29-09-2024, 19:44 - Wörter:
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Alden lächelte, als Grace auf seine Worte antwortete, und es bestätigte ihm, was er bereits vermutet hatte – auch sie, als Fürstin, war nicht von den Erwartungen der Männer befreit, genauso wenig wie die anderen Frauen, die er kannte. Zwar genoss sie in ihrer privilegierten Position mehr Annehmlichkeiten, aber Freiheit in ihren Entscheidungen hatte sie nicht. Selbst ihr Wunsch, ihre Angst vor Pferden zu überwinden, schien weniger aus eigenem Antrieb zu kommen, sondern aus dem Druck, den die Männer in ihrer Familie auf sie ausübten. Deshalb hatte Alden versucht, ihr klarzumachen, dass sie diesen Schritt für sich selbst tun sollte – nicht nur, weil Thomas oder ihr Vater es wollten.
Grace bezeichnete seine Worte als selten und daraufhin nickte Alden verstehend. Er wusste, dass es nicht oft vorkam, dass ein Mann derartiges sagte. Auch wenn er sich selbst nicht als besonders modern betrachtete – er hielt weiterhin daran fest, dass Frauen Hausfrauen und Mütter sein sollten, während Männer die Rolle des Beschützers und Versorgers übernahmen – fand er es dennoch verwerflich, eine Frau als Eigentum zu sehen, welches sich seinem Willen fügen und unterordnen musste, notfalls mit Gewalt. Vor allem eine Frau wie Grace, deren Intelligenz und Stärke so deutlich zu erkennen waren. Wie schön wäre es, eine gleichberechtigte Partnerin zu haben, dachte er sich.
Alden neigte zustimmend den Kopf und lächelte, als Grace erneut bekräftigte, dass sie ihr „Pferdeproblem“ am nächsten Tag in Angriff nehmen wollte. "Hercules ist wahrscheinlich etwas zu groß für dich, Grace. Er würde dich zwar niemals abwerfen, es sei denn, ich gäbe ihm den Befehl, aber ich denke, die zierliche Stute meiner Schwester wäre passender. Sie ist sanft und lieb – du wirst sie mögen." Mit diesen Worten war der Übungsritt endgültig beschlossen.
Sein Lächeln wurde noch etwas breiter, als Grace ihm verspielt über die Wange strich und ihn als "kleinen Rabauken" bezeichnete. Ihre Berührung war sanft, vertraut und löste ein Gefühl von Geborgenheit in ihm aus, das nur wenige in seinem Leben je in ihm geweckt hatten. "Ja, ein Rabauke – das trifft es ziemlich gut. Ich war wild, ständig draußen und neugierig auf die Welt. Meine Mutter mochte das an mir, vielleicht weil es sie an ihre eigene Jugend erinnerte. Sie hat ein unglaubliches Temperament. Wenn sie sauer ist, sollte man in Deckung gehen. Mein Vater hingegen... er hatte es nicht leicht mit mir. Ich glaube, er war mit meiner Energie oft überfordert. Im Gegensatz zu meinen älteren Halbgeschwistern, die immer brav und gehorsam waren, war ich das Gegenteil. Er wollte mich disziplinieren und mir beibringen, was es heißt, ein Ritter zu sein, aber als Kind war ich alles andere als das."
Alden lachte leise, während er sich an die vielen Male erinnerte, in denen er Ärger gemacht hatte. "Ruhig sitzen und lernen? Das war eine Herausforderung für mich. Selbst während meiner Ausbildung zum Ritter gab es Zeiten, in denen ich nur hinaus wollte, um die Welt zu entdecken. Meine jüngere Schwester ist mir in dieser Hinsicht sehr ähnlich, auch wenn sie es selten zugibt. Meine Mutter sorgt sich, dass sie keinen Ehemann findet, weil sie so freiheitsliebend ist. Aber bisher hat sie auch kein Interesse daran gezeigt, sich zu binden."
Er schaute einen Moment nachdenklich auf den See hinaus, bevor er sich Grace wieder zuwandte. "Meine Erziehung war... streng, aber voller Liebe. Meine Eltern wollten, dass ich Verantwortung übernehme. Sie hätten mich in allem unterstützt, aber ich habe nie daran gezweifelt, dass ich Ritter werden wollte." Mit einem warmen Lächeln fügte er hinzu: "Ich bin froh, dass du deine Freiheiten als Kind genießen durftest. Man sieht es in deiner Stärke und deinem freien Geist."
An diesem ruhigen Ort am See schien die Welt stillzustehen und sie waren völlig ungestört. Grace traute sich, den Ritter zu küssen, und ihr schüchterner Kuss verwandelte sich schnell in etwas Mutigeres. Alden ließ sich darauf ein, erwiderte ihren Kuss und spürte, wie sich die Verbindung zwischen ihnen vertiefte, als seine Zunge zum Einsatz kam. Als sie sich ein wenig von ihm zurückzog und ihn mit diesen strahlenden Augen ansah, die mehr sagten als Worte, hielt er den Blick, überwältigt von der Nähe und der Zuneigung, die sie ihm entgegenbrachte.
Ihre Worte darüber, dass sie sicher sei mit dem, was hier geschah, waren für Alden Bestätigung genug. Sie vertraute ihm, und er würde dieses Vertrauen niemals missbrauchen. Doch er hatte ihr auch zu verstehen gegeben, dass sie jederzeit aufhören konnte, wenn sie sich unwohl fühlte.
Alden spürte das Kribbeln, das durch ihn fuhr, als Grace seine Wange streichelte und den Kuss vertiefte. Jede Berührung, jedes Wort, das sie murmelte, verstärkte die Magie zwischen ihnen, und er fühlte sich genauso verzaubert von dem, was zwischen ihnen geschah. Ihre Frage – „Was ist das nur mit dir?“ – ließ ihn leise schmunzeln. „Ich bin eben unwiderstehlich“, raunte er ihr ins Ohr und seine braunen Augen funkelten frech.
Als sie sich aufrichtete und ihre Hand an die Schnüre ihres Oberteils legte, erwiderte er ihren fragenden Blick. Alden setzte sich ebenfalls auf, und seine Finger glitten behutsam über die Schnüre. Jede seiner Bewegungen war sanft und respektvoll, und er ließ sich Zeit, um sicherzustellen, dass Grace sich wohlfühlte. Stück für Stück lockerte er die Schnüre, während die Stille der Natur sie umgab. Er blickte immer wieder zu Grace auf, um sich zu vergewissern, dass sie das wollte. Ihr vertrauensvoller Blick und ihr sanftes Lächeln beruhigten ihn und bestärkten ihn darin, weiterzumachen. Doch als das Oberteil sich nicht wie erwartet öffnen wollte, hielt er inne, runzelte die Stirn und betrachtete das Kleid mit einer Mischung aus Verwirrung und Belustigung.
Der Ritter lachte leise und schüttelte den Kopf. "Warum geht das Kleid nicht auf? Ich habe doch alle Schnüre gelöst, oder etwa nicht?" Er sah Grace gespielt verzweifelt an und fügte augenzwinkernd hinzu: "Soll ich etwa den Dolch holen?"
