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Facing our fears and vulnerabilities head-on is the first step towards healing.
11.08.1016 - 22:00
Charles' Gemächer

Commander of Wolves
Leif Stelhammer
Winterland - Admin
Alter 24
Beruf Kronprinz von Norsteading
Wohnort Wintergard, Norsteading
Stand Verheiratet
User Letha
#9
Solche Gespräche waren notwendig. Ob sie nun zwischen Vater und Sohn stattfanden, wenn einer den anderen belehrte, zwischen Freunden, wenn man seine Meinungen aneinander rieb und miteinander wuchs, oder zwischen Schwägern mit Machtpositionen, wenn sie versuchten, über die kulturellen Diskrepanzen hinweg einander zu verstehen. Weder war Charles sein Freund, dem er einfach so die Stirn bieten und in jedem Wort untergraben konnte, ohne jemals Böses Blut zu provozieren, noch war er sein Vater, der schon jahrelang auf dem winterländischen Thron saß und sich weitaus mehr Beratermeinungen hatte anhören dürfen als sie beide zusammen. Eben aus dem Grund sog Leif nicht gleich jedes Wort seines Schwagers auf; er wog es vorsichtig ab und entschied dann, wann er ihm recht geben würde. Bei dem Thema, wie schnell Augusto zurückgeschlagen hätte, waren sie zum Beispiel eindeutig nicht der gleichen Meinung. „Du hast doch gesehen, wie schnell dein Heer sich auf die Situation einstellen konnte, nachdem du sie erst wenige Stunden vor dem Angriff in dein Vorhaben eingeweiht hast. Ein solch flexibles Heer hätte keine Probleme damit gehabt, weiter vorzudringen und auf eventuelle Gegenschläge zu reagieren. Davon abgesehen, welche Gegenschläge? Mit welchem Heer hätte Augusto sich wehren sollen?“ Leif mochte in manchen Punkten vielleicht noch grün hinter den Ohren sein und er ließ sich auch belehren; zumindest jetzt, wo das Adrenalin sich abgebaut und seine schlechte Laune sich gebessert hatte, Aleena zum Dank. Jene bedachte er nur kurz aus dem Augenwinkel, bevor er seine Aufmerksamkeit wieder auf den König ihm gegenüber richtete.
Leif nahm einen Schluck von dem Wein, der ihn an all die erzwungenen Festlichkeiten in einem viel zu warmen Land erinnerte. An Lachen, die in den Mundwinkeln festfroren. An falsche Worte, die seine Galle hochsteigen ließen. An einen Jungen, dem er Schlamm ins Essen gemischt hatte und der irgendwann den Thron erben und über sie entscheiden sollte; nur über eine von ihren beiden Leichen, hatte der Winterländer sich damals geschworen, und immer noch gedachte er, diesen Schwur in die Tat umzusetzen.
Die kommenden Worte von Charles lösten mehr Verständnis in dem Kronprinzen aus und langsam nickte er. Das Problem mit Farynn ergab in seinen Ohren Sinn, auch wenn es ihm schwer fiel, die komplizierte Politik zwischen den beiden Ländern nachzuvollziehen. Aber keiner von ihnen wollte das neutrale Land dazu treiben, sich gegen sie zu entscheiden und Castandor damit mehr Rückenwind zu geben. Diese Entscheidung akzeptierte er als unklar. „Mit der Wahrheit“, antworte Leif dennoch auf die Frage, wie Charles ein Einmarschieren rechtfertigen sollte. Nachdenklich richtete er seinen Blick in eine Raumecke und schien kurz das Gesagte abzuwägen, ehe er ihn wieder auf Charles richtete und weitersprechen ließ. Auch wenn er nicht viel sagte, war er durchaus aktiv am Gespräch beteiligt — weitaus aktiver, als wenn er Aleena zum fünften Mal darüber reden ließ, wie schön die Rosen im Garten blühten. Am besten funktionierte das, wenn er währenddessen noch etwas anderes zutun hatte wie das Sortieren der Pergamente auf seinem Schreibtisch, das Schleifen seiner Axt, aber jetzt brauchte er jede Gehirnzelle, um das Gesagte von Charles zu verarbeiten und abzuspeichern. Wieder nickte er auf die Worte und merkte langsam, dass er sich im Stuhl entspannte.
„Ich kann deinen Gedankengang nachvollziehen“, meldete er sich schließlich wieder zu Wort. „Denke ich. Dass es in der eingenommenen Stadt immer unzufriedene Menschen gibt, ist anzunehmen und damit sollte jeder von uns rechnen, aber es sollte dich nicht davon abhalten, weiter vorzudringen. Dass hingegen ein ganzes Land sich noch nicht entschieden hat, auf welcher Seite es steht, das ändert die Lage. Liam bleibt nur so lange neutral, wie es bei dieser einen Eroberung bleibt, nicht wahr?“ Die Frage erwartete eine Antwort und Leif begann, langsam zu verstehen, warum Charles so vorsichtig war. Es gefiel ihm nicht, aber irgendwann musste er ja auch akzeptieren, dass ihnen in der Hinsicht die Hände gebunden gewesen waren. Auch wenn er es lange nicht hatte einsehen wollen.
Die nächste Antwort quittierte er mit einem Schmunzeln, wirklich, Denn sowas hörte er gerne. Charles, der für etwas brannte, dem sein Stock im Arsch doch irgendwie was brachte, wenn er sich daran machte, seine Ziele zu erklären und sie in die Tat umzusetzen. In dem Bereich waren sie sich vielleicht endlich mal gar nicht so ähnlich, auch wenn es Leif hauptsächlich um den Weg ging, weniger um das Endergebnis. Die Castellanos kapitulierten also, und dann? Selbstverständlich hatte er sich darüber schon Gedanken gemacht, war aber definitiv zu anderen Entschlüssen gekommen als Charles. Ariald Stelhammer würde nicht auf dem Thron von Arcandas sitzen wollen, das war was für die Jungspunde unter ihnen. Bevor er jedoch seinen Kommentar dazu abgeben konnte, spürte er endlich eine Regung neben sich und sah zu Aleena rüber, die sich bereit machte, das Zimmer zu verlassen. Bevor sie dazu hingegen übergehen konnte, landete Leifs Hand auf ihrem Arm. „Wir brauchen nicht mehr lange“, versicherte er ihr, ein unterschwelliges Versprechen, dass er ihr bald ins Schlafgemach folgen würde. Ein leichtes Lächeln umspielte seinen Bart, dann ließ er sie ziehen und wandte sich wieder Charles zu.
„Gut, gut. Ich hatte schon Befürchtungen, es würde dir wirklich nur um die Vergangenheit gehen, nicht um die Zukunft.“ Leif lehnte sich in seinem Sessel nach vorne, streckte seine langen Beine aus und stellte den Wein auf dem Tisch ab. „Ob Augusto mit sich verhandeln lässt oder nicht, die Zeit ist vorbei, in der wir unsere Steuern an einen Großkönig aus Erbfolge abtreten müssen und damit seinen extravaganten Lebensstil finanzieren, während unser Volk kaum durch den Winter kommt.“ Die Worte fetter Hintern und Schlaraffenkönig lagen ihm auf der Zunge, aber die hob er sich für seine sehr viel unverblümteren Gespräche mit @Erik Norrholm auf. Auch wenn sie sich oft ohne Worte verstanden, konnten sie über selbige mindestens so laut lachen wie über den letzten Furz, der die Schankfrau damals von Eriks Schoß in Leifs Schoß getrieben hatte. Die Erinnerung daran trieb Leif den Schalk in die Augen, als er sich noch etwas weiter vorlehnte und einen festen, erwartenden Blickkontakt zu Charles aufbaute. „Nehmen wir an, du wirst der nächste Großkönig, Schwager. Was würdest du verändern wollen?“
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RE: Facing our fears and vulnerabilities head-on is the first step towards healing. - von Leif Stelhammer - 26-07-2024, 13:31

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