16-09-2024, 20:57 - Wörter:
Farynn war ein raues, ungemütliches Land, das galt besonders für die windumtoste Nordspitze Kenmara. Die Vegetation war hier spärlich, doch es gab unweit der Festung einen uralten Nadelwald, der den Elementen zu trotzen schien. Wahrscheinlich war es der Wille der Göttin, der ihn all die Jahre erhalten hat, zumindest wollte Caragh das glauben, wenn sie mal nicht von Zweifeln geplagt wurde. Das beste Mittel gegen Zweifel war immer ein Gespräch mit ihrer liebsten und besten Freundin, der frisch gebackenen Fürstin oder einfach Lia, zwischen ihnen gab es keinerlei Formalitäten. Oft bewunderte sie Lia für ihre unbedarfte Religiosität und ihren unerschütterlichen Glauben an die Große Mutter. Etwas mehr davon könnte sie, die erst vor wenigen Monaten zur Hohepriesterin erwählt wurde, sicher gebrauchen. Die mystische, beinahe anderweltliche Atmosphäre des Waldes an diesem Morgen trug dazu bei, ihre Zweifel ein wenig zu lindern. Der dichte Nebel hing tief zwischen den Bäumen und verschluckte die Fernsicht, sodass die Wipfel der hohen Tannen und Kiefern in einem verschwommenen Grau verschwanden. Der Boden war weich, bedeckt mit feuchtem Moos, Nadeln und heruntergefallenen Zapfen, die das Geräusch der Schritte dämpften.
Caragh zeigte sich bei diesen Gelegenheiten immer von einer etwas weniger glamourösen Seite als gewohnt. Gegenüber Lia war das auch nicht vonnöten. Sie trug ein schlichtes grünes Wollkleid und darüber ein langes braunes Cape. Ihre dunklen Haare waren vollständig verborgen von der Kapuze des Capes, die sie mit einem eingenähten Band unter ihrem Kinn zugeschnürt hatte, so dass sie ihren Kopf eng umschloss und mit wohliger Wärme umgab. Ihre Freundin war von eher zarter Konstitution und kränkelte oft, weshalb sie sie oft dazu ermahnte, es ihr gleich zu tun und sich ebenfalls bei ihren längeren Spaziergängen in einen warmen Umhang zu hüllen und auch ihr Haupt nicht unbedeckt zu lassen.
Der kurze und milde Sommer war in Kenmara bereits vorüber. Es war ein sehr ereignisreicher Sommer, sowohl in Farynn als auch im Rest von Arcandas. Unbestätigte Drachensichtungen, eine Katastrophe nach der anderen im Sommerland und nun auch noch der Krieg zwischen Walleydor und Castandor. Würde der Krieg irgendwann nach Farynn kommen? Caragh würde alles dafür tun, zu verhindern, dass ihr Land ohne Not in die Konflikte anderer Reiche intervenierte und Bündnisse schloss, die nicht im Interesse Farynns waren. Ihr Einfluss war natürlich eher mittelbarer Natur, das musste sie einräumen. Sie hatte das Ohr der Fürstin, diese das ihres Mannes und jener das Ohr des Königs. Zumindest stellte sich das in der Theorie so dar, in der Praxis war es dann doch etwas komplizierter. Sie würde gegenüber ihrer Freundin auch nicht mit der Tür ins Haus fallen sondern sich behutsam an die sensibleren Themen herantasten. Sie erkundigte sich also erst einmal allgemein nach ihrem Befinden und den Herausforderungen ihrer neuen Position. "Hast du dich bereits etwas mehr in den Pflichten einer Fürstin eingefunden? Du weißt ja, dass ich immer für dich da bin, wenn du einen Rat brauchst."
Caragh zeigte sich bei diesen Gelegenheiten immer von einer etwas weniger glamourösen Seite als gewohnt. Gegenüber Lia war das auch nicht vonnöten. Sie trug ein schlichtes grünes Wollkleid und darüber ein langes braunes Cape. Ihre dunklen Haare waren vollständig verborgen von der Kapuze des Capes, die sie mit einem eingenähten Band unter ihrem Kinn zugeschnürt hatte, so dass sie ihren Kopf eng umschloss und mit wohliger Wärme umgab. Ihre Freundin war von eher zarter Konstitution und kränkelte oft, weshalb sie sie oft dazu ermahnte, es ihr gleich zu tun und sich ebenfalls bei ihren längeren Spaziergängen in einen warmen Umhang zu hüllen und auch ihr Haupt nicht unbedeckt zu lassen.
Der kurze und milde Sommer war in Kenmara bereits vorüber. Es war ein sehr ereignisreicher Sommer, sowohl in Farynn als auch im Rest von Arcandas. Unbestätigte Drachensichtungen, eine Katastrophe nach der anderen im Sommerland und nun auch noch der Krieg zwischen Walleydor und Castandor. Würde der Krieg irgendwann nach Farynn kommen? Caragh würde alles dafür tun, zu verhindern, dass ihr Land ohne Not in die Konflikte anderer Reiche intervenierte und Bündnisse schloss, die nicht im Interesse Farynns waren. Ihr Einfluss war natürlich eher mittelbarer Natur, das musste sie einräumen. Sie hatte das Ohr der Fürstin, diese das ihres Mannes und jener das Ohr des Königs. Zumindest stellte sich das in der Theorie so dar, in der Praxis war es dann doch etwas komplizierter. Sie würde gegenüber ihrer Freundin auch nicht mit der Tür ins Haus fallen sondern sich behutsam an die sensibleren Themen herantasten. Sie erkundigte sich also erst einmal allgemein nach ihrem Befinden und den Herausforderungen ihrer neuen Position. "Hast du dich bereits etwas mehr in den Pflichten einer Fürstin eingefunden? Du weißt ja, dass ich immer für dich da bin, wenn du einen Rat brauchst."
