03-07-2024, 11:49 - Wörter:
Ja, sie sollte mehr essen, aber oft vergaß sie es. Der Arbeitsalltag war hektisch und voller Trubel, da ging so etwas manchmal unter. Tadelnd legte sie den Kopf schief, als Hafiz‘ Faust lautstark auf dem Tisch landete. Er sollte für Respekt sorgen, nicht die Kundschaft vergraulen. Dass sie das Wort anschließend gegen Heofader erhob, schien ihm nicht sonderlich gut zu gefallen. Das wütende Blitzen in seinen Augen kannte sie. Hafiz konnte seine Gefühle nur schlecht verbergen und Wut war eines der Gefühle, die bei ihm oft zum Tragen kamen. Dieses Funkeln hatte etwas an sich, was es mit einem Gewitter aufnehmen konnte. Wie Blitze, die durch seine Pupillen schlugen. Sie verzog das Gesicht, als er ihr seinen Finger auf die Lippen legte, der so roch, als hätte er ihn tagelang nicht gewaschen. Es folgte ein Monolog über den heiligen Gott, der Safiyya seufzen und seinen Finger beiseite schieben ließ. Irgendwann hob sie belustigt eine Braue und beugte sich auf dem Tresen nach vorn. „Ich dachte nicht, dass du dir dieses Privileg nehmen lassen würdest.“, schmunzelte sie, als er von Heofader und Ridvans Hals sprach. „Sag mir nicht, ich träume umsonst jede Nacht von deiner Hand an seiner Kehle.“
An Heofader klammern – na sicher. Hafiz würde Safiyyas Meinung durch seinen Aberglauben nicht ändern. Heofader war ein Gott der Reichen, der Privileg und Pest schenkte – und diese scheinbar klar zu verteilen wusste. Nie wieder würde sie sich an irgendetwas klammern, in der Hoffnung, dass es ihr Hilfe schenken würde. Hafiz musste selbst doch am Besten wissen, dass niemand es gut mit ihnen meinte. Weder ein Gott, noch ein König, noch ein Fürst. Die letzte Hoffnung war das Schicksal in den eigenen Händen und wenn Heofader dies auch noch zu verhindern wissen würde, dann sollte es wohl so sein. „Ich klammere mich an gar niemanden. Du lebst noch, weil DU deine Feinde dem Erdboden gleich gemacht hast und nicht weil dich irgendeine höhere Macht beschützt. Glaub mir, so wichtig bist du diesem Gott nicht.“, zischte sie. „Und falls doch, sollte er dich anweisen, dringend mal zu baden. So riechen dich Sahids Männer auf hundert Metern gegen die Windrichtung.“ Sie rümpfte noch einmal die Nase und holte ihm dann sein Essen. Auf sein Gedrängel ging sie gar nicht ein. Solch einen Ton war sie gewohnt.
Sie holte sich auch einen kleinen Teller und stocherte etwas gedankenverloren darin herum, während sie Hafiz‘ Idee lauschte. „Eine Söldnerin, die freiwillig mit nach Castandor reist?“ Sie hob erneut eine Augenbraue. „Welches Ziel hat sie?“ Sie vertraute Hafiz und zu einem gewissen Grad auch seinen Mittelmännern und -frauen, aber häufig überwog die Skepsis. „Ich weiß, dass wir dringend Augen und Ohren an der Front brauchen, aber ich kann diese jungen Frauen unmöglich in ihr Verderben rennen lassen.“ Sie war unschlüssig und wusste, dass ihr die Zeit davon lief. Vielleicht war Hafiz‘ Söldnerfrau ja tatsächlich ein guter Kompromiss.
Weil er sich nichts zu trinken eingeschenkt hatte, übernahm Safiyya dies nun doch für ihn und schob ihm das Weinglas entgegen. Hafiz‘ Energie brachte Safiyyas Mundwinkel erneut zum Zucken. Diese Leidenschaft, mit der er sein Leben bestritt war fast ansteckend und sie liebte es, wenn er ihr derart Geschichten erzählte. „Zuerst scheint er sich zumindest gewehrt zu haben“, murmelte sie und streckte die Hand nach Hafiz‘ Schläfe aus, an der eine überschaubare Wunde klaffte. „Soll ich mir das nachher mal ansehen?“ Wahrscheinlich würde wieder irgendeine stolze Tirade folgen, aber entzündete Wunden wollte niemand haben. Da musste Hafiz auch mal über seinen Schatten springen. Anschließend schüttelte sie den Kopf und richtete sich wieder auf, um den Blick durch den Raum schweifen zu lassen. „Obwohl so viel los ist, ist es erstaunlich… ruhig. Zu ruhig, wenn du mich fragst. Riecht nach der Ruhe vor dem Sturm.“ Unter Hafiz‘ letztem Löffel zog sie ihm direkt den Teller weg, um ihn wegzustellen und zu Ayla zu bringen. Seufzend blickte sie zurück zu Hafiz. „Bitte lass dich baden. Es reicht schon, wenn es da draußen nach Pisse stinkt, aber du bringst diesen Kloaken-Geruch mit in meine Räume.“ Sie schloss ein Schmunzeln an, damit er ihr die Aussage nicht zu krumm nahm.
An Heofader klammern – na sicher. Hafiz würde Safiyyas Meinung durch seinen Aberglauben nicht ändern. Heofader war ein Gott der Reichen, der Privileg und Pest schenkte – und diese scheinbar klar zu verteilen wusste. Nie wieder würde sie sich an irgendetwas klammern, in der Hoffnung, dass es ihr Hilfe schenken würde. Hafiz musste selbst doch am Besten wissen, dass niemand es gut mit ihnen meinte. Weder ein Gott, noch ein König, noch ein Fürst. Die letzte Hoffnung war das Schicksal in den eigenen Händen und wenn Heofader dies auch noch zu verhindern wissen würde, dann sollte es wohl so sein. „Ich klammere mich an gar niemanden. Du lebst noch, weil DU deine Feinde dem Erdboden gleich gemacht hast und nicht weil dich irgendeine höhere Macht beschützt. Glaub mir, so wichtig bist du diesem Gott nicht.“, zischte sie. „Und falls doch, sollte er dich anweisen, dringend mal zu baden. So riechen dich Sahids Männer auf hundert Metern gegen die Windrichtung.“ Sie rümpfte noch einmal die Nase und holte ihm dann sein Essen. Auf sein Gedrängel ging sie gar nicht ein. Solch einen Ton war sie gewohnt.
Sie holte sich auch einen kleinen Teller und stocherte etwas gedankenverloren darin herum, während sie Hafiz‘ Idee lauschte. „Eine Söldnerin, die freiwillig mit nach Castandor reist?“ Sie hob erneut eine Augenbraue. „Welches Ziel hat sie?“ Sie vertraute Hafiz und zu einem gewissen Grad auch seinen Mittelmännern und -frauen, aber häufig überwog die Skepsis. „Ich weiß, dass wir dringend Augen und Ohren an der Front brauchen, aber ich kann diese jungen Frauen unmöglich in ihr Verderben rennen lassen.“ Sie war unschlüssig und wusste, dass ihr die Zeit davon lief. Vielleicht war Hafiz‘ Söldnerfrau ja tatsächlich ein guter Kompromiss.
Weil er sich nichts zu trinken eingeschenkt hatte, übernahm Safiyya dies nun doch für ihn und schob ihm das Weinglas entgegen. Hafiz‘ Energie brachte Safiyyas Mundwinkel erneut zum Zucken. Diese Leidenschaft, mit der er sein Leben bestritt war fast ansteckend und sie liebte es, wenn er ihr derart Geschichten erzählte. „Zuerst scheint er sich zumindest gewehrt zu haben“, murmelte sie und streckte die Hand nach Hafiz‘ Schläfe aus, an der eine überschaubare Wunde klaffte. „Soll ich mir das nachher mal ansehen?“ Wahrscheinlich würde wieder irgendeine stolze Tirade folgen, aber entzündete Wunden wollte niemand haben. Da musste Hafiz auch mal über seinen Schatten springen. Anschließend schüttelte sie den Kopf und richtete sich wieder auf, um den Blick durch den Raum schweifen zu lassen. „Obwohl so viel los ist, ist es erstaunlich… ruhig. Zu ruhig, wenn du mich fragst. Riecht nach der Ruhe vor dem Sturm.“ Unter Hafiz‘ letztem Löffel zog sie ihm direkt den Teller weg, um ihn wegzustellen und zu Ayla zu bringen. Seufzend blickte sie zurück zu Hafiz. „Bitte lass dich baden. Es reicht schon, wenn es da draußen nach Pisse stinkt, aber du bringst diesen Kloaken-Geruch mit in meine Räume.“ Sie schloss ein Schmunzeln an, damit er ihr die Aussage nicht zu krumm nahm.
