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Play with the Fire of your own Heart
25.09.1016 - 16:00
Hafen von King‘s Portal
Trigger: Rassismus, Armut

In need of a Quest?
Aurelia Marsili
Königsland - Admin
Alter 23
Beruf Wirtstochter, Sängerin, Informationshändlerin
Wohnort Castandor, King's Portal
Stand Ledig
User Letha
#1
Play with the Fire of your own Heart.
Burn for the things you love.

Dieser Krieg bedeutete nur Ärger, aber das interessierte die hohen Herren auf ihrem Goldberg recht wenig. Was sollten sie auch auf die Frauen hier unten achten, die den Nachmittag nun endlich hinter sich lassen wollten, aber einfach nicht fertig wurden. Warum? Natürlich wegen dem Krieg, oder wegen der Katastrophe auf den Inseln, oder wegen falsch geplanter Logistik. Das alles machte keinen Unterschied für Aurelia, die heute ihren Vater dabei ersetzte, die Fässer aus den Zwillingsstädten in die Taverne zu transportieren.
Ungeduldig tippte ihr Zeigefinger auf ihren nackten Unterarm, während sie auf ihren Fußballen hin und her wippte, immer wieder über die Schulter des kräftigen Seemannes lugend, der dabei war, die fünf schweren Fässer auf den gemieteten Wagen zu rollen. Ihre Hautfarbe war gesund, gebräunt sogar noch von der kräftigen Augustsonne — etwas, was ihre ganze Familie nicht von sich behaupten konnte. Wie die Seuche ausgerechnet Aurelia nicht erwischt hatte, obwohl sie doch genauso viel engen Kundenkontakt in der Schenke gehabt und aus Heofader weiß wessen Krug getrunken hatte, war sie bis dato von der Seuche verschont geblieben. Ob das ein Segen war? Zweifelhaft, wenn sie sich dafür mit Briefen, Ladungen und dem Schlimmsten von all dem — putzen der Taverne — beschäftigen durfte. Eigentlich sah man sie ständig hier, so oft sogar, dass sie die Hälfte der Tagelöhner grüßten und sie ihnen manchmal ein ganzes, manchmal ein halbes Lächeln zur Antwort schenkte. Oft genug, dass nur Fremde den Blick länger auf ihr ruhen ließen und sie sich einer gewissen Sicherheit von bekannten Gesichtern bewusst war, dass sie auf Unterstützung zählen konnte, sollte doch einer unbehaglich nahe kommen.
Leider machten in letzter Zeit Gerüchte die Runde. Sommerländer, natürlich Sommerländer, drängten sich den Verkäuferinnen hier auf, fragten sie nach ihren Knöcheln und grinsten ihr zahnloses Grinsen. Aurelias Meinung nach klang das Verhalten nach jeder ungehobelten Schiffcrew unabhängig jeglicher Nationalität, aber das sprach doch nur wieder davon, wie sie alle die Nase voll hatten (passend dazu kräuselte Aurelia leicht ihre Nase). Wer hatte schon nach den Krankheiten und dem ganzen Chaos gefragt, welches die Sommerländer wie einen blinden Passagier mit sich gebracht hatten? Niemand wollte diese Unstimmigkeit im Alltag. Sie alle wollten nur ihr Geld, um es anschließend zu sparen oder zu versaufen — das war die Routine der Hauptstadt, wie sie atmete und lebte. Aber Aurelia hatte — wie so viele andere — aufgehört, ihren Blick nach oben zum Bergfried zu richten und auf irgendein Zeichen vom König oder von Heofader selbst zu warten. Da nahm sie ihr Leben lieber selbst in die Hand, und ihren Rockzipfel gleich dazu.
„Wie viel?“ „2 Kupfer“, brummte der Seemann und hielt seine kräftige Hand auf, in der kurz darauf zwei Münzen landeten. Aurelia befestigte den Beutel an ihrem Taillengürtel und stieg über einen kleinen Haufen Pferdeäpfel, prüfte die Riemen des Ochsengeschirrs nochmal und stieg dann selbst auf die Ladefläche. Es war eine Routineuntersuchung, wirklich, aber ihr Vater bestand selbst aus dem Krankenbett darauf, weshalb sie ihre Hand an das erste Fass legte und einmal kräftig rüttelte. Mit dem schwappenden Geräusch zufrieden, schlängelte sie sich an dem Fass vorbei und wiederholte die gleiche Aktion beim zweiten. Irgendwo in dem Prozess blieb sie mit ihrem Kleid an dem Holz hängen, was sie leise fluchen ließ. Es brachte ja doch nichts. Je schneller sie hier fertig war, desto schneller konnte sie — Moment. Noch einmal rüttelte sie an dem dritten Fass, und wieder war ein dumpfes Rumpeln zu hören. Oh nein, nein nein nein nein… Sie wusste schon, was sie erwartete, bevor sie energisch den Deckelstöpsel hob und ein paar dunkler Augen ihr durch den Lichtfall entgegen blickten. „Meinst du nicht ernst jetzt.“ es war halb direkt an den blinden Passagier gerichtet, halb an Heofader selbst, während sich ihre Augenbrauen in einer Mischung aus Qual und Genervtheit zusammenzogen. Im Nu hatte sie den ohnehin nicht fest sitzenden Deckel angehoben, da wurden auf einmal lange Finger sichtbar, die sich durch die Stöpselöffnung wanden und den Deckel wieder auf das Fass zogen. „Denk bloß nicht dass ich dich nicht gesehen habe!“ Aurelias Finger gruben sich in das Holz und zogen stärker — diesmal erschienen zwei dünne Hände, bevor der Deckel wieder zurück auf seinem Platz landete. „Hör auf damit! Komm jetzt raus, du mieser Dieb!!“ Immer lauter wurde ihre Stimme, die Augen ein reiner Sturm aus Braun, während so immer wieder an dem Deckel zog, ihre Füße gegen den Wagenboden stemmte und sich fragte, ob es diese Anstrengung wirklich wert war, die ihr Nerven und graue Haare kostete. Der Wein, der anstelle dieses Parasiten hätte transportiert werden sollen, war vermutlich bereits verkauft oder versoffen von diesem Idioten, der ihr das Leben einfach unnötig schwer machte. Sie hatte andere Dinge zutun. Was interessierte sie die potentielle Armut, die den Fremden in ein Fass getrieben haben könnte, wenn sie selbst ihr eigenes Misere ausbaden musste. Wenn du arm bist, geh doch ins Militär. Damit warben sie doch, oder nicht?
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Play with the Fire of your own Heart - von Aurelia Marsili - 15-10-2024, 21:46

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