11-07-2024, 19:26 - Wörter:
Auch wenn Iora zufrieden mit dem Handel in Farynn war, der gänzlich unbeeindruckt vom Krieg schien, so hatte sie dennoch schon langsam wieder genug vom Herbstland. Auch wegen dieser ganzen Geschichten von verfluchten Drachen. Sicher... diese Geschichten konnten sehr einträglich sein, doch Iora hatte auf dem Weg durch die öde Sumpflandschaft auch einige Dinge erlebt und gesehen, die sich nicht so einfach wieder verleugnen ließen. Zwar hatte sie natürlich - glücklicherweise - keine leibhaftigen Drachen gesehen... doch die Anzeichen, die waren auf jeden Fall da gewesen. Sowas hatte sie in den letzten zehn Jahren, in denen sie allein gereist war, vorher noch niemals gesehen. Zerfetztes Vieh, auseinandergetriebene Herden, flüchtendes Wild, ... das alles kam ihr nicht ganz richtig vor. Und wer war sie schon, zu beurteilen, ob nicht doch etwas an diesem ganzen Gerede dran war?!
Sevenwaters, dieses verschlafene kleine Nest, war grade recht für Iora, um die Nacht dort zu verbringen. Am späten Nachmittag, direkt nach ihrer Ankunft, hatte sie den Wagen gehalten, das breite Fenster hochgeklappt und damit begonnen, ihre Waren feilzubieten. Sonderlich einträglich war das in so kleinen Ortschaften meistens eher nicht, doch einige Säckchen mit erschwinglichen Gewürzen aus anderen Ländern hatte sie trotzdem an den Mann bringen können. Einer wollte sogar einen hübschen Obsidianspiegel aus Ironwell und dazu einen Bernstein aus Hollowsgate für seine junge Braut erwerben, um ihr ein edles Geschenk machen zu können. Daran tat er gut, denn ob man in Farynn noch lange auf Waren aus Castandor und Walleydor zählen konnte, war zum aktuellen Zeitpunkt nur schwer zu sagen.
Vollkommen auf dem Stand war Iora natürlich nicht, was die Antwort Castandors auf den Angriff von Walleydor betraf. Wie auch? Sie konnte nicht lesen und war meist auf den Straßen unterwegs - und immer nur wenige Stunden oder Tage einmal in einer Stadt, in der es Herolde gab, die irgendwelche Neuigkeiten verkündeten. Doch die Kunde, dass der sommerländische König seine Leute nach Castandor schickte, hatte auch sie schon mitbekommen. Mal sehen, es würde mit Sicherheit spannend bleiben. Und ehrlich gesagt spielten solche Kriege ihr gut in die Karten. Wenn der normale, stationäre Händler seine Waren nicht mehr über die üblichen Routen bekommen konnte, war ein neutraler fahrender Händler im Vorteil. Sie konnte überall das einkaufen, das die Leute zu geben hatten und es anderswo teurer wieder verbringen.
"Holunderblüte und Moosbeere sagtest Du? Nagut, für die acht Flaschen geb' ich Dir ... na, sagen wir mal 3 Silber. Und für die zwei Flaschen mit Brombeerbrand kriegst Du nochmal 1 Silber, einverstanden?", handelte Iora mit einem ansässigen Brauer, dessen üblicher Händler aus Castandor gerade auf sich warten ließ. Iora hätte ja getippt, dass der Mann möglicherweise für den Krieg eingezogen worden war, doch sicher konnte sie das natürlich nicht sagen. Als Frau passierte ihr sowas nicht - obwohl sie möglicherweise deutlich mehr zu Gewalt neigte, als so mancher harmloser Winzer aus Bardon Pass oder Perlentaucher aus King's Portal. Nachdem sie dieses Geschäft abgeschlossen hatte, lauschte Iora den aufgeregten Unterhaltungen einiger Herumstehender, die sich gerade über die Gerüchte zu den Drachen austauschten.
Die blonde Winterländerin grinste grimmig in sich hinein und hob ein schweres, tellergroßes Bündel über die Ladentheke. Es war noch in ein grobes Tuch eingeschlagen, doch die Händlerin lehnte sich vielsagend über die Ladentheke. "Wollt ihr Dahergelaufenen mal was Handfestes von 'nem Drachen seh'n?", fragte sie hörbar und provokant in die Runde und wartete ab, ob sie damit wohl ein bisschen Aufmerksamkeit auf sich und ihre Ware lenken konnte.
Sevenwaters, dieses verschlafene kleine Nest, war grade recht für Iora, um die Nacht dort zu verbringen. Am späten Nachmittag, direkt nach ihrer Ankunft, hatte sie den Wagen gehalten, das breite Fenster hochgeklappt und damit begonnen, ihre Waren feilzubieten. Sonderlich einträglich war das in so kleinen Ortschaften meistens eher nicht, doch einige Säckchen mit erschwinglichen Gewürzen aus anderen Ländern hatte sie trotzdem an den Mann bringen können. Einer wollte sogar einen hübschen Obsidianspiegel aus Ironwell und dazu einen Bernstein aus Hollowsgate für seine junge Braut erwerben, um ihr ein edles Geschenk machen zu können. Daran tat er gut, denn ob man in Farynn noch lange auf Waren aus Castandor und Walleydor zählen konnte, war zum aktuellen Zeitpunkt nur schwer zu sagen.
Vollkommen auf dem Stand war Iora natürlich nicht, was die Antwort Castandors auf den Angriff von Walleydor betraf. Wie auch? Sie konnte nicht lesen und war meist auf den Straßen unterwegs - und immer nur wenige Stunden oder Tage einmal in einer Stadt, in der es Herolde gab, die irgendwelche Neuigkeiten verkündeten. Doch die Kunde, dass der sommerländische König seine Leute nach Castandor schickte, hatte auch sie schon mitbekommen. Mal sehen, es würde mit Sicherheit spannend bleiben. Und ehrlich gesagt spielten solche Kriege ihr gut in die Karten. Wenn der normale, stationäre Händler seine Waren nicht mehr über die üblichen Routen bekommen konnte, war ein neutraler fahrender Händler im Vorteil. Sie konnte überall das einkaufen, das die Leute zu geben hatten und es anderswo teurer wieder verbringen.
"Holunderblüte und Moosbeere sagtest Du? Nagut, für die acht Flaschen geb' ich Dir ... na, sagen wir mal 3 Silber. Und für die zwei Flaschen mit Brombeerbrand kriegst Du nochmal 1 Silber, einverstanden?", handelte Iora mit einem ansässigen Brauer, dessen üblicher Händler aus Castandor gerade auf sich warten ließ. Iora hätte ja getippt, dass der Mann möglicherweise für den Krieg eingezogen worden war, doch sicher konnte sie das natürlich nicht sagen. Als Frau passierte ihr sowas nicht - obwohl sie möglicherweise deutlich mehr zu Gewalt neigte, als so mancher harmloser Winzer aus Bardon Pass oder Perlentaucher aus King's Portal. Nachdem sie dieses Geschäft abgeschlossen hatte, lauschte Iora den aufgeregten Unterhaltungen einiger Herumstehender, die sich gerade über die Gerüchte zu den Drachen austauschten.
Die blonde Winterländerin grinste grimmig in sich hinein und hob ein schweres, tellergroßes Bündel über die Ladentheke. Es war noch in ein grobes Tuch eingeschlagen, doch die Händlerin lehnte sich vielsagend über die Ladentheke. "Wollt ihr Dahergelaufenen mal was Handfestes von 'nem Drachen seh'n?", fragte sie hörbar und provokant in die Runde und wartete ab, ob sie damit wohl ein bisschen Aufmerksamkeit auf sich und ihre Ware lenken konnte.
