18-08-2024, 05:32 - Wörter:

Ivar hob skeptisch eine Augenbraue, regte sich aber sonst nicht vom Fleck. Es amüsierte ihn, wirklich, wie eine halbe Portion sich vor seiner Muskelmasse fragte, ob er es denn wert, als wäre er jetzt das Gut, das auf dem Markt stand. Er war eigentlich nur das Mittel zum Zweck und hätte sich bei der versprochenen Summe von 5 Silber auch gar nicht erst bestechen lassen sollen. Wenigstens machte Stuar es ihm einfach, denn seine vorgeschlagene Summe war ein lächerlicher Versuch, sich den Söldner vom Leib zu halten. “Hast nicht viel Erfahrung mit Verhandlungen, hm.” Dieses Hemd von Mann redete zu viel. So viel, dass das Amusement langsam aus Ivars Augen wich und einer Härte Platz machte, die kurz davor war, den mickrigen Versuchen endlich ein Ende zu machen. “Ich brauch keine Hilfe, mir ein Mädchen zu suchen. 10 Silber oder du kannst dein Gesicht als Arsch verkaufen.” Aber der Junge hörte nicht auf zu reden und Ivars gab sich gar nicht erst die Mühe, sein Augenrollen zurückzuhalten. Bevor Stuar auch nur zuende geredet hatte, grub sich die nächste Faust in sein Gesicht. Ivar war schneller, als ihm seine Muskeln zugestanden, und es hatte jetzt schon eine ganze Weile unter seinen Knöcheln gekribbelt. Warum reden, wenn man Fäuste hatte.
“Kannst du eigentlich dein Maul halten oder läuft das Tag und Nacht durch? Kein Wunder, dass man dich zum Schweigen bringen will.” Aber so, wie Ivar den Prostituierten einschätzte, würde er auch im Lazarett alle Wanderheilerinnen die Ohren zu labern. Fast konnten sie einem leidtun. “Pass auf”, griff er nach Stuars Kragen und zog ihn zu sich - jetzt, wo er sich für die Nähe entschied, hatte er nämlich keine Probleme mehr damit. “Gib mir fünf Silber, jetzt, und wir lassen es so aussehen, als hätte ich dich verprügelt.” Ivars Stimme war gesenkt, damit Schaulustige die Ohren nicht spitzten. “Dann musst du halt einmal deine Klappe halten und so tun, als wäre dir die Lektion deines Lebens erteilt worden.” Den Griff verstärkend, schüttelte er den Körper einmal, als wär er für ihn nicht mehr als ein nasser Leinensack. “Du hast Glück, dass ich den Auftrag angenommen habe. Nicht jeder lässt dir die Wahl, ob du morgen Schmerzen beim Kacken haben wirst oder nicht.” Seine Kunden ließen ihm sicher nicht die Wahl; was konnte Stuar sich doch glücklich schätzen, auf Ivar getroffen zu sein, der zumindest seine Entscheidung akzeptieren würde.
