22-11-2024, 14:28 - Wörter:
Stavros genoss den kleinen, feinen Austausch. Vor allem jetzt, nach solch einer lauten, fabulösen Feier, die er nicht so zu schätzen wusste wie andere Menschen. Dafür mochte er aber genau das hier: intellektuelle Diskussionen, um die man sich Gedanken machen konnte. In diesen Momenten stieg Ariadne Trakas in seinem Ansehen, und er wusste, er würde sie nie wieder mit denselben Augen sehen. In dieser Frau steckte ein kluger Kopf, und sie war anders als viele andere Frauen in dieser Welt: sie jagte nicht der Frage hinterher, wie sie ihre Kinder gut verheiraten konnte, sondern sie las, bildete sich Meinungen und wusste darüber zu philosophieren. Es war ein schönes Hin und Her und ein feines Jonglieren von klugen Worten, und Stavros genoss es sehr. „Es ist durchaus problematisch, dass es im Zusammenleben seit jeher ein Arm und Reich gibt. Aber auch das ist unabdingbar, wage ich zu behaupten. Es wird immer Menschen geben, die mehr wollen als der Rest, und somit entsteht immer ein Ungleichgewicht, das sehr zu bedauern ist.“ Hatte sie sein Missfallen in der Stimme gehört? Missfallen darüber, dass er genauso wenig den Adel zu schätzen wusste wie Aristomachos damals? Es war ein notwendiges Übel, wie er gerade erklärt hatte, aber er hasste es. Er hatte rein gar nichts dazu beigetragen, in die „richtige“ Familie geboren worden zu sein, und hatte mehr Geld und Anspruch als die meisten Bürger Arcandas. „Wie steht Ihr dazu, Euer Gnaden? Seht Ihr es als notwendiges Übel oder als mehr? Etwas, das Euch gut tut?“ Angesichts ihrer Historie und Biographie wahrscheinlich nicht, aber vielleicht genoss sie dennoch das gute Leben einer Adelsdame.
„Es ist in der Tat immer wieder faszinierend, nach Farynn zu reisen, und ich hoffe, dass Euch das Glück auch mal trifft, dorthin zu kommen“, begann Stavros und nahm einen Schluck vom scharfen Alkohol. „Ich weiß gar nicht, ob Farynn sagen würde, dass die anderen Länder Fehlentwicklungen gemacht haben. Die Bewohner dort sind trotz allem anerkennend und aufmerksam, selten höre ich ein schlechtes Wort über ihre Lippen kommen. Vielleicht sind sie einfach so in sich gekehrt, dass sie kaum eine eigene Meinung über etwas Anderes haben, als über sich selbst?“ Stavros dachte darüber nach und sein Blick fand eine einsame Kerze. „Darf ich Euch auch etwas Persönliches fragen, Euer Gnaden?“ Seine Augen blickten nun nach oben, direkt in die Augen der älteren Dame, und verweilten dort, wartend auf eine Erwiderung.
„Es ist in der Tat immer wieder faszinierend, nach Farynn zu reisen, und ich hoffe, dass Euch das Glück auch mal trifft, dorthin zu kommen“, begann Stavros und nahm einen Schluck vom scharfen Alkohol. „Ich weiß gar nicht, ob Farynn sagen würde, dass die anderen Länder Fehlentwicklungen gemacht haben. Die Bewohner dort sind trotz allem anerkennend und aufmerksam, selten höre ich ein schlechtes Wort über ihre Lippen kommen. Vielleicht sind sie einfach so in sich gekehrt, dass sie kaum eine eigene Meinung über etwas Anderes haben, als über sich selbst?“ Stavros dachte darüber nach und sein Blick fand eine einsame Kerze. „Darf ich Euch auch etwas Persönliches fragen, Euer Gnaden?“ Seine Augen blickten nun nach oben, direkt in die Augen der älteren Dame, und verweilten dort, wartend auf eine Erwiderung.
