10-10-2024, 22:20 - Wörter:
Und da war es wieder. Der wohl aufgesetzte und doch in den letzten Tagen und Wochen unerbittlich auferlegte Drang die Moral der Familie aufrecht zu halten. Sie musste stark sein, sie musste durchhalten, sie musste ertragen. Für das Wohl der Familie. So gern sie auch schwach gewesen wäre und sich endlich, endlich den in ihr tosenden Gefühlen hingeben wollte, sah sie in den verstohlenen Tränen ihrer Mutter den alarmierenden Beweis, dass sie in ihrem Auftrag versagt hatte. Die Worte des Fürsten von Bardon Pass hallten in ihrer Erinnerung lautlos und doch beschwörend wider. Sie sollte nicht die Nerven verlieren, die Ruhe bewahren und Stärke zeigen. Selbst Belisarius hatte ihr die Sorge um ihre Familie zu Beginn der Flucht übertragen. Auf ihren Schultern lastete die Zuversicht des gesamten kläglichen Rests der ehemals so edlen fürstlichen Familie. Da war kein Platz für Schwäche und Tränen, wenn doch ihre Geschwister und sogar ihre Mutter sich diesen Anspruch längst übertragen hatten. Irgendjemand musste doch einen kühlen Kopf behalten und wach die Ereignisse um sie alle herum im Auge haben. Und dazu schien scheinbar die junge Prinzessin auserkoren. Wie gern hätte sie einfach nur ihre kindlichen Ängste an einer starken Schulter ausgeweint und sich dem Schutz einer besänftigenden Umarmung anvertraut. Doch diese Geborgenheit, dieses Versprechen einer Sicherheit, die sie verloren hatte, das würde sie nicht hier finden, nicht jetzt. Der starke Stamm der Familie Trakas war auf brutalste Weise umgeschnitten worden. Und am Boden lagen nun verloren die Äste des einst prächtigen Baums.
Was blieb ihr also anderes übrig, als die aufkeimenden Tränen zurück hinter ihre Lider zu zwingen, sie hinunter zu schlucken und in ihrem Herzen aufzubewahren, bis auch ihr eine Gelegenheit vergönnt sein würde, sich ihnen einmal stellen zu dürfen. Hinter flatterndem Blinzeln verschwand die Nässe in ihren Augen, begleitet von tiefen, kontrolliert ruhigen Atemzügen. Es dauerte ein paar wenige Momente, ehe sie auch die Bilder einer zufriedenen, glücklichen Vergangenheit einer heilen Familie mit einem strengen, doch freundlichen Vater, die sie doch selbst ans Licht geholt hatte, wieder in den Tiefen ihrer Gedanken begrub. Wohl unbewusst und ohne bösen Hintergedanken hatte ihre Mutter die eigenen Bedürfnisse über die zaghaft vorgebrachten Versuche ihrer Tochter ihre eigenen Gefühle zu äußern gestellt, hatte das allgemeine Thema gleich auf sich bezogen und damit Elithea die Chance verwehrt sich ihre eigenen Sehnsüchte zu formulieren. Die junge Prinzessin rang sich ein sanftes Lächeln ab, als sie die Hände der Mutter drückte. "Ich bin mir sicher, dass er das gewusst hat. Und ich hoffe, dass es ihm zumindest ein wenig Ruhe gebracht hat zu wissen, dass wir in Sicherheit sind. Endymion wird ihm ein ehrvoller Nachfolger sein, wenn wir unsere Heimat zurück gewonnen haben.“ sprach sie ihre Worte wohlgewählt und im vollen Bewusstsein, dass es vermutlich genau das war, was ihre Mutter hören wollte. Und dass es etwas war, dass nur nützlich sein konnte, sich oft einzureden, um irgendwann selbst davon überzeugt zu sein. Zumindest was den letzten Satz anging. Elithea wollte die Stadt lieber zurückgewinnen, statt zurückerobern. Das Zweite klang doch viel blutiger und zerstörerischer als das Erste.
"Würdest du mir erlauben, mir ein wenig die Beine zu vertreten nach so langer Zeit des Liegens? Ich vermisse meine Geschwister.“ und ihren Belisarius, nach dem sie unbedingt sehen wollte, um sich seines Wohlbefindens zu versichern. Aber das musste die Mutter ja nicht wissen.
Was blieb ihr also anderes übrig, als die aufkeimenden Tränen zurück hinter ihre Lider zu zwingen, sie hinunter zu schlucken und in ihrem Herzen aufzubewahren, bis auch ihr eine Gelegenheit vergönnt sein würde, sich ihnen einmal stellen zu dürfen. Hinter flatterndem Blinzeln verschwand die Nässe in ihren Augen, begleitet von tiefen, kontrolliert ruhigen Atemzügen. Es dauerte ein paar wenige Momente, ehe sie auch die Bilder einer zufriedenen, glücklichen Vergangenheit einer heilen Familie mit einem strengen, doch freundlichen Vater, die sie doch selbst ans Licht geholt hatte, wieder in den Tiefen ihrer Gedanken begrub. Wohl unbewusst und ohne bösen Hintergedanken hatte ihre Mutter die eigenen Bedürfnisse über die zaghaft vorgebrachten Versuche ihrer Tochter ihre eigenen Gefühle zu äußern gestellt, hatte das allgemeine Thema gleich auf sich bezogen und damit Elithea die Chance verwehrt sich ihre eigenen Sehnsüchte zu formulieren. Die junge Prinzessin rang sich ein sanftes Lächeln ab, als sie die Hände der Mutter drückte. "Ich bin mir sicher, dass er das gewusst hat. Und ich hoffe, dass es ihm zumindest ein wenig Ruhe gebracht hat zu wissen, dass wir in Sicherheit sind. Endymion wird ihm ein ehrvoller Nachfolger sein, wenn wir unsere Heimat zurück gewonnen haben.“ sprach sie ihre Worte wohlgewählt und im vollen Bewusstsein, dass es vermutlich genau das war, was ihre Mutter hören wollte. Und dass es etwas war, dass nur nützlich sein konnte, sich oft einzureden, um irgendwann selbst davon überzeugt zu sein. Zumindest was den letzten Satz anging. Elithea wollte die Stadt lieber zurückgewinnen, statt zurückerobern. Das Zweite klang doch viel blutiger und zerstörerischer als das Erste.
"Würdest du mir erlauben, mir ein wenig die Beine zu vertreten nach so langer Zeit des Liegens? Ich vermisse meine Geschwister.“ und ihren Belisarius, nach dem sie unbedingt sehen wollte, um sich seines Wohlbefindens zu versichern. Aber das musste die Mutter ja nicht wissen.
