21-08-2024, 23:10 - Wörter:
Zu gut für alle Männer dieser Welt? Wieder sehr deutlich verdrehte sie die Augen und schüttelte den Kopf. „Träum was du willst, Straßenhund“, tat sie dann abwinkend ab. Wäre Hafiz unterrichtet worden und hätte er Lesen und Schreiben gelernt, wäre aus ihm vielleicht wirklich ein romantischer Poet mit Herz am rechten Fleck geworden. Aber Safiyya war sich sicher, dass ihr es dann an so einigem fehlen würde. Hafiz war einer der wenigen, mit dem sie offen sprechen konnte, ohne dass sie zu erwarten hatte, dass er dies ausnutzen würde. Oft genug war er ihr zu Hilfe geeilt und hatte sich adäquat um Schwierigkeiten gekümmert. Daher schätzten ihre Mädchen ihn auch hoch. „Du bist ein Poet“, zog sie ihn auf. „Ein nach Pisse stinkender Poet.“ Tatsächlich schmeichelten ihr seine Worte irgendwie auf eine seltsame Weise. Sie wusste, dass er das nicht sagte, um einen Rabatt bei ihren Preisen zu bekommen oder um ihr Herz zu gewinnen und sie später zu verletzen; sondern einfach, weil er es ernst meinte. Und das taten wenige Männer.
„Ein Königspaar, das gut zu seinen Untertanen ist?“, spuckte sie schnippische Worte aus. „Das glaubst du doch selbst nicht. Klingt, als wärst du Opfer einer erfolgreichen Propaganda geworden.“ Sie schüttelte den Kopf und rief dann ein lautes „Hey!“ aus, was von einem Schubsen gefolgt wurde. „Lass deine dreckige Spucke gefälligst in deinem Mund.“ Unmöglich der Kerl. Vor dem Baderaum blieb sie dann stehen und drehte sich für seine Frage um, um ihn besser mustern zu können. Mit einer Schulter lehnte sie gegen die Steinwand, während ihr Blick sein raues Gesicht musterte. Er war so eine schöne Abwechslung zu den geleckten Reichen, die hier ein und aus gingen. „Hmmm“, überlegte sie verbal und legte eine Hand an seine Wange, was den Unterschied ihrer Haut nur noch deutlicher machte. Während sie akribisch dachten achtete (achten musste), dass ihre Nägel gepflegt und ihre Haut eingecremt war, war Hafiz‘ Gesicht von Narben, Dreck und verkrustetem Irgendwas überzogen. „Wenn du fließend Lesen und Schreiben lernst, lasse ich dich sogar um meine Hand anhalten.“ Natürlich zog sie ihn nur auf, stieß sich dann von der Wand ab und wusste (oder hoffte?) dass er ihr das nicht übel nahm. Dann öffnete sie die Tür in den Baderaum und schüttelte den Kopf, um das Thema nochmal aufzugreifen. „Nein, Briefe und leere Versprechungen könnten mir nicht egaler sein.“, erklärte sie beiläufig und sah dann über die Schulter zu ihm. „Ridvans Kopf auf einem Teller würde mir mehr imponieren.“ Sie lachte leise und kümmerte sich dann um den Kessel.
„Lass das Lamentieren, du klingst wie ein Kind.“, tadelte sie ihn und deutete auf das Wasser. „Setz dich jetzt endlich ins Wasser. Ich ertrage deinen Gestank keine Minute länger.“ So schlimm war es gar nicht, wenn sie ehrlich war. Sie kannte den Geruch der Straßen und irgendwie roch Hafiz damit ein bisschen nach Heimat. Sie stellte sicher, das Wasser gut aufzuwärmen und fügte etwas Öl hinzu, das extra nicht nach Rosen duftete – wollte er ja nicht. Sie wählte herbere Kräuter, die ihm vielleicht besser gefallen würden. Schmunzelnd drehte Safiyya sich um und ließ den Blick kurz von oben nach unten gleiten. Sie wusste nicht, woran es lag, aber diese Rauheit, die beinahe rohe Gewalt ausstrahlte, war ihr um Welten lieber als ein gestriegelter Adeliger in teuren Gewändern. Sie machte einige Schritte auf ihn zu, bis sie nahe vor ihm stand und legte ihm die Fingernägel langsam auf die Brust. Sie reckte den Kopf und stellte sich ein klein bisschen auf Zehenspitzen, da er ein gutes Stück größer war. „Ich sagte: Ins. Wasser.“, flüsterte sie nochmal wesentlich vehementer und schob ihn mit den Händen zurück, damit er jetzt endlich in das Becken stieg. Dann ging sie zurück, um den Kessel mit heißem Wasser zu holen und diesen zu dem schon vorhandenen Wasser zu gießen, um es etwas aufzuwärmen. Musste reichen.
Aus einem Regal holte sie eine Bürste und zog neben den Becken die Schuhe aus. Vorsichtig setzte sie sich hinter Hafiz an den Beckenrand, tauchte die Bürste ins Wasser und begann dann, über seine Schulter zu reiben. „Naja“, begann sie und fuhr mit der freien Hand ein wenig über seinen Bizeps. „Wenn man dir etwas Ordentliches anzieht, kannst du dich schon sehen lassen.“ Oder wenn er einfach gar nichts trug. „Wieso lachst du?“, fragte sie dann, weil sie seinen Gedankengängen nicht ganz folgen konnte. Anschließend folgte eine dieser emotionalen Ausschweifungen, für die sie ihn nach außen hin immer verurteilte, sie insgeheim aber liebte. Leise lachte Safi, während sie mit der Bürste kreisend den Dreck von seinen Schultern schrubbte. „Wenn du Männer zwingst, mein Bordell zu besuchen, grenzt das ja fast an eine Vergewaltigung.“ Hafiz hatte immer die wildesten Ideen. Seine nächsten Sätze ließen sie mehr nachdenken. Sie merkte, dass er ihr die Sorge nehmen wollte, auf seine eigene Art und Weise. „Informationen sind auch meine liebste Währung. Aber sie zahlt keine Mahlzeit.“ Safiyya seufzte leise und ließ die Bürste etwas wandern, als sie an seiner Hüfte eine üble Wunde entdeckte. „Was ist da passiert?“ Sie griff nach einem Tuch, um die Wunde vorsichtig zu säubern. „Du weißt, dass du uns nichts bringst, wenn du dich von irgendjemandem umbringen lässt?!“ Tadel stand ihr nach außen hin eben besser als Sorge.
„Ein Königspaar, das gut zu seinen Untertanen ist?“, spuckte sie schnippische Worte aus. „Das glaubst du doch selbst nicht. Klingt, als wärst du Opfer einer erfolgreichen Propaganda geworden.“ Sie schüttelte den Kopf und rief dann ein lautes „Hey!“ aus, was von einem Schubsen gefolgt wurde. „Lass deine dreckige Spucke gefälligst in deinem Mund.“ Unmöglich der Kerl. Vor dem Baderaum blieb sie dann stehen und drehte sich für seine Frage um, um ihn besser mustern zu können. Mit einer Schulter lehnte sie gegen die Steinwand, während ihr Blick sein raues Gesicht musterte. Er war so eine schöne Abwechslung zu den geleckten Reichen, die hier ein und aus gingen. „Hmmm“, überlegte sie verbal und legte eine Hand an seine Wange, was den Unterschied ihrer Haut nur noch deutlicher machte. Während sie akribisch dachten achtete (achten musste), dass ihre Nägel gepflegt und ihre Haut eingecremt war, war Hafiz‘ Gesicht von Narben, Dreck und verkrustetem Irgendwas überzogen. „Wenn du fließend Lesen und Schreiben lernst, lasse ich dich sogar um meine Hand anhalten.“ Natürlich zog sie ihn nur auf, stieß sich dann von der Wand ab und wusste (oder hoffte?) dass er ihr das nicht übel nahm. Dann öffnete sie die Tür in den Baderaum und schüttelte den Kopf, um das Thema nochmal aufzugreifen. „Nein, Briefe und leere Versprechungen könnten mir nicht egaler sein.“, erklärte sie beiläufig und sah dann über die Schulter zu ihm. „Ridvans Kopf auf einem Teller würde mir mehr imponieren.“ Sie lachte leise und kümmerte sich dann um den Kessel.
„Lass das Lamentieren, du klingst wie ein Kind.“, tadelte sie ihn und deutete auf das Wasser. „Setz dich jetzt endlich ins Wasser. Ich ertrage deinen Gestank keine Minute länger.“ So schlimm war es gar nicht, wenn sie ehrlich war. Sie kannte den Geruch der Straßen und irgendwie roch Hafiz damit ein bisschen nach Heimat. Sie stellte sicher, das Wasser gut aufzuwärmen und fügte etwas Öl hinzu, das extra nicht nach Rosen duftete – wollte er ja nicht. Sie wählte herbere Kräuter, die ihm vielleicht besser gefallen würden. Schmunzelnd drehte Safiyya sich um und ließ den Blick kurz von oben nach unten gleiten. Sie wusste nicht, woran es lag, aber diese Rauheit, die beinahe rohe Gewalt ausstrahlte, war ihr um Welten lieber als ein gestriegelter Adeliger in teuren Gewändern. Sie machte einige Schritte auf ihn zu, bis sie nahe vor ihm stand und legte ihm die Fingernägel langsam auf die Brust. Sie reckte den Kopf und stellte sich ein klein bisschen auf Zehenspitzen, da er ein gutes Stück größer war. „Ich sagte: Ins. Wasser.“, flüsterte sie nochmal wesentlich vehementer und schob ihn mit den Händen zurück, damit er jetzt endlich in das Becken stieg. Dann ging sie zurück, um den Kessel mit heißem Wasser zu holen und diesen zu dem schon vorhandenen Wasser zu gießen, um es etwas aufzuwärmen. Musste reichen.
Aus einem Regal holte sie eine Bürste und zog neben den Becken die Schuhe aus. Vorsichtig setzte sie sich hinter Hafiz an den Beckenrand, tauchte die Bürste ins Wasser und begann dann, über seine Schulter zu reiben. „Naja“, begann sie und fuhr mit der freien Hand ein wenig über seinen Bizeps. „Wenn man dir etwas Ordentliches anzieht, kannst du dich schon sehen lassen.“ Oder wenn er einfach gar nichts trug. „Wieso lachst du?“, fragte sie dann, weil sie seinen Gedankengängen nicht ganz folgen konnte. Anschließend folgte eine dieser emotionalen Ausschweifungen, für die sie ihn nach außen hin immer verurteilte, sie insgeheim aber liebte. Leise lachte Safi, während sie mit der Bürste kreisend den Dreck von seinen Schultern schrubbte. „Wenn du Männer zwingst, mein Bordell zu besuchen, grenzt das ja fast an eine Vergewaltigung.“ Hafiz hatte immer die wildesten Ideen. Seine nächsten Sätze ließen sie mehr nachdenken. Sie merkte, dass er ihr die Sorge nehmen wollte, auf seine eigene Art und Weise. „Informationen sind auch meine liebste Währung. Aber sie zahlt keine Mahlzeit.“ Safiyya seufzte leise und ließ die Bürste etwas wandern, als sie an seiner Hüfte eine üble Wunde entdeckte. „Was ist da passiert?“ Sie griff nach einem Tuch, um die Wunde vorsichtig zu säubern. „Du weißt, dass du uns nichts bringst, wenn du dich von irgendjemandem umbringen lässt?!“ Tadel stand ihr nach außen hin eben besser als Sorge.
