01-09-2024, 18:29 - Wörter:
Godwyn antwortete nicht mehr auf ihren Vorschlag, also ließ sie den Ritter besser in Ruhe und widmete sich lieber dem Essen und Trinken, das wirklich vorzüglich schmeckte. Den Alkohol konnte sie nur in Maßen genießen, doch er schmeckte gut, als dass sie auf Wasser umsteigen wollte; und der Eintopf war wirklich reich im Geschmack. Immer wieder driftete ihr vorsichtiger und beobachtender Blick zu Godwyn, der so anders als Alden wirkte, und sie fragte sich, wie diese beiden Männer wohl zusammengefunden hatten. “Du sagtest, ihr kennt euch schon lange, Alden”, begann Grace also ihre Gedanken zu formulieren. “Möchtest du mir erzählen, wie ihr beide zueinander gefunden habt? Ich kenne mich leider nicht mit den Gepflogenheiten der Ritterausbildung aus. Sind alle Knappen am selben Hof für die Ausbildung? Und es gibt noch einen weiteren guten Freund in eurer Truppe, den du erwähnt hast.” Sie war wirklich interessiert an den beiden Rittern, ebenso an der Freundschaft, die sie alle verband. Es schien weitaus mehr zu sein als berufliches Miteinander, und sie konnte es durchaus verstehen. Alden fand sie himmlisch, erfrischend und liebenswert, Godwyn hatte sie erst vor wenigen Momenten kennengelernt und fand ihn trotz allem eigensinnig, aber sehr einnehmend. Was sie sonst noch über Alden dachte, konnte sie partout nicht weiterführen, denn das war für eine verheiratete Frau viel zu viel und Scham und Schuld setzte ein. Doch als Alden das Wort an sich nahm, um von der Taverne und der Wirtin zu sprechen, sah sie auf, gerade in dem Moment, als der Godwyn ansah. Grace folgte Alden´s Blick und sah Godwyn ein Grinsen in seinem Becher verstecken. War es das, was sie dachte…? Kannte Alden auch diese Wirtin besser, als er sollte? Oder war das eine Anspielung auf etwas Anderes? Grace sah zwischen den beiden hin und her, doch ließ das Thema lieber fallen, kam aber nicht umhin, Alden noch einen kurzen, fragenden Blick zuzuwerfen.
“Stellt euch vor”, plauderte Grace dann leise los, weil die nächsten Worte sonst niemand hören sollte. “Ich habe meinen Vater als Kind einmal gefragt, ob ich das Kämpfen erlernen darf, genauso wie meine Cousins, aber natürlich hat er mir das verboten. Charles selbst hat mir, als wir jünger waren, ein bisschen etwas gezeigt, aber ich wäre glücklich, Euch mal im Kampf zu sehen, Godwyn. Es wäre bestimmt eine große Ehre.” Sie lächelte dem Ritter freundlich zu und hörte dann den Plänen für den Ausflug nach Hazelbrook vor. Dass sie wirklich hier war, frei und ohne Pflichten… das überwältigte Grace in diesem Moment so sehr, dass ihr Tränen in den Augen brannten. Sie fühlte sich so lebendig, und jetzt planten sie wirklich einen Ausflug, den sie alleine unternehmen durfte, einfach so. Dass das Ziel Hazelbrook sein sollte, Aldens Heimat, beflügelte ihr Herz. Beruhigend wollte sie Alden auf seine Beteuerungen hin ihre Hand auf seine legen, doch dann sah sie sich um und zog ihre Hand wieder zurück. “Ich weiß, dass ich euch beiden vertrauen kann, und dass ihr mich immer beschützen würdet. Und doch Alden, wenn mit deinem Vater etwas ist, kümmern wir uns gemeinsam darum. Du bist ja nicht alleine mit Godwyn und mir an deiner Seite. Und sollte es doch nicht so schlimm sein, verbringen wir einige wunderbare Momente dort, ich freue mich sehr.” Dann wandte sie sich an Godwyn und nickte ernst. “Ich werde morgen noch Charles um Erlaubnis bitten, natürlich. Er und ich stehen uns nahe, ich denke, dass er meinem Vorschlag zustimmen wird.”
Grace war nicht dumm, sie wusste um ihre Stärken und Schwächen, und ihre körperliche Verfassung war vielleicht eine gesunde, aber keine starke. Sie konnte sich nicht verteidigen, war mit nicht so viel Kraft gesegnet wie ein Mann und war die schwere Arbeit nicht gewohnt. Deshalb scheute sie sich auch nicht, um Hilfe zu bitten, und beiden Rittern fiel ihr das einfach, so freundlich und ehrenhaft wie sie waren. “Danke, dass ihr mir beide zur Seite stehen werdet. Vielleicht kann ich Euch auf der Reise mit ein wenig Literatur erfreuen, Godwyn, wenn Ihr mich schon begleiten müsst.” Abwartend sah sie Godwyn an, doch dann entbrannte eine echte Tavernen-Streiterei und Grace selbst wurde in Alden´s Arme gedrückt. Cider befleckte ihr Kleid und Menschen schlugen sich und schrien. Völlig gebannt sah sie zu und bemerkte erst spät, dass sie erneut viel zu nahe an Alden´s Körper gedrängt da saß. Ihre hellen Augen musterten ihn vergnügt, doch sie war innerlich immer noch etwas angespannt. Solch eine Situation bekam man als adelige Dame nicht oft mit… “Ich kann mir vorstellen, dass du allzeit bereit bist”, lachte sie nur kopfschüttelnd über Alden. Er war so anders als alle Männer, die sie bisher kennengelernt hatte, und sie musste unweigerlich an den Kuss von zuvor denken. Wärme breitete sich in ihrem Innersten aus, und sie brachte ein wenig Platz zwischen ihn und sich, um wieder atmen zu können.
“Ich vertrage auch nicht viel, wollte euch beiden aber eine Freude machen”, lächelte sie, doch dann sah sie, dass Godwyn schon mit neuem Alkohol zurückgekommen war. Anscheinend trank er gerne und viel, und sie war ganz froh, dass er Alden als Freund und Beschützer hatte. Hoffentlich passten die beiden gut aufeinander auf. “Danke, dass du mein Herz als stark erachtest”, flüsterte sie Alden zu, sodass Godwyn es noch nicht hören konnte. “Das ist ein wunderschönes Kompliment und ich werde mich stets daran erinnern. Und danke, dass du das Risiko mit mir eingehst.” Godwyn stellte drei Becher auf den Tisch und Grace sah ihm dabei fast schon überfordert zu. “Godwyn, mein Liebster, versucht Ihr, mich abzufüllen?”
“Stellt euch vor”, plauderte Grace dann leise los, weil die nächsten Worte sonst niemand hören sollte. “Ich habe meinen Vater als Kind einmal gefragt, ob ich das Kämpfen erlernen darf, genauso wie meine Cousins, aber natürlich hat er mir das verboten. Charles selbst hat mir, als wir jünger waren, ein bisschen etwas gezeigt, aber ich wäre glücklich, Euch mal im Kampf zu sehen, Godwyn. Es wäre bestimmt eine große Ehre.” Sie lächelte dem Ritter freundlich zu und hörte dann den Plänen für den Ausflug nach Hazelbrook vor. Dass sie wirklich hier war, frei und ohne Pflichten… das überwältigte Grace in diesem Moment so sehr, dass ihr Tränen in den Augen brannten. Sie fühlte sich so lebendig, und jetzt planten sie wirklich einen Ausflug, den sie alleine unternehmen durfte, einfach so. Dass das Ziel Hazelbrook sein sollte, Aldens Heimat, beflügelte ihr Herz. Beruhigend wollte sie Alden auf seine Beteuerungen hin ihre Hand auf seine legen, doch dann sah sie sich um und zog ihre Hand wieder zurück. “Ich weiß, dass ich euch beiden vertrauen kann, und dass ihr mich immer beschützen würdet. Und doch Alden, wenn mit deinem Vater etwas ist, kümmern wir uns gemeinsam darum. Du bist ja nicht alleine mit Godwyn und mir an deiner Seite. Und sollte es doch nicht so schlimm sein, verbringen wir einige wunderbare Momente dort, ich freue mich sehr.” Dann wandte sie sich an Godwyn und nickte ernst. “Ich werde morgen noch Charles um Erlaubnis bitten, natürlich. Er und ich stehen uns nahe, ich denke, dass er meinem Vorschlag zustimmen wird.”
Grace war nicht dumm, sie wusste um ihre Stärken und Schwächen, und ihre körperliche Verfassung war vielleicht eine gesunde, aber keine starke. Sie konnte sich nicht verteidigen, war mit nicht so viel Kraft gesegnet wie ein Mann und war die schwere Arbeit nicht gewohnt. Deshalb scheute sie sich auch nicht, um Hilfe zu bitten, und beiden Rittern fiel ihr das einfach, so freundlich und ehrenhaft wie sie waren. “Danke, dass ihr mir beide zur Seite stehen werdet. Vielleicht kann ich Euch auf der Reise mit ein wenig Literatur erfreuen, Godwyn, wenn Ihr mich schon begleiten müsst.” Abwartend sah sie Godwyn an, doch dann entbrannte eine echte Tavernen-Streiterei und Grace selbst wurde in Alden´s Arme gedrückt. Cider befleckte ihr Kleid und Menschen schlugen sich und schrien. Völlig gebannt sah sie zu und bemerkte erst spät, dass sie erneut viel zu nahe an Alden´s Körper gedrängt da saß. Ihre hellen Augen musterten ihn vergnügt, doch sie war innerlich immer noch etwas angespannt. Solch eine Situation bekam man als adelige Dame nicht oft mit… “Ich kann mir vorstellen, dass du allzeit bereit bist”, lachte sie nur kopfschüttelnd über Alden. Er war so anders als alle Männer, die sie bisher kennengelernt hatte, und sie musste unweigerlich an den Kuss von zuvor denken. Wärme breitete sich in ihrem Innersten aus, und sie brachte ein wenig Platz zwischen ihn und sich, um wieder atmen zu können.
“Ich vertrage auch nicht viel, wollte euch beiden aber eine Freude machen”, lächelte sie, doch dann sah sie, dass Godwyn schon mit neuem Alkohol zurückgekommen war. Anscheinend trank er gerne und viel, und sie war ganz froh, dass er Alden als Freund und Beschützer hatte. Hoffentlich passten die beiden gut aufeinander auf. “Danke, dass du mein Herz als stark erachtest”, flüsterte sie Alden zu, sodass Godwyn es noch nicht hören konnte. “Das ist ein wunderschönes Kompliment und ich werde mich stets daran erinnern. Und danke, dass du das Risiko mit mir eingehst.” Godwyn stellte drei Becher auf den Tisch und Grace sah ihm dabei fast schon überfordert zu. “Godwyn, mein Liebster, versucht Ihr, mich abzufüllen?”
