28-08-2024, 23:02 - Wörter:
Ariadne gab es schließlich auf, ihre Tochter zu ermahnen, sich doch noch etwas Ruhe zu gönnen. Elithea schien voller Tatendrang, auch jetzt nachdem sie eine schwere Krankheit noch nicht ganz überstanden hatte. Sie hatte sich auf diese neue Situation wahrscheinlich von ihnen allen am besten eingestellt. Sie dachte auch nich nur an sich, sondern fragte sogleich danach, wie es anderen ging. Nicht nur nach ihren Geschwistern sondern auch nach Iulia, Kassandra und den anderen Dienern. Auch das erfüllte sie mit Stolz, denn ihrer Ansicht nach waren die besten Adligen jene, die sich nicht nur um ihr eigenes Wohl sorgten, sondern auch um das ihrer Untergebenen. Der alte Gelehrte Aristomachos, daran erinnerte sie sich in diesem Moment, ging sogar so weit, dass er in seiner Staatsformenlehre Staaten danach unterscheidete, ob ihre Herrscher den Eigennutz oder den Gemeinnutz zum Prinzip ihres Regierens machten. "Endymion und Larissa geht es soweit gut, sie blieben von der Seuche bislang verschont. Ansonsten ist Endymion so ungestüm wie eh und je und Larissa beklagt sich fortwährend über die mangelnden Annehmlichkeiten in dieser Taverne. Besonders über diesen mysteriösen Eintopf." Sie selbst traute diesem Eintopf auch ganz und gar nicht, vor allem da niemand zu wissen schien, was alles drin war. Der Wirt weigerte sich auch, Auskunft zu geben und berief sich auf ein "geheimes Familienrezept". Im besten Falle war es die übliche Resteverwertung, über den schlimmsten Falle dachte man am besten gar nicht erst nach. "Die Dienerschaft ist bereits wieder völlig genesen. Sie scheinen alle von kräftiger Konstitution zu sein. Du kannst also unbesorgt sein und dich ganz auf deine eigene Genesung konzentrieren."
Hätte sie gewusst, dass Elithea mit dem Condottiere, einem Bankierssohn, verkehrt, hätte sie dem zunächst einmal nicht besonders viel Bedeutung beigemessen. Sie hatte Elithea ebenso wie Larissa immer die Wichtigkeit einer guten Partie eingeschärft. Natürlich gab es bei sehr jungen Damen immer auch die Gefahr, dass diese sich in romantische Phantastereien hineinsteigerten. Sie schätzte Elithea aber klug genug ein, sich nicht derart zu verrennen. Eine Fürstentochter und ein Bankierssohn. Das passte doch wirklich überhaupt nicht zueinander. Verbindungen solcher Art waren zudem selten und kamen hauptsächlich dann vor, wenn eine Adelsfamilie völlig verarmt war und nicht einmal mehr das Dach eines heruntergekommenen Landsitzes reparieren konnte. Da war eine Verbindung mit wohlhabenden Kaufleuten, die sich sozialen Aufstieg versprachen, oft die letzte Rettung. Doch, wenn sie ihre eigene Lage nüchtern betrachtete, befand sich das Haus Trakas derzeit in einer noch prekäreren Situation. Wenn eine Rückeroberung von Eastergold Meadow scheitern sollte, müsste sie sich dann nicht auch damit zufrieden geben, dass ihre Töchter einfache Kaufleute heirateten und ihr Sohn einen Posten an irgendeinem Adelshof annahm?
Elithea äußerte wieder Sorgen über die möglichen Opfer eines Krieges, was sie völlig nachvollziehbar fand, andererseits aber auch nicht dazu führen durfte, dass einen dieser Gedanke lähmte. "Es zeugt von besonderer Weisheit und einem ausgeprägtem Gerechtigkeitssinn, wenn man den Krieg nicht romantisiert, sondern sich stets seiner Graumsamkeit bewusst ist, vor allem auch für das einfache Volk. Du wirst deinem zukünftigen Ehemann sicher eine kluge Beraterin sein. Sie setzte nun zu einer ihren Lektionen an, von denen sie glaubte, dass sie ihren Kindern nützlich sein würden.Leider wurde uns dieser Krieg von Walleydor aufgezwungen und wenn wir uns dem nicht entschlossen entgegenstellen, dann ermutigen wir auch andere Reiche dazu, ihre Interessen kriegerisch gegen uns durchzusetzen, selbst innerhalb Castandors würden sich Viele gegen den Großkönig auflehnen, wenn sie den Eindruck bekommen, er sei zu nachgiebig. Viel mehr Leid für alle Menschen wäre die Folge." Sie hoffte, dass diese Lektion bei ihrer Tochter etwas bewirken würde, doch am Ende neigen junge Leute eben immer dazu, es besser wissen zu wollen, sie selbst war da in diesem Alter auch nicht immer anders.
Hätte sie gewusst, dass Elithea mit dem Condottiere, einem Bankierssohn, verkehrt, hätte sie dem zunächst einmal nicht besonders viel Bedeutung beigemessen. Sie hatte Elithea ebenso wie Larissa immer die Wichtigkeit einer guten Partie eingeschärft. Natürlich gab es bei sehr jungen Damen immer auch die Gefahr, dass diese sich in romantische Phantastereien hineinsteigerten. Sie schätzte Elithea aber klug genug ein, sich nicht derart zu verrennen. Eine Fürstentochter und ein Bankierssohn. Das passte doch wirklich überhaupt nicht zueinander. Verbindungen solcher Art waren zudem selten und kamen hauptsächlich dann vor, wenn eine Adelsfamilie völlig verarmt war und nicht einmal mehr das Dach eines heruntergekommenen Landsitzes reparieren konnte. Da war eine Verbindung mit wohlhabenden Kaufleuten, die sich sozialen Aufstieg versprachen, oft die letzte Rettung. Doch, wenn sie ihre eigene Lage nüchtern betrachtete, befand sich das Haus Trakas derzeit in einer noch prekäreren Situation. Wenn eine Rückeroberung von Eastergold Meadow scheitern sollte, müsste sie sich dann nicht auch damit zufrieden geben, dass ihre Töchter einfache Kaufleute heirateten und ihr Sohn einen Posten an irgendeinem Adelshof annahm?
Elithea äußerte wieder Sorgen über die möglichen Opfer eines Krieges, was sie völlig nachvollziehbar fand, andererseits aber auch nicht dazu führen durfte, dass einen dieser Gedanke lähmte. "Es zeugt von besonderer Weisheit und einem ausgeprägtem Gerechtigkeitssinn, wenn man den Krieg nicht romantisiert, sondern sich stets seiner Graumsamkeit bewusst ist, vor allem auch für das einfache Volk. Du wirst deinem zukünftigen Ehemann sicher eine kluge Beraterin sein. Sie setzte nun zu einer ihren Lektionen an, von denen sie glaubte, dass sie ihren Kindern nützlich sein würden.Leider wurde uns dieser Krieg von Walleydor aufgezwungen und wenn wir uns dem nicht entschlossen entgegenstellen, dann ermutigen wir auch andere Reiche dazu, ihre Interessen kriegerisch gegen uns durchzusetzen, selbst innerhalb Castandors würden sich Viele gegen den Großkönig auflehnen, wenn sie den Eindruck bekommen, er sei zu nachgiebig. Viel mehr Leid für alle Menschen wäre die Folge." Sie hoffte, dass diese Lektion bei ihrer Tochter etwas bewirken würde, doch am Ende neigen junge Leute eben immer dazu, es besser wissen zu wollen, sie selbst war da in diesem Alter auch nicht immer anders.
