07-07-2024, 23:44 - Wörter:
Sie fühlte sich beinahe schwerelos, als sie hier nebeneinander saßen und gemeinsam in den Himmel sahen, Geschichten von vergangenen Zeiten teilten und ihre Schicksale und Gedanken miteinander teilten. Gareth hat von Anfang an zu dieser Familie dazu gehört und trotzdem spürte sie irgendwie eine Distanz zu ihm, die sie zu ihren anderen Geschwistern nicht spürte. Vielleicht lag es daran, dass sie seit Beginn der Zeit wusste, dass er irgendwann gehen würde und sie nicht ihr Herz an jemanden verschenken wollte, der sie irgendwann zurücklassen würde. Also war es einfacher gewesen ihn zwar zu akzeptieren, ihn aber sonst gar nicht weiter zu beachten. Sie waren immer freundlich zueinander gewesen, doch eine besonders große Beziehung hatten sie nie aufgebaut. Bis zum heutigen Abend. Es fühlte sich so an, als hätte sich plötzlich ein sanftes Band zwischen ihnen geschmiedet. Ein sanftes Lächeln erschien auf ihren Lippen, als sie abermals seinem Blick folgte und gen Himmel sah. Die Sterne funkelten hell um die Wette und blickten auf sie herab wie Götter, die auf ihre Menschen Obacht gaben. Längst hatte die Sonne den Kampf um das Firmament aufgegeben, sodass nun ein dunkler Nachthimmel den Horizont überzog. Muirín überlief ein Schauer und ganz unbewusst rückte sie ein Stückchen näher zu Gareth.
Es war jedoch nicht seine körperliche Wärme, die ihr ein gutes Gefühl gab, sondern die Geschichten, die sie miteinander teilten. Die Rothaarige hatte nie gewusst, dass der Verlust ihrer Mutter für ihn genauso schwer gewesen war, wie für ihre restlichen Kinder. Irgendwie war sie davon ausgegangen, dass er eine andere Art von Trauer spüren würde, denn immerhin hatte er ja noch eine Mutter. Zwar eine, die sich nicht sonderlich für ihn interessierte, aber wenn sie denn dann mal in seiner Nähe war, hatte die Prinzessin das Gefühl, dass er das Wundervollste auf der Welt für sie war. Sie hütete ihren Sohn wie ihren eigenen Aufapfel.
"Ich glaube nicht, dass deine Mutter Recht hat", flüsterte sie leise und sah nun seit einiger Zeit wieder zur Seite, um ihm direkt in die Augen blicken zu können. Sie hatten nicht besonders viel Licht hier draußen, weswegen sie nicht viel erkannte. Aber seine ungeordneten blonden Haare konnte sie im Schein einer kleinen flackernden Öllampe durchaus ausmachen. "Es gibt zwar bestimmt Kräfte, die größer sind als du und ich, aber ich glaube trotzdem, dass du deinen eigenen Weg gehen kannst. Wenn du mich fragst, dann hat deine Mutter einfach nur ziemliche Angst davor, dass du erkennst, was die Welt alles für dich zu bieten hat", erwiderte sie leise und senkte am Ende ihre Stimme. Mit Aussprechen dieser Worte spürte sie, wie überzeugt sie davon war. Gareth hatte sich offenbar zu so einem tollen jungen Mann entwickelt, dass es in ihren Augen eine echte Schande wäre, wenn er den Rest seiner Tage in einem Tempel verbringen würde.
"Ich...", fing sie an auf seine letzte Frage zu antworten, stockte jedoch. Nachdem er die Worte ausgesprochen hatte hingen sie irgendwie zwischen ihnen. Es jagte der jungen Frau eine Gänsehaut über den Rücken und gleichzeitig konnte sie diese angespannte Stille für einen Augenblick genießen. Sie war sich nicht sicher, was das hier zwischen ihnen plötzlich war. Die Härchen auf ihren Armen und in ihrem Nacken stellten sich langsam auf. Dachte er in diesem Moment das Gleiche, an was sie dachte? "Ja", hauchte sie nun atemlos und legte den Kopf leicht schief, während sie ihm in die Augen blickte. "Ohne dich würde hier etwas ganz Wichtiges fehlen", ihre Worte waren nur gehaucht. So, als würde es ihr schwer fallen die Wahrheit auszusprechen. Oder so, als wollte sie die knisternde Stille zwischen ihnen nicht mit unnötigen Worten kaputt machen.
Es war jedoch nicht seine körperliche Wärme, die ihr ein gutes Gefühl gab, sondern die Geschichten, die sie miteinander teilten. Die Rothaarige hatte nie gewusst, dass der Verlust ihrer Mutter für ihn genauso schwer gewesen war, wie für ihre restlichen Kinder. Irgendwie war sie davon ausgegangen, dass er eine andere Art von Trauer spüren würde, denn immerhin hatte er ja noch eine Mutter. Zwar eine, die sich nicht sonderlich für ihn interessierte, aber wenn sie denn dann mal in seiner Nähe war, hatte die Prinzessin das Gefühl, dass er das Wundervollste auf der Welt für sie war. Sie hütete ihren Sohn wie ihren eigenen Aufapfel.
"Ich glaube nicht, dass deine Mutter Recht hat", flüsterte sie leise und sah nun seit einiger Zeit wieder zur Seite, um ihm direkt in die Augen blicken zu können. Sie hatten nicht besonders viel Licht hier draußen, weswegen sie nicht viel erkannte. Aber seine ungeordneten blonden Haare konnte sie im Schein einer kleinen flackernden Öllampe durchaus ausmachen. "Es gibt zwar bestimmt Kräfte, die größer sind als du und ich, aber ich glaube trotzdem, dass du deinen eigenen Weg gehen kannst. Wenn du mich fragst, dann hat deine Mutter einfach nur ziemliche Angst davor, dass du erkennst, was die Welt alles für dich zu bieten hat", erwiderte sie leise und senkte am Ende ihre Stimme. Mit Aussprechen dieser Worte spürte sie, wie überzeugt sie davon war. Gareth hatte sich offenbar zu so einem tollen jungen Mann entwickelt, dass es in ihren Augen eine echte Schande wäre, wenn er den Rest seiner Tage in einem Tempel verbringen würde.
"Ich...", fing sie an auf seine letzte Frage zu antworten, stockte jedoch. Nachdem er die Worte ausgesprochen hatte hingen sie irgendwie zwischen ihnen. Es jagte der jungen Frau eine Gänsehaut über den Rücken und gleichzeitig konnte sie diese angespannte Stille für einen Augenblick genießen. Sie war sich nicht sicher, was das hier zwischen ihnen plötzlich war. Die Härchen auf ihren Armen und in ihrem Nacken stellten sich langsam auf. Dachte er in diesem Moment das Gleiche, an was sie dachte? "Ja", hauchte sie nun atemlos und legte den Kopf leicht schief, während sie ihm in die Augen blickte. "Ohne dich würde hier etwas ganz Wichtiges fehlen", ihre Worte waren nur gehaucht. So, als würde es ihr schwer fallen die Wahrheit auszusprechen. Oder so, als wollte sie die knisternde Stille zwischen ihnen nicht mit unnötigen Worten kaputt machen.
