08-11-2024, 22:55 - Wörter:
![[Bild: tumblr_nrwakdeP921rdq7t9o1_1280.jpg]](https://64.media.tumblr.com/1b6d16932d0b9a4954057e37da7dd279/tumblr_nrwakdeP921rdq7t9o1_1280.jpg)
Der Ritter der Königsgarde wartete in dem eleganten Zimmer, welches ihm zugewiesen worden war. Der Blick auf das weite Meer war atemberaubend; die sanft gegen die Klippen schlagenden Wellen strahlten eine beruhigende Wirkung aus. Doch trotz der friedlichen Szenerie, die den Eindruck erweckte, als könnte sie ihn in eine Welt voller Ruhe und Gelassenheit entführen, blieb Alden angespannt. Seine Gedanken kreisten. Es war nicht das erste Mal, dass er sich in solch hoher Gesellschaft befand, doch heute schien alles anders zu sein. Die Ablehnung, die der Fürst ihm von Anfang an entgegengebracht hatte, erschwerte es ihm, sich zu entspannen und das Mittagessen zu genießen. Letztlich war er nur hier, weil Grace ihn darum gebeten hatte, und so blieb ihm nichts anderes übrig, als zu hoffen, dass das Essen friedlich verlaufen würde.
Gerade als er in seine Gedanken vertieft war, klopfte es an der Tür. Zu seiner Überraschung trat das Fürstenpaar ein, um ihn abzuholen und nicht ein Diener, wie er erwartet hätte. „Euer Gnaden“, sagte Alden, erhob sich und neigte respektvoll den Kopf. „Welche Ehre für einen einfachen Ritter, dass Ihr Euch selbst die Mühe macht, mich abzuholen.“ Er fügte hinzu: „Und ich danke Euch für das wunderschöne Zimmer, Euer Gnaden. Die Aussicht ist wirklich atemberaubend.“ Es war ein ehrlich gemeintes Kompliment.
Alden folgte dem Fürstenpaar durch die Gänge, doch immer wieder glitt sein Blick zu Grace. Die Art, wie sie an Thomas’ Arm hing, wie ihre Finger sich beinahe krampfhaft daran festhielten, ließ ihn unwillkürlich innehalten. Es war eine unmissverständliche Geste, die er nicht übersehen konnte. Grace schien in Thomas’ Nähe ungewöhnlich zurückhaltend, ihre Bewegungen steif, als versuche sie, sich nicht völlig mit ihm zu verbinden. Eine spürbare Unruhe lag in ihren Zügen, als wäre sie hin- und hergerissen. Alden hatte das Gefühl, Zeuge eines unausgesprochenen Konflikts zu sein, der zwischen den beiden schwebte und er fragte sich, ob es mit ihm zu tun hatte. Es wirkte beinahe, als wolle Thomas mit jeder Geste betonen, wie eng die Verbindung zwischen ihm und der Fürstin war, doch Grace schien sich dieser Demonstration eher zu entziehen. Ihre Zurückhaltung war unübersehbar, als ob sie sich nicht vollständig auf diesen Moment einlassen konnte oder wollte.
Schließlich erreichten sie den Speisesaal, und Alden trat hinter dem Fürstenpaar ein. Die Familie war bereits am Tisch versammelt, doch die Atmosphäre war von einer spürbaren Anspannung durchzogen. Jeder schien in Gedanken versunken, und der höfliche Austausch war weniger locker als gewöhnlich. Alden blieb stehen und wartete ruhig, bis der Hausherr ihn offiziell vorstellte.
