Dieses Forum nutzt Cookies
Dieses Forum verwendet Cookies, um deine Login-Informationen zu speichern, wenn du registriert bist, und deinen letzten Besuch, wenn du es nicht bist. Cookies sind kleine Textdokumente, die auf deinem Computer gespeichert sind; Die von diesem Forum gesetzten Cookies düfen nur auf dieser Website verwendet werden und stellen kein Sicherheitsrisiko dar. Cookies auf diesem Forum speichern auch die spezifischen Themen, die du gelesen hast und wann du zum letzten Mal gelesen hast. Bitte bestätige, ob du diese Cookies akzeptierst oder ablehnst.

Ein Cookie wird in deinem Browser unabhängig von der Wahl gespeichert, um zu verhindern, dass dir diese Frage erneut gestellt wird. Du kannst deine Cookie-Einstellungen jederzeit über den Link in der Fußzeile ändern.


Heavy is the Head that wears the Crown
22.08.1016 - 01:00
Kanalisation, HQ Amra Alzili
Safiyya bint Aldir Devan Naharis Hafiz Al-Jazari Keeran Neshat

Krisenstab der Amra Alzili
Amra Aswad
Devan Naharis
Sommerland - Admin
Alter 31
Beruf Assassine
Wohnort Dharan al-Bahr, Matariyya
Stand Ledig
User Letha
#2
In einer Stadt, deren Lichter die Flut gelöscht hatte, legten Kinder die Dunkelheit an wie einen Mantel. Vor allem zu dieser Stunde wurden sie rastlos und hungrig durch die Straßen getrieben in der Hoffnung, einen betrunkenen Händler zu finden, den man um seinen Geldbeutel erleichtern konnte. Vergessen waren die Gruselgeschichten, die man sich erzählte, und die Warnungen der Mutter, weil sie Angst um ihre Kinder hatte. Hatten sie jemals erlebt, was es bedeutete, nicht mehr zu jagen, sondern gejagt zu werden? Die Dunkelheit um ihre Schultern fühlte sich warm an, solange sie dem Mann vor sich nachstellten und ihm heimlich aus dem Wohnviertel hinausfolgten. Aber was machte die Dunkelheit mit einem, wenn man den Mann auf einmal aus den Augen verlor? Dann spielte die eigene Vorstellungskraft mit einem. Auf einmal fühlten sich die langen Schatten kalt an und der Rücken empfindlich gegenüber der Stille, wo keine Schritte mehr zu hören waren. Für die Kinder war es Zeit, nach Hause zu gehen; nicht aber für die rastlosen, unruhigen Schatten, die in dieser Nacht noch etwas zu erledigen hatten.

Wenn man sein Leben lang in der Stadt verbrachte, kannte man nicht nur ihre Charakteristik und Schönheitsflecken, sondern auch ihre Narben, Löcher und Ösen. Wie es sich mit einer Mutter verhielt, an deren Brust man schlief, wusste man, wie die Stadt pulsierte und wo ihr Herz schlug. Der Palast war das Gesicht der Stadt und ihr ganzer Stolz, aber das Herz ruhte sehr viel weiter unten. Dort, wo die Luft abgestanden war und sich nicht mehr so trocken anfühlte, dass man tagsüber einen Schal vor die Nase halten musste. Dort unten gab es überhaupt kein Tageslicht. Die Schatten wurden erst lang, wenn man mit einer Fackel durch die Gänge wanderte, ohne die man sich ohnehin hoffnungslos verlief und mit ein wenig Pech zum Dekor einsamer Sackgassen zerfiel. Kinder, die hier aufgewachsen waren, bewegten sich nicht durch das Labyrinth, sie bewegten das Labyrinth; zerschundene Seelen wussten nur, wie man sich diese Kinder zu nutzen machte, um das Herz zu finden. Ein Herz, das einen heute ziemlich unwirsch begrüßte, zugegebenermaßen.

Devan hob beide Hände, in der einen die Fackel, in der anderen seine Maske, die einen Skorpion symbolisierte. Er trat in voller Arbeitsmontur auf, verschiedene Schattierungen aus Braun, Schwarz und Grau, hatte sich aber zusätzlich in einen Umhang gehüllt. Aus dem Schatten seiner Kapuze blickte er dem Nervenbündel entgegen, das sich unmissverständlich als Safiyya entpuppte. “Tut mir leid”, waren seine ersten Worte an sie, dabei machte er außer ihr keine weitere Gestalt in dem kargen Raum aus. Sie trug auch keine Maske, was ihn dazu veranlasste, die Hände wieder zu senken und an ihr vorbei in den Raum zu schlüpfen. Kaum hatte Devan sich die Kapuze vom Kopf gezogen, streunerte der Jüngste herein. Dann ließen sich die Minuten zählen, die vor allem Safiyyah durch die Finger zu rennen schienen. Ein Stock klapperte in regelmäßigem Rhythmus auf den Steinboden, ein Puls, den Devan bereits auswendig gelernt hatte und ihn einzuordnen wusste, bevor der Mann sich zu erkennen gab: Keeran Neshat in seinem edlen, mit Silbernaht durchzogenen Mantel, einem undefinierbaren Gesichtsausdruck und hellen, stechend blauen Augen, die mit gleichem Anteil jeden Anwesenden zu durchbohren schienen.
“Guten Abend.” Er hinkte auf seinem linken Bein und stützte sein Gewicht auf den Gehstock, heute mehr als an anderen Tagen; vielleicht war es die Nacht, die ihm zu schaffen machte. Als die nächsten zwei Gäste eintrudelten, hatte er sich schon auf einen der gepolsterten Stühle niedergelassen, seinen Umhang über die Lehne gelegt und sein Bein auf dem Hocker daneben platziert. Devan spürte die Unruhe im Raum, ließ sich davon aber nicht beeinflussen. Er blieb in der Ecke des Raumes, wo das Fackellicht nicht ganz hin reichte, und hatte die Tür noch im Blick, als auch der scheinbar Vorletzte mit etwas Verspätung in den Raum trat: Qar al-Khatib, die Schlangenmaske auf seinen Kopf geschoben und gut unter der Kapuze versteckt.
Sofort fielen seine Augenringe im flackernden Fackellicht auf, aber das brachte ihn nicht davon ab, mit seinem charismatischen, jugendlichen Lächeln in den Raum zu strahlen. “Wer auch immer auf die Idee kommt, so spät eine dringende Nachricht an uns zu senden, Banafsajiy.” Leicht neigte er seinen Kopf vor ihr, das Lächeln eine Spur schmaler auf seinen Lippen. “Wisst ihr, wie gefährlich es ist, aus dem Palast zu schleichen? Ich hätte erwischt werden können.” Damit sprach er wohl die halbe Wahrheit, aber er sprach sie so gut, dass selbst Devan ihm mit seinem Wissen über die Palasthintertüren die Worte für einen Moment abkaufte. Geduldig wartete er, bis auch Qar sich an seinen vorgegebenen Platz an den Tisch setzte und selbst dann musste er die Tür noch einmal selbst schließen, bevor er sich auf seinen eigenen Platz an der Ecke des Tisches bewegte, von wo aus er einen guten Blick auf den Eingang hatte. Zu seiner Seite beleuchtete eine Fackel die Wand, auf der in schwarzer Farbe das Auge gemalt war mit den acht Strahlen. Heute mussten sie wohl mit sieben Strahlen Vorlieb nehmen. Keeran schien das nicht zu stören, richtete er seinen Blick auf die einzige Frau unter ihnen und deutete auf den Tisch, auf dem nur ihre Masken lagen. “Was ist denn so wichtig, dass es nicht bis morgen warten kann?”
Neues Inplayzitat
Inplayzitat hinzufügen
Zitat
Folgendes Zitat wird als denkwürdiger Inplay-Moment eingetragen.
 


Nachrichten in diesem Thema
Heavy is the Head that wears the Crown - von Safiyya bint Aldir - 04-07-2024, 23:40
RE: Heavy is the Head that wears the Crown - von Devan Naharis - 07-07-2024, 16:44
RE: Heavy is the Head that wears the Crown - von Safiyya bint Aldir - 17-08-2024, 20:36
RE: Heavy is the Head that wears the Crown - von Safiyya bint Aldir - 15-09-2024, 22:39
RE: Heavy is the Head that wears the Crown - von Hafiz Al-Jazari - 07-07-2024, 19:27
RE: Heavy is the Head that wears the Crown - von Hafiz Al-Jazari - 02-09-2024, 21:14

Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste