05-11-2024, 22:33 - Wörter:
Als Liadhnán beschämt ihren Kopf neigte, streichelte Mathúin mit seinem Daumen über ihre Wange. Wieso nur war sie so schüchtern? Und wieso war sie ihm so ergeben? Er hatte sich immer eine Partnerin gewünscht, die ihm ebenbürtig war. Es gab keinen Grund, weshalb sie sich so in den Schatten stellte, denn sie war begabt, liebevoll und hatte einen freien, starken Geist. Das alles sollte auf einen Scheffel gestellt werden, und nicht im Dunkel eines Kellers sein Dasein fristen. “Du scheinst, meine Liebste, und dein Licht soll den Menschen hier Führung geben.” Er war nie poetisch gewesen, doch Mathúin spürte, dass seine Frau ihn zu einem Poeten machte; ihr Wesen war so zart, dass es etwas in ihm berührte. Als sie ihm dann eine Erklärung gab, hob er fast schon streng die Augenbrauen. Es gebührte sich nicht, schlecht darüber zu sprechen, und doch juckte es ihm in den Fingern. “Wir haben es in unserer Familie anders gehandhabt, und ich bin nicht dein Vater, Liadhnán. Wir sind verheiratet, wir sind einen gemeinsamen Pakt eingegangen, und ich wünsche mir wirklich, du mögest ein bisschen offener sein.” Fast musste der Fürst über die eigenen Worte lachen. Eigentlich war ER derjenige, der als verschlossen und unnahbar galt, aber vielleicht verstand seine Frau ja, was er meinte. Er ließ also seine Hand sinken und nickte dann. “Wir hängen es irgendwo in unseren Gemächern auf, wo es nicht allzu öffentlich ist, versprochen.”
Als Mathúin sich wieder setzte, seufzte er auf. Sie hatte mit ihren Worten nicht unrecht, aber die Welt war nun mal so geregelt. “Dann bist du hier immer herzlich Willkommen, mo chridhe.” Sie war sein Herz. “Ich bin nicht leicht abzulenken, also kannst du deine Staffelei auch gerne hier aufbauen, wenn du möchtest. Aber du solltest abends wirklich nicht so lange aufbleiben, du brauchst deinen Schlaf.” Er wusste, sie war öfter früher wach, um zur Großen Mutter zu beten, und auch, wenn er das nicht verstand, würde er sie nie davon abhalten. “Ich gehe gerade ein paar Briefe durch, die ich von unseren Leuten erhalten habe. Anfragen, Lieferungen, so etwas. Ich bin nicht allzu versiert in diesen Dingen, und muss mich erst in alles einlesen und einfinden.” Natürlich hatte er als Adeliger Unterricht genossen, aber ein Fürst zu sein mit all den Aufgaben… das war einfach etwas ganz Anderes als loser Unterricht. “Wie hat dein Vater damit verfahren? Hatte er jemanden als rechte Hand?”
Dann wurde er einige sehr ehrliche Worte los, und Liadhnán sah ihn fast schon empört an. Traurig, aber überrascht. Woher er wusste, dass die Leute ihn nicht so mochten wie ihren Vater? “Das ist einfach, sie kennen mich noch nicht so lange. Und ich bin nicht von hier. Sie denken, dein Bruder hätte all das hier übernehmen und erben sollen. Das heißt also für mich, ich muss mich doppelt so anstrengen, was mich nicht stört, es ist nur… neu für mich. Ich habe deinen Vater ebenfalls sehr geschätzt und weiß, was die Menschen hier verloren haben.” Er hielt ihren Blick eine Weile fest, und senkte ihn dann wieder, um weiter arbeiten zu können. Doch als seine Ehefrau wieder sprach, sah er auf und sah sie mit staunendem Blick an. Das war… sehr persönlich gewesen und kannte er so nicht. Wann hatte je ein Mensch so etwas zu ihm gesagt? “Liadhnán, meine Liebste”, begann er also leise und sein sonst so strenger Blick wurde ein wenig weicher. Er wusste nicht, was er darauf sagen sollte, also sah er sie nur liebevoll an und schüttelte dann langsam den Kopf. “Danke.” Ein geflüstertes, leises Wort. “Aber lass uns jetzt weitermachen, damit wir bald schlafen können. Erzählst du mir etwas Schönes, ja? Damit lässt es sich schneller arbeiten. Oh, und erzähl mir bitte, wie wir Samhain dieses Jahr feiern werden, hast du dir darüber Gedanken gemacht?”
Als Mathúin sich wieder setzte, seufzte er auf. Sie hatte mit ihren Worten nicht unrecht, aber die Welt war nun mal so geregelt. “Dann bist du hier immer herzlich Willkommen, mo chridhe.” Sie war sein Herz. “Ich bin nicht leicht abzulenken, also kannst du deine Staffelei auch gerne hier aufbauen, wenn du möchtest. Aber du solltest abends wirklich nicht so lange aufbleiben, du brauchst deinen Schlaf.” Er wusste, sie war öfter früher wach, um zur Großen Mutter zu beten, und auch, wenn er das nicht verstand, würde er sie nie davon abhalten. “Ich gehe gerade ein paar Briefe durch, die ich von unseren Leuten erhalten habe. Anfragen, Lieferungen, so etwas. Ich bin nicht allzu versiert in diesen Dingen, und muss mich erst in alles einlesen und einfinden.” Natürlich hatte er als Adeliger Unterricht genossen, aber ein Fürst zu sein mit all den Aufgaben… das war einfach etwas ganz Anderes als loser Unterricht. “Wie hat dein Vater damit verfahren? Hatte er jemanden als rechte Hand?”
Dann wurde er einige sehr ehrliche Worte los, und Liadhnán sah ihn fast schon empört an. Traurig, aber überrascht. Woher er wusste, dass die Leute ihn nicht so mochten wie ihren Vater? “Das ist einfach, sie kennen mich noch nicht so lange. Und ich bin nicht von hier. Sie denken, dein Bruder hätte all das hier übernehmen und erben sollen. Das heißt also für mich, ich muss mich doppelt so anstrengen, was mich nicht stört, es ist nur… neu für mich. Ich habe deinen Vater ebenfalls sehr geschätzt und weiß, was die Menschen hier verloren haben.” Er hielt ihren Blick eine Weile fest, und senkte ihn dann wieder, um weiter arbeiten zu können. Doch als seine Ehefrau wieder sprach, sah er auf und sah sie mit staunendem Blick an. Das war… sehr persönlich gewesen und kannte er so nicht. Wann hatte je ein Mensch so etwas zu ihm gesagt? “Liadhnán, meine Liebste”, begann er also leise und sein sonst so strenger Blick wurde ein wenig weicher. Er wusste nicht, was er darauf sagen sollte, also sah er sie nur liebevoll an und schüttelte dann langsam den Kopf. “Danke.” Ein geflüstertes, leises Wort. “Aber lass uns jetzt weitermachen, damit wir bald schlafen können. Erzählst du mir etwas Schönes, ja? Damit lässt es sich schneller arbeiten. Oh, und erzähl mir bitte, wie wir Samhain dieses Jahr feiern werden, hast du dir darüber Gedanken gemacht?”
