seine freiwillige Entscheidung gewesen. Der Prinz konnte sich seine Rolle nicht aussuchen.
Umso stärker war die empfundene Freude darüber, ihm wenigstens ein paar Minuten diese Last vergessen zu lassen. Sie waren einander gute Gesellschaft, wahrlich. Und natürlich fühlte er sich von dem Lob geschmeichelt und sah es zugleich als eine Herausforderung die gesetzten Ziele zu erreichen, um ihn nicht zu enttäuschen. Denn es sprach doch eigentlich so viel dafür, eines Tages wieder gemeinsame Zeit miteinander zu verbringen. Auch wenn sich der Soldat selbst für seine Blicke rügte und genau diese wohl Grund sein sollten, nicht in diese Stadt zurück zu kehren.
„Es wäre mir eine Ehre, Eure Lordschaft, solltet Ihr ein wenig Eurer kostbaren Zeit für einen einfachen Mann wie mich erübrigen können“, war der Prinz nicht der einzige, der die gehobene Sprache beherrschte, und doch konnte sich der Blondschopf des Schmunzelns nicht verwehren. So oft hatten sich die überkorrekten Formulierungen und Phrasen in Ernst und Selbstverständlichkeit gebildet, waren mehr als angemessen und gar Voraussetzung dafür niemanden zu beleidigen, jetzt war es kaum mehr ein Stilmittel für sie beide an ihren Rollen festzuhalten, als wären sie nichts weiter als Hüllen der Repräsentation.
Doch schnelleren Weges als gedacht waren sie bei den Fieldings wieder angekommen, und so beschließ auch Joshua ihn darüber im Unklaren zu lassen, ob seine Tavernenwahl gut oder schlecht ankäme. Ein taxierender Blick versuchte aus den Worten und der Mimik dazu zu erforschen, ob er hier schlichtweg eine geheime Botschaft übersehen hatte, doch Sebastian wagte es nicht zu urteilen. Somit verneigte er sich ein Stück der Höflichkeit wegen und übergab dem Pferd das Kerngehäuse seiner Birne zum Abschied; behielt das Bedauern darüber, dass sich ihre Wege bereits trennten, für sich. „Gehabt Euch Wohl, Prinz.“
Für einen kurzen Moment blieb war stehen und besah sich, wie Prinz mit seinem edlen Ross hinter den Mauern des Anwesens verschwinden würden, als wolle er nur sicher gehen, dass nicht plötzlich ein übler Geselle hinter einer Häuserfront hervor springen und ihn bedrohen wolle. Unabsichtlich aber mit einem leichten Lächeln auf den Lippen, bereits in Erinnerung an das, was die letzten Minuten geschehen war, bevor er sich abwandte und zur Räson rief. Sein Fokus hatte auf anderen Dingen zu liegen.
Und somit hatte Sebastian den restlichen Tag damit verbracht durch die Stadt zu gehen und eine Bestandsaufnahme von den Zerstörungen, den Hiergebliebenen und Neuhinzugekommenen zu machen und die Wege und Orte kennen zu lernen. Mit einigen Passanten waren Worte gewechselt worden, obwohl er sich nicht vorschnell in seiner zukünftigen Position vorgestellt hatte, sondern stattdessen sich nach dem alltäglichen Wohl erkundigte und Informationen sammelte. Erst zum Abend hin besuchte er sein Quartier um sich frisch zu machen und die Waffen abzulegen, denn nun wog das Schwert doch an der Seite seiner Hüfte und wollte es für die nächsten Stunden nicht mehr tragen. Die Abreise war zwar für die Morgenstunden des nächsten Tages angesetzt, doch er hatte noch ein Versprechen einzulösen, das er vorhatte einzuhalten.
Somit kleidete sich Sebastian in zivil und unauffällig mit einem dunkelbraunen Wams, als er durch die mit Fackeln erhellten Straßen spazierte und die erwähnte Taverne zum Ziel hatte. Die Erkundungstour des Tages ließ ihn auch bei dem schlechten Licht problemlos den Weg finden.
Trotz oder gerade gewesen der kriegerischen Unruhen war die Stimmung gut. Ein wandernder Barde gab seine Gesänge unter Begleitung einer Laute zum Besten und befeuerte die Stimmung der Einigkeit und Erholung. Es erschien beinahe der Eindruck, dass der einfachen Bevölkerung einerlei wäre, welcher Herrscher in den hohen Mauern des Anwesens saß, denn ihr Leben ginge im gleichen Maße weiter und würde die selben Anforderungen an sie stellen. Manch einem nun bekannten Gesicht konnte zur Begrüßung zugenickt werden, manch eine Hand grüßend auf der Schulter, aber abseits vom Smalltalk hielt sich Sebastian zurück.
Entgegen der Wahl an der Bar zu sitzen, nahm er auf dem Stuhl an einem der kleinen runden Tische Platz und kostete den köstlichen Met aus dem hölzernen Krug. Gut gekühlt und erfrischend, belebte es den vom Tag müde gewordenen Geist und sorgte für Entspannung. Unerwartet beschloss eine junge brünette Frau ihm Gesellschaft leisten zu wollen, schon gut angeheitert von dem billigen Wein in ihrem Kelch und wollte gerne von der Schlacht hören, die ihr Haus unbehelligt gelassen hatte. Eve, die Tochter des Schlossers, akzentuierte zwar manch eine Avance, die Sebastian jedoch überging als hätte er sie nicht bemerkt. Genau so, wie ihre Hand an seinem Unterarm, als er gerade davon erzählte, wie beeindruckend es gewesen war, die ersten Sonnenstrahlen über den Zinnen der Stadt aufgehen zu sehen. Und obwohl er erzählte hatte, war es bei weitem nicht so vertraulich wie mit seinem Gespräch am Nachmittag und ließ ihn viel eher den Gedanken erwägen, dann und wann zum Schein einen Ring zum Tragen, als könne es solche Momente wie diese eindämmen. Denn er bemerkte wohl, wie ihr Blick aus den dunklen Augen zu wandern begann und sicher ein oder zwei Gedanken abdrifteten, so dass Sebastian noch einen Schluck aus dem Krug nahm und lieber seinen Blick auf den Barden fixierte.
Umso stärker war die empfundene Freude darüber, ihm wenigstens ein paar Minuten diese Last vergessen zu lassen. Sie waren einander gute Gesellschaft, wahrlich. Und natürlich fühlte er sich von dem Lob geschmeichelt und sah es zugleich als eine Herausforderung die gesetzten Ziele zu erreichen, um ihn nicht zu enttäuschen. Denn es sprach doch eigentlich so viel dafür, eines Tages wieder gemeinsame Zeit miteinander zu verbringen. Auch wenn sich der Soldat selbst für seine Blicke rügte und genau diese wohl Grund sein sollten, nicht in diese Stadt zurück zu kehren.
„Es wäre mir eine Ehre, Eure Lordschaft, solltet Ihr ein wenig Eurer kostbaren Zeit für einen einfachen Mann wie mich erübrigen können“, war der Prinz nicht der einzige, der die gehobene Sprache beherrschte, und doch konnte sich der Blondschopf des Schmunzelns nicht verwehren. So oft hatten sich die überkorrekten Formulierungen und Phrasen in Ernst und Selbstverständlichkeit gebildet, waren mehr als angemessen und gar Voraussetzung dafür niemanden zu beleidigen, jetzt war es kaum mehr ein Stilmittel für sie beide an ihren Rollen festzuhalten, als wären sie nichts weiter als Hüllen der Repräsentation.
Doch schnelleren Weges als gedacht waren sie bei den Fieldings wieder angekommen, und so beschließ auch Joshua ihn darüber im Unklaren zu lassen, ob seine Tavernenwahl gut oder schlecht ankäme. Ein taxierender Blick versuchte aus den Worten und der Mimik dazu zu erforschen, ob er hier schlichtweg eine geheime Botschaft übersehen hatte, doch Sebastian wagte es nicht zu urteilen. Somit verneigte er sich ein Stück der Höflichkeit wegen und übergab dem Pferd das Kerngehäuse seiner Birne zum Abschied; behielt das Bedauern darüber, dass sich ihre Wege bereits trennten, für sich. „Gehabt Euch Wohl, Prinz.“
Für einen kurzen Moment blieb war stehen und besah sich, wie Prinz mit seinem edlen Ross hinter den Mauern des Anwesens verschwinden würden, als wolle er nur sicher gehen, dass nicht plötzlich ein übler Geselle hinter einer Häuserfront hervor springen und ihn bedrohen wolle. Unabsichtlich aber mit einem leichten Lächeln auf den Lippen, bereits in Erinnerung an das, was die letzten Minuten geschehen war, bevor er sich abwandte und zur Räson rief. Sein Fokus hatte auf anderen Dingen zu liegen.
Und somit hatte Sebastian den restlichen Tag damit verbracht durch die Stadt zu gehen und eine Bestandsaufnahme von den Zerstörungen, den Hiergebliebenen und Neuhinzugekommenen zu machen und die Wege und Orte kennen zu lernen. Mit einigen Passanten waren Worte gewechselt worden, obwohl er sich nicht vorschnell in seiner zukünftigen Position vorgestellt hatte, sondern stattdessen sich nach dem alltäglichen Wohl erkundigte und Informationen sammelte. Erst zum Abend hin besuchte er sein Quartier um sich frisch zu machen und die Waffen abzulegen, denn nun wog das Schwert doch an der Seite seiner Hüfte und wollte es für die nächsten Stunden nicht mehr tragen. Die Abreise war zwar für die Morgenstunden des nächsten Tages angesetzt, doch er hatte noch ein Versprechen einzulösen, das er vorhatte einzuhalten.
Somit kleidete sich Sebastian in zivil und unauffällig mit einem dunkelbraunen Wams, als er durch die mit Fackeln erhellten Straßen spazierte und die erwähnte Taverne zum Ziel hatte. Die Erkundungstour des Tages ließ ihn auch bei dem schlechten Licht problemlos den Weg finden.
Trotz oder gerade gewesen der kriegerischen Unruhen war die Stimmung gut. Ein wandernder Barde gab seine Gesänge unter Begleitung einer Laute zum Besten und befeuerte die Stimmung der Einigkeit und Erholung. Es erschien beinahe der Eindruck, dass der einfachen Bevölkerung einerlei wäre, welcher Herrscher in den hohen Mauern des Anwesens saß, denn ihr Leben ginge im gleichen Maße weiter und würde die selben Anforderungen an sie stellen. Manch einem nun bekannten Gesicht konnte zur Begrüßung zugenickt werden, manch eine Hand grüßend auf der Schulter, aber abseits vom Smalltalk hielt sich Sebastian zurück.
Entgegen der Wahl an der Bar zu sitzen, nahm er auf dem Stuhl an einem der kleinen runden Tische Platz und kostete den köstlichen Met aus dem hölzernen Krug. Gut gekühlt und erfrischend, belebte es den vom Tag müde gewordenen Geist und sorgte für Entspannung. Unerwartet beschloss eine junge brünette Frau ihm Gesellschaft leisten zu wollen, schon gut angeheitert von dem billigen Wein in ihrem Kelch und wollte gerne von der Schlacht hören, die ihr Haus unbehelligt gelassen hatte. Eve, die Tochter des Schlossers, akzentuierte zwar manch eine Avance, die Sebastian jedoch überging als hätte er sie nicht bemerkt. Genau so, wie ihre Hand an seinem Unterarm, als er gerade davon erzählte, wie beeindruckend es gewesen war, die ersten Sonnenstrahlen über den Zinnen der Stadt aufgehen zu sehen. Und obwohl er erzählte hatte, war es bei weitem nicht so vertraulich wie mit seinem Gespräch am Nachmittag und ließ ihn viel eher den Gedanken erwägen, dann und wann zum Schein einen Ring zum Tragen, als könne es solche Momente wie diese eindämmen. Denn er bemerkte wohl, wie ihr Blick aus den dunklen Augen zu wandern begann und sicher ein oder zwei Gedanken abdrifteten, so dass Sebastian noch einen Schluck aus dem Krug nahm und lieber seinen Blick auf den Barden fixierte.
