03-09-2024, 16:46 - Wörter:
Ariadne war vollkommen in den Gedankengang des Aristomachos vertieft. Es war höchst interessant, nachzuvollziehen, wie er die Entstehung eines Staates beschrieb. Selbst die näherkommenden Schritte bemerkte sie nicht. Es brauchte schon die direkte Ansprache, um sie aus ihren Gedanken zu reißen. Sie zuckte kurz zusammen, blickte auf und sah ein halbwegs vertrautes Gesicht. Es handelte sich um Stavros Castellanos, einen Neffen des Großkönigs. Sie wurden während der Feierlichkeiten schon einander vorgestellt, wie das in ihren Kreisen eben so üblich war, aber miteinander gesprochen hatten sie bisher nie, erst recht nicht in einem solchen Kontext. Wäre sie noch eine junge Dame, wäre es höchst unangebracht, sich mit einem Mann alleine in einem Raum aufzuhalten, aber als Witwe Ende 40 hatte sie solche Sorgen längst hinter sich gelassen. Nach dem ersten Schreck hat sie sich dann auch schnell wieder gefasst und erhob sich von ihrem Sessel, um den jungen Castellanos mit einem höflichen Knicks zu begrüßen. Dass sie auch von ihm, wie von den meisten Leuten bei Hofe, noch mit korrektem Titel angesprochen wurde, ist ihr natürlich nicht entgangen. Man könnte zwar sagen, dass sie ihres Titels de facto verlustig gegangen ist, doch rein rechtlich wurde von Castandor die Zugehörigkeit Eastergold Meadows immer noch aufrechterhalten.
"Euer Gnaden, selbstredend stört Ihr nicht, ich habe auch die Gelegenheit genutzt, meine Studien so gut es geht wieder aufzunehmen. In letzter Zeit kam ich leider nicht so oft dazu wie ich es mir gewünscht hätte." Der Grund dafür war allen klar, daher musste sie darauf nicht genauer eingehen. "Die Bibliothek ist immer genau der richtige Ort für mich wenn ich noch nicht schlafen kann. Unter den jungen Leuten, die bis zum Morgengrauen feiern, wäre ich in meinem Alter auch Fehl am Platze." Sie deutete auf den schweren Folianten vor ihr auf dem Tisch. "Ich war ganz begeistert als ich diese Abschrift des Aristomachos entdeckt habe. In Eastergold Meadow hatten wir auch eine in unserer Bibliothek, allerdings keine vollständige wie diese hier. Philosophie, Ökonomie, Staatskunst, das waren die Wissensgebiete, in die ich mich immer gerne vertieft habe. Ihr wurde plötzlich bewusst, dass sie den Castellanos in ein Gespräch verwickelte, obwohl dieser doch in die Bibliothek gekommen war, um sich seinen eigenen Studien zu widmen. Er hatte wahrscheinlich keine Lust, sich mit ihr groß über die Abhandlungen des Aristomachos oder über Philosophie und Politik im Allgemeinen zu unterhalten, also hörte sie auf zu reden, damit ihm nicht noch weiter der Kopf brummte."
"Euer Gnaden, selbstredend stört Ihr nicht, ich habe auch die Gelegenheit genutzt, meine Studien so gut es geht wieder aufzunehmen. In letzter Zeit kam ich leider nicht so oft dazu wie ich es mir gewünscht hätte." Der Grund dafür war allen klar, daher musste sie darauf nicht genauer eingehen. "Die Bibliothek ist immer genau der richtige Ort für mich wenn ich noch nicht schlafen kann. Unter den jungen Leuten, die bis zum Morgengrauen feiern, wäre ich in meinem Alter auch Fehl am Platze." Sie deutete auf den schweren Folianten vor ihr auf dem Tisch. "Ich war ganz begeistert als ich diese Abschrift des Aristomachos entdeckt habe. In Eastergold Meadow hatten wir auch eine in unserer Bibliothek, allerdings keine vollständige wie diese hier. Philosophie, Ökonomie, Staatskunst, das waren die Wissensgebiete, in die ich mich immer gerne vertieft habe. Ihr wurde plötzlich bewusst, dass sie den Castellanos in ein Gespräch verwickelte, obwohl dieser doch in die Bibliothek gekommen war, um sich seinen eigenen Studien zu widmen. Er hatte wahrscheinlich keine Lust, sich mit ihr groß über die Abhandlungen des Aristomachos oder über Philosophie und Politik im Allgemeinen zu unterhalten, also hörte sie auf zu reden, damit ihm nicht noch weiter der Kopf brummte."
