14-09-2024, 21:00 - Wörter:
Natürlich wusste Stavros um das Leid und die Geschichte von Ariadne Trakas, und wie sie da vor ihm saß, mitten in der Dunkelheit und beschienen nur von einem leisen Licht, beeindruckte ihn. Trotz allem steckte eine Kraft in ihr, die ihn überraschte, und von ihr ging eine Klugheit und Offenheit aus, die er nicht recht einzuordnen wusste. Dieser Abend gestaltete sich mehr und mehr zu einem kleinen Wunder, und er wusste, was er die nächsten Tage und Nächte auf Pergament verewigen würde. Poetische, philosophische Gedanken und Fragen, dessen war er sich sicher. Erst zuvor auf der Feier waren sie einander vorgestellt worden, doch jetzt, hier in der Einsamkeit der finsteren Bibliothek, sah Stavros neben ihrer Stärke auch eine gewisse Zerbrochenheit, und es berührte ihn irgendwo tief in seinem Innersten. Sie hatte viel durchlebt, und dass sie hier und heute zugegen gewesen war, erstaunte ihn. Wahrscheinlich sollte er sich entschuldigen und sie alleine lassen, doch er brauchte genauso Ruhe und Abgeschiedenheit wie sie. Und wer wusste schon, vielleicht fand er in ihr wirklich einen guten Gesprächspartner? Als er sie höflich ansprach und seine Absichten, hier zu bleiben, verbalisierte, sprach die Dame voller Respekt und Intelligenz in ihrer Stimme. Er war beinahe sofort von der Fürstin eingenommen und setzte sich ihr gegenüber.
“Wenn es Euch nicht zu viel Mühe macht, Euer Gnaden, würde ich sehr gerne mehr über Eure Studien erfahren. Ob Ihr es glaubt oder nicht, aber hier finden sich oftmal nur wenige gute Gesprächspartner.” Er sah sie mit blitzenden Augen an und schloss dann gleichermaßen müde und hellwach seine Augen. Solche Feierlichkeiten raubten ihm den Nerv… und mit einer gewissen Sommerländerin hatte er ohnehin viel zu lebhafte Gedanken. Es war ein geradezu verwirrender Abend. Als Fürstin Trakas erneut sprach, sah Stavros automatisch auf den Tisch zwischen ihnen, wo ein dicker Foliant lag. Interessiert blickte seine Augen zum Titel, und er lächelte sie respektvoll an. “Was interessiert Euch an diesen Gebieten am meisten? Gibt es ein philosophisches Thema, das Euch die letzten Monate sehr begleitet hat? Oder eine ökonomische Strategie, die Euch gefällt? Es sind spannende Thematiken, die Ihr Euch da ausgesucht habt.” Dann holte er von einem Nebentisch seine eigene Lektüre, was nur ein Ausstrecken seiner Hand vonnöten hatte, um sie zu erreichen. “Ich befasse mich mit der herbstländischen Geschichte und deren Hingabe zur Großen Mutter”, erklärte er mit tiefer, samtener Stimme und seine Gedanken wanderten zu seiner letzten Reise dorthin. “Ich finde es geradezu spannend, dass die Menschen dort immer noch an der Alten Religion hängen.”
“Wenn es Euch nicht zu viel Mühe macht, Euer Gnaden, würde ich sehr gerne mehr über Eure Studien erfahren. Ob Ihr es glaubt oder nicht, aber hier finden sich oftmal nur wenige gute Gesprächspartner.” Er sah sie mit blitzenden Augen an und schloss dann gleichermaßen müde und hellwach seine Augen. Solche Feierlichkeiten raubten ihm den Nerv… und mit einer gewissen Sommerländerin hatte er ohnehin viel zu lebhafte Gedanken. Es war ein geradezu verwirrender Abend. Als Fürstin Trakas erneut sprach, sah Stavros automatisch auf den Tisch zwischen ihnen, wo ein dicker Foliant lag. Interessiert blickte seine Augen zum Titel, und er lächelte sie respektvoll an. “Was interessiert Euch an diesen Gebieten am meisten? Gibt es ein philosophisches Thema, das Euch die letzten Monate sehr begleitet hat? Oder eine ökonomische Strategie, die Euch gefällt? Es sind spannende Thematiken, die Ihr Euch da ausgesucht habt.” Dann holte er von einem Nebentisch seine eigene Lektüre, was nur ein Ausstrecken seiner Hand vonnöten hatte, um sie zu erreichen. “Ich befasse mich mit der herbstländischen Geschichte und deren Hingabe zur Großen Mutter”, erklärte er mit tiefer, samtener Stimme und seine Gedanken wanderten zu seiner letzten Reise dorthin. “Ich finde es geradezu spannend, dass die Menschen dort immer noch an der Alten Religion hängen.”
