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We were built to fall apart
25.08.1016 - 00:00
Arbeitszimmer des Fürsten
Liadhnán Canonach Mathúin Canonach

Unregistered
Liadhnán Canonach
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#3
Es dauerte nicht lange, bis Mathúin sie entdeckte. Er war aufmerksam und ihm fielen oft die kleinsten Kleinigkeiten auf. Liadhnán setzte ein leichtes Lächeln auf, als er aufstand und näher kam. Ob sie ihr Ziel so schnell bereits erreicht hatte? Wohl kaum. Doch wenn sie ihn lange genug in ein Gespräch verwickeln konnte, würde die Kerze auf seinem Schreibtisch erlöschen und ihm damit dann ganz deutlich zeigen, dass es Zeit fürs Bett war. Langsam schüttelte sie den Kopf, während ihr Blick fest auf seinen dunklen Augen hing. Sie konnte sich darin in eine Ewigkeit verlieren, die er aber nicht zuließ. Mittlerweile hielt er ihrem Blick länger stand, aber irgendwann wendete er ihn immer ab. Sie wusste nicht, was sie entgegnen sollte. Irgendwie war sie hier, um ihn vorsichtig in Richtung Bett zu bugsieren, aber wer war sie, einem Fürsten zu sagen, was er zu tun und zu lassen hatte?

Als er ihr Bild ansprach, senkte sie kurz den Blick, nur um lächelnd wieder aufzusehen. Mathúins Komplimente waren besonders. Er warf damit nicht wahllos um sich, im Gegenteil. Ihr Äußeres kommentierte er fast gar nicht, daher waren diese Aussagen so viel mehr wert. „Übung macht den Meister“, kommentierte sie, weil sie ihm einerseits nicht widersprechen wollte, andererseits sich aber auch nicht gänzlich in der Bemerkung sonnen wollte. In Gedanken stellte sie sich das Schlafgemach vor und fragte sich, ob das Gemälde dort hinein passen würde. Die Farben bissen sich doch mit denen der Kissen und die Wände waren geziert von dunklen Holzvertäfelungen. Dass allein die Geste, dass er das Bild so nah bei sich dulden würde, zählte, konnte Lia nicht sehen. Sie las weder Menschen noch zwischen den Zeilen besonders gut und legte den Fokus oft auf Details, die oft unwichtiger nicht sein konnten. „Es hat einen schwarzen Rahmen und die Wände sich aus Nuss. Das passt nicht.“, merkte sie also seufzend an und hob dann ihre Laterne, um seine markanten Züge besser studieren zu können.

„Ich will nicht sagen, dass Augenringe Euer Gesicht zieren, aber Euer müder Blick spricht Bände.“ Daran, ihren Mann oder den Fürsten zu Duzen hatte sie sich noch nicht gewöhnt. Mit ihrem Vater hatte sie immer förmlich gesprochen, genau wie bis heute mit ihrer Stiefmutter. Es gab Tage, da wechselte sie mit Mathúin kein Wort, weil sie beide ihrer Wege gingen und ihre Intimität war auf einem seltsamen Level, den sie kaum greifen konnte. Ihr fiel ein, dass er vor Tagen in einem Nebensatz erwähnt hatte, wie schwer ihm das Schlafen fiel. Natürlich hatte sie das bemerkt, aber über Dinge, die ihn oder sein Inneres betrafen, sprach der Fürst sonst nicht. Zumindest nicht mit ihr. Kurz dachte sie an ihre Schwestern und ihr kam unweigerlich der Gedanke, ob Saoirse wohl einen besseren Draht zu ihm hätte entwickeln können. Keine Frage hätte sie eine bessere Fürstin gemimt. Ihr Blick glitt über das Gesicht des größeren Mannes, das vom Fackelschein in warmen Farben erleuchtet wurde. Doch wegen seiner dunklen Haare und der dunklen Kleidung wirkte er trotzdem kühl und unnahbar. Er war alles, was sie nicht war.

Dann glitt ihr Blick zurück zu dem imposanten Schreibtisch hinter ihm. „Ich kann dir bei deinen Geschäften nicht helfen.“ Sie verstand absolut gar nicht von diesen Dingen und hatte ihren Vater noch nie ein Wort darüber verlieren hören. “Aber ich kann mich da hinten in diesen Sessel setzen und…“ Und? Sie blickte auf die Laterne in ihrer Hand. „Dir meine Laterne halten.“, schlug sie schmunzelnd vor. Am liebsten hätte sie eine Hand an seine dunkle Lederweste gelegt und ein wenig darüber gestrichen, um irgendeine Art von Nähe aufzubauen, aber etwas hielt sie zurück. Mathúin war nicht gerade ein zugänglicher Mann und Lia hatte noch keinen guten Weg gefunden, ihm irgendwie näher zu kommen. Natürlich tauschten sie rudimentär angemessenen Körperkontakt aus, aber von dem, was hinter der Fassade des strengen Blickes vor sich ging, konnte sie nur fantasieren. Sie wusste nicht, wer er war und er ließ nicht zu, dass sie einen Blick darauf erhaschen konnte. „Ich kann nicht schlafen, wenn ich weiß, dass du hier sitzt und arbeitest.“, gab sie dann ehrlicherweise zu – wenn auch ein wenig egoistisch.
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Nachrichten in diesem Thema
We were built to fall apart - von Liadhnán Canonach - 22-08-2024, 19:39
RE: We were built to fall apart - von Mathúin Canonach - 25-08-2024, 21:45
RE: We were built to fall apart - von Liadhnán Canonach - 02-09-2024, 21:15
RE: We were built to fall apart - von Mathúin Canonach - 08-09-2024, 17:26
RE: We were built to fall apart - von Liadhnán Canonach - 28-10-2024, 21:38
RE: We were built to fall apart - von Mathúin Canonach - 05-11-2024, 22:33

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