22-09-2024, 21:50 - Wörter:
![[Bild: tumblr_ouk71yJKDo1s60u9fo1_250.gif]](https://64.media.tumblr.com/c5d961104d88a0bb08c841c0980fd256/tumblr_ouk71yJKDo1s60u9fo1_250.gif)
Alden beobachtete Grace aufmerksam, während sie leise sprach. Ihre Worte ließen ihn nachdenklich werden, denn er spürte die Kluft zwischen ihren Welten. Sie hatte recht – ihr Leben war so anders, und doch versuchte sie, in seine Welt einzutauchen, indem sie sich ihrer Angst stellte. Ihre leise Entschlossenheit rührte ihn. Doch als sie Thomas und ihren Vater erwähnte, verdüsterte sich seine Miene. Die Erinnerung an ihren Ehemann holte ihn in die bittere Realität zurück, in der die Frau, die seinem Herzen so nahe war, zu einem anderen Mann gehörte. Ein Mann, der sie sicherlich auf seine Art und Weise liebte und besorgt um sie war, so zumindest hatte Alden das bei ihrem Aufeinandertreffen auf dem Anwesen der Ashmores durchaus erkennen können. Der aber dennoch nicht begriff, dass man die Zuneigung einer Frau wie Grace es war, nicht dadurch erlangte, in dem man versuchte ihr die Flügel zu stutzen. Man musste ihr die Freiheit geben, ihr wildes Herz leben zu lassen. Sie brauchte Raum, um zu fliegen.
Alden atmete tief durch, bevor er sprach. "Du musst das nicht für Thomas oder deinen Vater tun", sagte er sanft, aber bestimmt. "Es geht um dich. Ich möchte, dass du dich stark und sicher fühlst, egal, was die Männer in deinem Leben denken." Seine Stimme war ernster, als er beabsichtigt hatte. „Und wenn ich dir dabei helfen kann, dann werde ich alles tun, damit du dich diesen Ängsten stellen kannst, in deinem Tempo.“
Als er das Buch über Vögel erwähnte, sah er, wie Grace regelrecht aufblühte. Ihr Lächeln und die Begeisterung, die in ihren Augen aufleuchtete, war ansteckend. "Mein Vater würde sich sicherlich sehr freuen, wenn du Interesse an dem Buch hast," sagte Alden. "Er nahm uns manchmal mit, um Vögel und andere Tiere zu beobachten, aber ich habe immer zu viel Unfug getrieben. Ich war kaum zu bändigen." Er lachte, als er daran dachte, wie wild er als Kind gewesen war und wie sehr er die Erwachsenen manches Mal zur Verzweiflung gebracht hatte.
Ihr leises Summen vor Freude ließ Alden schmunzeln, und als sie von den Erinnerungen an ihre Mutter und deren Liebe zur Ornithologie sprach, lauschte er achtsam. Grace schien so lebendig in diesen Erinnerungen, dass er sich vorstellen konnte, wie sie als kleines Mädchen bei ihrer Mutter saß, von Vögeln umgeben. Als sie erzählte, wie ihr Vater manchmal von den Vögeln in den Weingärten genervt war, sah Alden das verliebte Glänzen in ihren Augen. Er musste nichts sagen; er spürte die Zuneigung zwischen ihnen, die sich unausgesprochen in jedem Blick und Lächeln offenbarte.
Alden konnte die Veränderung in Grace spüren, noch bevor sie es selbst bemerkte. Der Waldsee, die Stille, die Natur um sie herum – all das schien sie von der Außenwelt abzuschirmen und in eine Blase zu hüllen, die nur für sie beide existierte. Als sie sich ihm zuwandte, war in ihren Augen nichts als reines Gefühl. Kein Zweifel, keine Zurückhaltung – nur sie und der Moment.
Als sie sich sanft zu ihm herunterbeugte und ihn mit einem zarten Kuss berührte, spürte Alden ein tiefes Kribbeln in seinem Inneren. Doch es war der zweite Kuss, der alles veränderte. Grace legte ihr ganzes Herz in diese Berührung, und er konnte das Feuer spüren, das in ihr brannte. Als ihre Lippen sich öffneten und sie seine Zunge willkommen hieß, spürte er das warme Lächeln, das sich in ihrem Kuss verbarg.
Ihre Hand, sanft an seiner Wange ruhend, gab ihm das Gefühl, dass sie angekommen war – nicht nur bei ihm, sondern bei sich selbst. Er wusste, dass sie unsicher war, sich vielleicht nicht als erfahren genug fühlte, aber für ihn spielte das keine Rolle. Sie war perfekt so, wie sie war, und in diesem Augenblick war er sich sicher, dass er sie niemals wieder loslassen wollte. Grace schien dieselbe Geborgenheit zu spüren, und als sie sich tiefer in seine Arme schmiegte, verschmolzen sie zu einer Einheit – in einem Moment, der für beide unvergleichlich und unvergesslich war.
Als sie sich schließlich sanft von ihm löste, konnte er den Nachhall ihrer Berührung noch spüren. Ihr Lächeln, das abwartende Glitzern in ihren Augen, zeigte ihm, dass sie seine Zurückhaltung durschschaut hatte – und dennoch ihm versicherte, dass er sie nicht überforderte. Ihre sanfte Bestätigung, dass sie ihm ihre Grenzen zeigen würde, wenn es nötig war, beruhigte ihn. Es war ihre Art, ihm zu sagen, dass sie ihm vertraute. Er sah, wie ein paar lose Strähnen sich aus ihrem Zopf gelöst hatten, aber Grace schien sich nur auf ihn zu konzentrieren. Er konnte nicht anders, als sie einfach nur anzusehen, von ihrer Stärke und ihrer Sanftheit gleichermaßen beeindruckt.
"Du machst dir zu viele Gedanken," sagte Alden leise und strich ihr eine lose Strähne hinter das Ohr. "Es geht nicht um Erfahrung. Es geht darum, dass wir beide uns in diesem Moment wohlfühlen. Alles andere kommt von allein." Er lächelte warm, und seine braunen Augen funkelten voller Zuneigung. "Für mich ist es jetzt schon schöner, als ich es mir je hätte vorstellen können."
Dann beugte er sich vor, küsste Grace sanft auf die Lippen, ließ seine Küsse zu ihrer Wange und weiter zu ihrem Ohr wandern, wo er leise flüsterte: "Bist du dir sicher, dass du das hier auch wirklich willst, Euer Gnaden? Wir können immer noch aufhören. Und es bleibt nur bei einem Picknick am See."
