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Anything at all
15.08.1016 - 17:00
Ruby Veil | Gemächer
Trigger: Prostitution | Traumata
Belisarius Caderitor Skadi Lykgaard

Unregistered
Skadi Lykgaard
Alter
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User
#6
Kurze Momente der Nähe, so flüchtig wie der Rauch von verbrannter Myrrhe und Kräutern, der duftschwanger aus der kleinen Schale mit glühender Kohle emporstieg, die beinahe gedankenverloren an einer Kette von der Decke baumelte und den Raum erfüllte mit den Gerüchen ferner Länder, waren viel zu selten zwischen ihnen beiden gesät. Und doch, ebenso wie der sich kräuselnde Rauch, der verschlungene Formen in die leere Luft zauberte, waren sie doch so intensiv und berauschend, dass es fast unmöglich schien, sie öfters genießen zu können. Zwischen der Traumdiebin und ihrem von Herzen geliebtem Schattenfalken war jedes Zusammentreffen wie ein unausgesprochener Schwur um eine Zukunft, von der sie beide wussten, dass sie niemals wahr werden würde, nicht wahr werden konnte. Aber war es nicht schön für einige, wenige, makellose Augenblicke dieser unsterblichen Fantasie nachhängen zu dürfen? Einfach zu sein, im hier und jetzt und zu tun, als wäre die Welt vor den Türen des Bordells unwichtig und nichtig.

Skadis Wesen war an ihn gebunden, so eng und verworren, dass niemand den Knoten zu lösen vermögen würde, außer man nahm eine scharfgeschliffene Klinge und hieb ihn gewaltsam entzwei. Dies, allerdings, würde das Ende der Schattentänzerin bedeuten. Ein bitteres, unabwendbares Ende, unumkehrliche Vernichtung ihres Atems und ihres Pulsschlags. Daran wollte sie nicht denken, nicht solange er in Fleisch und Blut vor ihr stand, so nah, dass sie die Wärme seiner Haut selbst durch alle Lagen ihrer Gewänder hindurch spüren konnte. Es war nicht verwunderlich, dass ihr Körper darauf reagierte, in sehnsuchtsvoller Vorahnung auf eine Umarmung, einen Kuss, ein Lächeln, auf eine Vereinigung, die inniger war als die mit einem Freier und doch weit weniger lüstern und körperlich. Ihre Finger kribbelten vor Verlangen ihn berühren zu wollen und unter den vielen Lagen durchsichtigen Stoffes unterschiedlichster dunkler Rottöne überzog eine freudige Gänsehaut ihren Körper vom Hals bis zu den Zehen.

In ihrem weichen Blick der nachtschwarzen Augen lag ein glosendes Feuer, wärmend, nicht vernichtend, umhüllend, nicht verheerend. Nur für ihn. Sie schenkte ihm ein Lächeln voller Vertrauen und Versicherung, dass sie beide niemals getrennt werden würden, nicht durch Unehrlichkeiten und Verschwiegenheit, nicht durch Verrat oder Ränkespiel, egal wie viele Kilometer oder Stunden zwischen ihnen liegen würden. Das Band, das das Schicksal zwischen ihnen geknüpft hatte, jedes gemeinsame Jahr fester und enger als zuvor, würde sie immer wieder zusammenfinden lassen. Skadi öffnete leicht ihre Lippen, ließ zwischen ihnen einen leisen Seufzer entfliehen, der klagend davon zeugte, wie sehr sie sich doch nach der Vereinigung mit den seinen verzehrte. Es war wahrlich nicht leicht sich ihm doch noch ein wenig fernzuhalten. Das Knistern zwischen ihnen beiden war förmlich zu spüren und dröhnte wie ein helles Glockenspiel in ihren Ohren. Jedes Mal war es dasselbe, wenn Belisarius endlich wieder in ihren Räumlichkeiten eingekehrt war. Er, dessen Leben voller Krieg und Blut war, trat in ihre Kammer strahlend wie ein Gott, dessen Anwesenheit ihre volle Aufmerksamkeit verlangte, dem sie am liebsten anbetend zu Füßen liegen würde. Wie in den Sagen und Legenden aber war seine gleißende Gegenwart fast zu blendend, zu unwirklich, um erfasst zu werden.

Gemeinsam kämpften sie um Fassung sich nicht augenblicklich in die Hände zu fallen, sich zu berühren, zu erforschen und sich den Freuden körperlicher Nähe hinzugeben. Auch dies war oft genug Teil ihrer Vergangenheit, bis heute glich ihr Zusammenleben einem Versteckspiel, erst vor sich selbst, vor den eigenen Gefühlen und Bedürfnissen, den ganz persönlichen Ängsten und Zweifeln. Aber auch nach außen hin durfte es keinen Hinweis geben auf die innige Liebe zwischen dem kaltherzigen Kriegstreiber und der wollüstigen Hure, nichts durfte verraten, welche Schwachstelle sie doch füreinander waren. Das Angebot zu einem wohlmundigen Getränk trennte sie für ein paar Schritte, eine schmerzhafte Entfernung und doch eine Erleichterung und Ablenkung gegen die andauernde, anhaltende und anregende Sehnsucht.

“Du hast mich gelehrt auch die kleinen Genüsse des Lebens zu schätzen, vor allem, wenn mir die großen Befriedigungen verwehrt bleiben.“ schmunzelte sie ein wenig neckend und ließ in ihren Worten doch eine kleine Klage mitschwingen. Sich von ihm zu trennen, jedes Mal aufs Neue, zu hoffen, dass er die Regelmäßigkeit seiner Besuche nicht vergessen würde und tatenlos darauf warten zu müssen, dass sie wieder seine Nähe geschenkt bekam, das war für sie schlimmer als jede nur erdenkliche Folter. Grazil und anmutig, mit fließenden Bewegungen, ließ sie den grünlichschimmernden Tee in zwei hauchdünne Porzellantassen fließen und sofort mischte sich zum Weihrauchgeruch der Räucherschale ein herb, florales Aroma, das von Frühling und Licht kündete. “Aber natürlich doch, mein stattlicher Schattenfalke“ raunte ihre Stimme selbst so süß wie der Honig, der nun dickflüssig und golden vom Löffel in die Tassen tropfte. “Madame Iulia wundert sich schon, für welche abstruse Liebesspiele ich denn so viel Honig verbrauche, sooft wie ich ihn bestelle.“ grinst sie belustigt. “Aber ich habe immer ein Glas für dich hier und wenn du nicht da bist, erinnert er mich an dich, wenn ich davon nasche.“ nahm sie zu ihm gewandt demonstrativ den Löffel in den Mund, um ihre Worte zu bestärken.

Mit geschlossenen Augen verlor sie sich für einen kurzen Moment in der Süße des Bienengeschenks, wünschte sich so sehr es wären seine Lippen, die doch ebenso köstlich schmeckten. Seine Stimme war es, seine Offenbarung, die viel schwerer wog als jene drei banalen Worte, die sich die dummen Mädchen doch so sehr wünschten, die ihr die Röte in die Wangen trieb. Er vermisste sie. Hastig hob und senkte sich ihre Brust, erregt durch die Bestätigung ihrer Gefühle füreinander. Sie nickte nur, legte den Löffel beiseite und hastete flinkfüßig zu ihm. Und endlich stand sie wieder eng vor ihm, der Blick mit seinem verquickt, unmöglich ihn von seinen Augen, seinem Lächeln, zu nehmen. “Ich bin nicht ganz, wenn du nicht bei mir bist“ öffnete sie ihm nun auch mit leisem Flüstern ihr Herz, während ihre Finger geübt seinen Waffengurt lösten. Wie einfach wäre es nun ihm noch andere Kleidungsstücke abzunehmen, endlich Haut an Haut zu spüren, an seine Seite zu verschmelzen. Doch sie hielt sich zurück, musste sich zwingen, sich beschränken, sich kontrollieren, so schwer es ihr auch fiel. Die Traumdiebin durfte ihren Traum nicht ausleben. Nur eine kleine Berührung stahl sie ihm, als ihre Finger verstohlen ein wenig seine Seiten hoch streichelten, gedankenverloren, wagten sie nicht mehr, sondern drängten wieder auf eine Trennung.

“Setz dich, mach es dir bequem, dann helf ich dir noch aus den Schuhen.“ Hier sollte er Ruhe finden, Entspannung und Kraft für eine neue Auseinandersetzung mit den Qualen seines Alltags. Hier konnte er ablegen, was ihn beschäftigte und mit ihr teilen, was ihn belastete. Sie war da für ihn, für all seine Belangen, egal ob geistig oder körperlich. Als er sich auf der Polsterstatt niedergelassen hatte, kam sie zu ihm mit den beiden Tassen gesüßten Tees, die sie auf einem kleinen Beistelltischchen, kaum ein drei Fuß hoch, abstellte. “Und wenn du willst, erzähl mir von deinem Tag, du weißt, du findest bei mir immer ein offenes Ohr für all deine Sorgen und Freuden, mein liebster Nachtkönig.“ kniete sie sich zu seinen Füßen und begann ihm seine Schuhe auszuziehen.
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Anything at all - von Belisarius Caderitor - 05-05-2024, 01:04
RE: Anything at all - von Skadi Lykgaard - 08-05-2024, 22:42
RE: Anything at all - von Belisarius Caderitor - 09-05-2024, 14:32
RE: Anything at all - von Skadi Lykgaard - 15-05-2024, 22:46
RE: Anything at all - von Belisarius Caderitor - 11-06-2024, 00:53
RE: Anything at all - von Skadi Lykgaard - 23-06-2024, 23:46
RE: Anything at all - von Belisarius Caderitor - 05-07-2024, 00:11
RE: Anything at all - von Skadi Lykgaard - 14-07-2024, 22:20
RE: Anything at all - von Belisarius Caderitor - 21-07-2024, 20:19
RE: Anything at all - von Skadi Lykgaard - 28-07-2024, 21:31
RE: Anything at all - von Belisarius Caderitor - 13-09-2024, 22:28
RE: Anything at all - von Skadi Lykgaard - 23-09-2024, 22:10
RE: Anything at all - von Belisarius Caderitor - 18-11-2024, 00:58
RE: Anything at all - von Skadi Lykgaard - 18-12-2024, 23:56

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