02-09-2024, 21:58 - Wörter:
Allmählich kehrte das Leben in Elitheas Glieder zurück. Es tat gut wieder eine andere körperliche Lage anzunehmen, außer immer nur liegend im Bett zu verbringen. Die letzten Tage, als die junge Prinzessin wieder halbwegs zu Kräften gekommen war und sich der Husten langsam zurückgezogen hatte, waren ihre Gedanken immer klarer geworden, hatten sich von der Schwere der Krankheit befreit. Und waren augenblicklich wieder in Sorge um die anderen Mitreisenden verfallen, die Soldaten und natürlich auch die Bewohner ihrer Heimatstadt. Es schien fast, als wäre dies ihr grundlegender Gemütszustand, sich mehr über die anderen zu kümmern als um sich selbst. Erleichterung tat sich also kund, zeigte sich in einem erfreuten, sanften Lächeln und einem tiefen Durchatmen ob der Nachricht, dass es ihren Geschwistern gut ging. “Das freut mich sehr zu hören.“ anscheinend war sie die Einzige, die ausgedehnter unter der Seuche zu leiden gehabt hatte. Ihre ‚Konstitution‘ schien scheinbar nicht so kräftig wie die der anderen. Vermutlich waren die Strapazen, körperliche und seelische, der letzten Wochen doch zehrender gewesen, als sich die junge Trakas es eingestehen wollte. Wie es wohl den Soldaten ging, die sie begleitet hatten. Und ihrem Belisarius. Aber Elithea unterdrückte die Frage, die ihr just in diesem Moment doch eher unpassend erschien. Sie musste nur über die Aussage der Mutter zu dem Eintopf schmunzeln. “Am besten ist es wohl, man fragt nicht zu genau nach. Hauptsache er ist schmackhaft und stärkend.“ Und das war er, zumindest soweit sich Elithea daran erinnern konnte. So richtig Hunger hatte sie immer noch nicht entwickelt.
“Ich danke dir, Mutter, dass du dich um mich gekümmert hast. Es tat gut euch an meiner Seite zu wissen, als es mir schlecht ging. Und ich bin froh, dass ich euch nicht auch noch angesteckt habe.“ Wenn sie selbst etwa noch schuld gewesen wäre am Leid eines anderen, das hätte sich Elithea nie verziehen. Gerade ihre Mutter hatte doch wahrlich schon genug Schmerz erfahren müssen, da wollte sie nicht auch noch für eine Krankheit verantwortlich sein. So unauffällig wie ihr möglich war, nahm sie die Veränderungen ihrer Mutter in sich auf. Die Fürstin hatte allmählich wieder das edle Erscheinungsbild ihres früheren Selbst angenommen. Ihre Haltung war so aufrecht und erhaben wie zuvor, selbst in ihrem wachen Blick schien wieder ein gewisser Kampfesmut zu funkeln. Und das drückte sich auch in ihren Worten aus, denen es trotz aller Ehrlichkeit an einer gewissen mütterlichen Wärme mangelte. Wiederum war es mehr eine erzieherische Lektion zwischen Fürstin und Prinzessin als ein intimes Gespräch zwischen Mutter und Tochter. Pflichtbewusst senkte Elithea ein wenig den Blick, nahm folgsam die Lehre auf, die ihr die Mutter einbläuen wollte. Zumindest war ihr ein Kompliment vorangestellt, das Elithea mit bescheidener Freude in sich aufnahm und aufbewahrte. Ja, sie wollte eine kluge Beraterin sein, für wen auch immer. Und sie wusste ganz genau, dass sie dafür einen kundigen Lehrmeister gefunden hatte, der ihr auch abseits der Standesdünkel und Adelsvorgaben die Augen öffnen würde. Wieder tat ihr Herz bei den Gedanken an den Condottiere einen seltsam erhabenen Sprung, füllte es mit Hoffnung und Klarheit.
Aber natürlich hatte die Fürstin recht. Gleichgültig der Konsequenzen konnte sich weder die Familie Trakas, noch der Großkönig oder Castandor selbst erlauben, das frevelhafte Verhalten des aufmüpfigen Königs von Walleydor einfach so hinzunehmen. Es mussten Konsequenzen geben, und zwar von solch niederknüppelnder Härte, dass jeder Funke an Rebellion in den anderen Adelshäusern im Keim erstickt werden würde. Ob es dem Verräter Stafford bewusst war, welches verheerende Unheil er über die Länder Arcandas heraufbeschworen hatte? Hatte er alle Folgen seines Handelns durchdacht? Mit welchem Recht glaubte er die Bevölkerung der verschiedenen Königreiche ins Unglück zu stürzen? Und welchen Ausgang erhoffte er sich? “In unserer momentanen Situation ist es glaube ich nicht die passende Zeit an einen Ehemann zu denken.“ versuchte sie von sich abzulenken. Larissa würde sich vermutlich nur darauf stürzen endlich alle wünschenswerten Junggesellen zu entdecken. “Ich verstehe, dass es keinen anderen Ausweg gibt als die Rückeroberung unserer Heimat. Vielleicht finden wir dennoch eine Möglichkeit das Leid der Menschen zu mindern.“ versuchte sie es erneut mit ihrer mitfühlenden Art. Sollten die Männer mit Schwert und Feuer losziehen. So konnten sie doch mit Hingabe und Trost folgen, oder nicht?
“Ich danke dir, Mutter, dass du dich um mich gekümmert hast. Es tat gut euch an meiner Seite zu wissen, als es mir schlecht ging. Und ich bin froh, dass ich euch nicht auch noch angesteckt habe.“ Wenn sie selbst etwa noch schuld gewesen wäre am Leid eines anderen, das hätte sich Elithea nie verziehen. Gerade ihre Mutter hatte doch wahrlich schon genug Schmerz erfahren müssen, da wollte sie nicht auch noch für eine Krankheit verantwortlich sein. So unauffällig wie ihr möglich war, nahm sie die Veränderungen ihrer Mutter in sich auf. Die Fürstin hatte allmählich wieder das edle Erscheinungsbild ihres früheren Selbst angenommen. Ihre Haltung war so aufrecht und erhaben wie zuvor, selbst in ihrem wachen Blick schien wieder ein gewisser Kampfesmut zu funkeln. Und das drückte sich auch in ihren Worten aus, denen es trotz aller Ehrlichkeit an einer gewissen mütterlichen Wärme mangelte. Wiederum war es mehr eine erzieherische Lektion zwischen Fürstin und Prinzessin als ein intimes Gespräch zwischen Mutter und Tochter. Pflichtbewusst senkte Elithea ein wenig den Blick, nahm folgsam die Lehre auf, die ihr die Mutter einbläuen wollte. Zumindest war ihr ein Kompliment vorangestellt, das Elithea mit bescheidener Freude in sich aufnahm und aufbewahrte. Ja, sie wollte eine kluge Beraterin sein, für wen auch immer. Und sie wusste ganz genau, dass sie dafür einen kundigen Lehrmeister gefunden hatte, der ihr auch abseits der Standesdünkel und Adelsvorgaben die Augen öffnen würde. Wieder tat ihr Herz bei den Gedanken an den Condottiere einen seltsam erhabenen Sprung, füllte es mit Hoffnung und Klarheit.
Aber natürlich hatte die Fürstin recht. Gleichgültig der Konsequenzen konnte sich weder die Familie Trakas, noch der Großkönig oder Castandor selbst erlauben, das frevelhafte Verhalten des aufmüpfigen Königs von Walleydor einfach so hinzunehmen. Es mussten Konsequenzen geben, und zwar von solch niederknüppelnder Härte, dass jeder Funke an Rebellion in den anderen Adelshäusern im Keim erstickt werden würde. Ob es dem Verräter Stafford bewusst war, welches verheerende Unheil er über die Länder Arcandas heraufbeschworen hatte? Hatte er alle Folgen seines Handelns durchdacht? Mit welchem Recht glaubte er die Bevölkerung der verschiedenen Königreiche ins Unglück zu stürzen? Und welchen Ausgang erhoffte er sich? “In unserer momentanen Situation ist es glaube ich nicht die passende Zeit an einen Ehemann zu denken.“ versuchte sie von sich abzulenken. Larissa würde sich vermutlich nur darauf stürzen endlich alle wünschenswerten Junggesellen zu entdecken. “Ich verstehe, dass es keinen anderen Ausweg gibt als die Rückeroberung unserer Heimat. Vielleicht finden wir dennoch eine Möglichkeit das Leid der Menschen zu mindern.“ versuchte sie es erneut mit ihrer mitfühlenden Art. Sollten die Männer mit Schwert und Feuer losziehen. So konnten sie doch mit Hingabe und Trost folgen, oder nicht?
