22-09-2024, 07:28 - Wörter:
![[Bild: tumblr_nyzfj0YlsB1tky6ogo3_400.gif]](https://64.media.tumblr.com/14ad90a797e600de60048ef972b9a11f/tumblr_nyzfj0YlsB1tky6ogo3_400.gif)
Es war einige Tage nach ihrem Treffen mit den Amra, dass Hafiz einen Plan schmiedete. Doch nein, das stimmte nicht. Eigentlich hatte er den Plan schon bei dem Treffen geschmiedet und kam erst jetzt dazu, ihn auch wirklich auszuführen. Vielleicht hätte er bei dem Treffen nicht darüber nachdenken, sondern sich konzentrieren sollen, aber für die Diskussionen über etwaige Briefe und solcherlei Dinge waren andere eindeutig besser geeignet als er. Hafiz hatte seinen ganz eigenen Plan verfolgt, was nicht minder schwierig war; immerhin konnte er sich nicht so frei bewegen wie sonst, und in allen Städten des Sommerlandes mangelte es an… allem. Wie er es hasste. Diese Menschen hatten alles Gute verdient: Essen, sauberes Trinken, Sicherheit. Ein Dach über dem Kopf. Doch sie hatten nichts. Die Wut in seinem Herzen war ein wildes Tier, das wütend auf und ab schritt, doch heute Nacht wollte sich Hafiz nicht erlauben, dieser Wut nachzugehen. Stattdessen hatte er einige Vorbereitungen getroffen, die wichtig waren. Für Safiyya, seine Sonne am nächtlichen Himmel. Oder so ähnlich. Hafiz hatte sich sogar extra dafür gebadet und gewaschen, und obwohl mancher Dreck nicht mehr ganz abging, so duftete er doch sauber. Ein junges Mädchen, nicht älter als eine Handvoll Jahre, sah ihn mit großen Augen an, als sie ihm einige Datteln und einen Krug Wein überreichte. Hafiz öffnete den Mund, um zu sprechen, und das Mädchen sah ihn mit großen Augen an. Ihr Bruder, ein Junge, mit dem Hafiz öfter zu tun hatte, weil er ihn im Kampf ausbildete, stieß seine Schwester mit dem Ellbogen an; sie sollte wohl nicht so starren, doch Hafiz war daran gewohnt. Er kniete sich vor ihr hin, damit er auf Augenhöhe war, und versuchte sich an einem Lächeln, was wahrscheinlich eher einer irren Grimasse glich. Na wenigstens versuchte er es. “lan 'uwdhiak.” Ich werde dir nichts tun. Das Mädchen nickte und Hafiz patschte ihr mit der riesigen Hand auf das dunkle Haar. Erst dann wandte er sich seinem Schüler zu. “Aihtaris, passt auf euch auf. Wir sehen uns morgen Abend zur selben Zeit wie immer.” Dann nahm er zwei Münzen und gab sie den beiden, bevor sie geschickt im Dunkel der Nacht verschwanden.
Hafiz liebte die Nacht. In dieser konnte er sich halbwegs frei bewegen, sich in seinen geliebten engen Gassen umherschleichen und beobachten. Als er an Safiyyas Tür klopfte, strahlte er. “Meine geliebte Sonne, ich möchte dich heute Abend entführen”, sagte er mit klarer, deutlicher und nichtsdestotrotz wahnhafter Stimme. Er hatte bemerkt, dass sie ein bisschen elektrisierter als sonst war, fast schon nervös, und er wollte alles Böse von ihr fernhalten. Er WÜRDE alles Böse von ihr fernhalten. Wie eine Walze würde er alles umfahren, was ihr zu nahe kam. Wieso brauchte Safiyya aber eigentlich immer so lange? Erneut klopfte er, bevor er Schritte hörte. Er wusste, er musste höllisch aufpassen, sonst würde sie ihm noch die Zunge abschneiden, wenn er ungeduldig mit ihr war. Und als sie die Türe öffnete, schöner als alle Diamanten selbst, zog er sie in seine Arme. “Hast du für einen armen, alten Straßenköter wie mich Zeit? Ich will dich nach draußen entführen, ich habe etwas für dich vorbereitet.” Der Wein schwappte ein wenig über, weil er ihn immer noch in der Hand hielt, und Hafiz leckte ihn dort ab, wo er übergeschwappt war. Safiyya hasste das wahrscheinlich, also sah er sie treuherzig und entschuldigend an. Ihm fiel auf, dass seine Knöcheln an der rechten Hand immer noch nicht gut verheilt waren, weshalb er seine rechte Hand nun wieder verschwinden ließ, und er deutete nach draußen. “Kommst du jetzt mit, meine Geliebte?”
Hafiz liebte die Nacht. In dieser konnte er sich halbwegs frei bewegen, sich in seinen geliebten engen Gassen umherschleichen und beobachten. Als er an Safiyyas Tür klopfte, strahlte er. “Meine geliebte Sonne, ich möchte dich heute Abend entführen”, sagte er mit klarer, deutlicher und nichtsdestotrotz wahnhafter Stimme. Er hatte bemerkt, dass sie ein bisschen elektrisierter als sonst war, fast schon nervös, und er wollte alles Böse von ihr fernhalten. Er WÜRDE alles Böse von ihr fernhalten. Wie eine Walze würde er alles umfahren, was ihr zu nahe kam. Wieso brauchte Safiyya aber eigentlich immer so lange? Erneut klopfte er, bevor er Schritte hörte. Er wusste, er musste höllisch aufpassen, sonst würde sie ihm noch die Zunge abschneiden, wenn er ungeduldig mit ihr war. Und als sie die Türe öffnete, schöner als alle Diamanten selbst, zog er sie in seine Arme. “Hast du für einen armen, alten Straßenköter wie mich Zeit? Ich will dich nach draußen entführen, ich habe etwas für dich vorbereitet.” Der Wein schwappte ein wenig über, weil er ihn immer noch in der Hand hielt, und Hafiz leckte ihn dort ab, wo er übergeschwappt war. Safiyya hasste das wahrscheinlich, also sah er sie treuherzig und entschuldigend an. Ihm fiel auf, dass seine Knöcheln an der rechten Hand immer noch nicht gut verheilt waren, weshalb er seine rechte Hand nun wieder verschwinden ließ, und er deutete nach draußen. “Kommst du jetzt mit, meine Geliebte?”
