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A kind gesture can reach a wound that only compassion can heal
10.09.1016 - 15:00
Palastgärten des Großkönigs
Trigger: Hinrichtung, Flucht, Gewalt
Elithea Trakas Orpheus Castellanos

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Orpheus Castellanos
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#6
Orpheus nickte höflich, obwohl seine Gedanken abschweiften. Die Worte der Trakastochter, insbesondere ihre unterschwellige Unsicherheit, blieben ihm nicht verborgen. Er war sich bewusst, dass ihre Familie sich in einer prekären Lage befand und dass vieles von der Gunst der Castellanos abhing. Doch was sollte er darauf sagen? Trost spenden? Es fühlte sich an, als sei das nicht genug. „Ich bin froh, dass ihr euch gut einlebt“, erwiderte er mit ruhiger Stimme, während er den Blick kurz senkte, um die Worte zu sammeln, die er als richtig empfand. „Mein Vater... der Großkönig... sieht es als seine Pflicht an, euren Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten.“

Eine vage Formulierung, die er gewählt hatte, um einer tieferen Auseinandersetzung auszuweichen. Insgeheim fragte er sich, wie lange diese Arrangements Bestand haben würden, ob der Großkönig tatsächlich an einer langfristigen Unterstützung interessiert oder ob das Ganze nur eine taktische Geste war. Die Politik seines Vaters, gelenkt durch die Hand des Königs, erschien ihm oft wie ein Schachspiel, und er selbst fühlte sich dabei häufig wie ein Bauer, der nur von einer Position zur nächsten geschoben wurde. Dann fügte er mit einem kleinen Lächeln hinzu: „Bitte nennt mich Orpheus, wir sind doch unter uns.“

Der Prinz senkte den Blick kurz auf seine Hände, als Elithea von ihrer Schwester sprach. „Es freut mich, dass ihr meine Einladung als rechtzeitig empfandet“, begann er leise und zwang sich, das leichte Erröten bei ihrer Bemerkung über die vermeintliche Eifersucht ihrer Schwester zu ignorieren. „Vielleicht… wird es ja noch Gelegenheiten geben, sie ebenfalls einzuladen.“ Als Elithea jedoch plötzlich verstummte, ihre Stimme von dem Schmerz und der Wut über das Geschehene erstickt, fühlte Orpheus sich unvorbereitet. Er konnte ihren Kummer nicht einfach beiseiteschieben, noch weniger konnte er die Tragweite dessen, was ihre Familie erlitten hatte, vollständig begreifen. Dennoch spürte er, dass er etwas sagen musste – auch wenn er nicht sicher war, ob seine Worte Gewicht tragen würden. „Was Stafford getan hat…“ Er hielt kurz inne, seine Finger spielten nervös mit der Tischkante. „Es war ein Verrat von unvorstellbarer Tragweite. Ein Frevel, wie Ihr sagt. Es fällt schwer, zu verstehen, was Menschen zu solchen Taten treibt.“ Seine Stimme wurde etwas fester, als er weitersprach. „Aber eines bin ich mir sicher: Die Gerechtigkeit wird ihren Weg finden. Mein Vater, der Großkönig, wird nicht zulassen, dass solch ein Verbrechen ungesühnt bleibt. Ich weiß, es ist kaum ein Trost für Euch. Aber bitte glaubt mir, Euer Schmerz wird nicht unbeachtet bleiben. Ihr und Eure Familie seid nicht allein in diesem Dunkel.“ Seine Worte waren nicht perfekt, und er wusste, dass sie den Verlust nicht heilen konnten. Doch er hoffte, dass seine ehrliche Bemühung, Verständnis und Anteilnahme zu zeigen, vielleicht einen kleinen Funken Trost spenden konnte – oder zumindest den Eindruck hinterließ, dass sie in ihrem Kummer nicht vergessen waren.

Ihr Angebot, sich im Gegenzug nützlich zu machen, überraschte Orpheus ein wenig. Er nickte freundlich. „Wir werden sicherlich eine Aufgabe finden, die Euch Freude bereitet. Ich werde das Angebot an meine Mutter weiterleiten. Bis dahin seid bitte gewiss, Elithea, das ist keine Schuld, die Ihr begleichen müsst. Das ist das Mindeste, was wir für Euch tun können.“ Er hoffte inständig, dass er auch im Namen des Großkönigs sprach.

Die Pause, die er ihr anbot, wurde von fröhlichem Vogelgezwitscher und dem sanften Rauschen des Windes in den Blättern gefüllt, als ob es kein Übel auf der Welt gäbe. Orpheus wusste, dass er wahrscheinlich nicht die Vertrauensperson war, die Elithea brauchte, um sich zu öffnen, aber es war in Ordnung. Es lag ganz bei ihr, was sie mit seinem Angebot anfing und ob sie es überhaupt annehmen würde. Sie nickte, und Orpheus nahm einen weiteren Schluck aus seiner Teetasse.

Als das Gespräch auf die bevorstehende Hochzeit und seine Braut kam, gab er zu, dass ihn die Vorbereitungen der Feierlichkeiten weitaus weniger tangierten, als vielleicht von ihm erwartet wurde. „Es ist in gewisser Weise die übliche Aufteilung, ja. Die Braut bringt ihre Wünsche und Vorstellungen ein, der Bräutigam akzeptiert.“ Er setzte die Teetasse ab und sah Elithea einen Moment lang nachdenklich an. „Mit meiner Braut bin ich zufrieden, in dem Sinne, dass sie eine würdige Verbindung für unsere Familie ist. Ich bin sicher, sie wird sich einleben und sich hier wohlfühlen. Aber wie Ihr wisst, geht es weniger um Zuneigung als um das, was für alle Beteiligten von Nutzen ist.“ Ein leichtes Seufzen entglitt ihm. „Es ist eine pragmatische Entscheidung, keine romantische.“
Bei ihren tiefgründigen Worten über den Trugbild-Charakter des Moments trat ein sanftes Lächeln auf seine Lippen. „Ihr habt eine bemerkenswerte Sicht auf die Dinge, Elithea,“ sagte er mit aufrichtiger Bewunderung. „Vielleicht ist es genau diese Erkenntnis – das Akzeptieren der Vergänglichkeit und die Suche nach einem Weg durch den Schwermut –, die uns stark macht. Auch wenn ich gestehen muss, dass ich manchmal der Versuchung erliege, für einen Augenblick einfach nur zu vergessen.“

Als Iulia die Tassen nachfüllte und ihr höfliches Kompliment über die Blumenauswahl machte, nickte Orpheus ihr freundlich zu. Dann richtete er sich ein wenig auf, seine Haltung immer noch von Zurückhaltung geprägt, aber auch von dem Wunsch, den richtigen Ton zu treffen. „Ich kann mein Angebot nur widerholen, Elithea... Sollte Euch der Schwermut einmal zu sehr bedrücken, und sei es nur für einen Spaziergang oder ein Gespräch über belanglose Dinge, ich würde mich freuen, Gesellschaft zu leisten.“ Er wusste, dass er mit diesen Worten vorsichtig ihre Grenzen ansprach, ohne zu drängen, aber doch signalisierend, dass er bereit war, zuzuhören, wenn sie irgendwann mehr sagen wollte.

Orpheus neigte leicht den Kopf, um zu zeigen, dass Elithea ihre Frage stellen durfte, und lauschte ihren Worten mit wachsender Ernsthaftigkeit. Seine Hände ruhten still auf dem Tisch, die Augen auf ihr Gesicht gerichtet, während er die Tiefe ihrer Sorge erkannte. „Ich verstehe Eure Sorge,“ begann er nach einer kurzen Pause, „Ihr stellt eine sehr kluge und zugleich schwere Frage, eine, die mich selbst oft beschäftigt.“ Seine Stimme war ruhig, aber ein Hauch von Anspannung verriet, dass auch er keine leichte Antwort darauf hatte. Zumal er selbst die Tatsache, dass ein Krieg unvermeidlich sei, lange nicht hatte akzeptieren wollen. Jetzt, da der Prinz verstanden hatte, dass es unausweichlich war, klammerte er sich an die Hoffnung, dass das Heer, das Belisarius aufgestellt hatte, in der Lage sein würde, ihnen den Sieg zu bescheren.

„Der Ausgang wird von vielen Faktoren abhängen: den Kräften unserer Verbündeten, der Stärke unserer Armeen und – vielleicht am wichtigsten – der Moral unseres Volkes. Stafford hat vielen geschadet, und trotz seines Verrats hat er auch Unterstützer, und das dürfen wir nicht unterschätzen.“ Ein Schatten glitt über sein Gesicht, als er weitersprach. „Ich glaube, wir können siegen, nicht nur, weil wir es müssen, sondern weil ich, wie gesagt, daran glaube, dass Gerechtigkeit letztlich obsiegen muss. Doch wir dürfen nicht vergessen, welchen Preis wir für diesen Sieg zahlen werden.“ Sein Blick wurde sanfter, als er sie ansah.
„Ich wünschte, ich könnte Euch eine einfachere, klarere Antwort geben. Aber in solchen Zeiten ist Gewissheit oft ein seltener Gast.“
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RE: A kind gesture can reach a wound that only compassion can heal - von Orpheus Castellanos - 17-09-2024, 21:08
RE: A kind gesture can reach a wound that only compassion can heal - von Orpheus Castellanos - 05-11-2024, 22:45
RE: A kind gesture can reach a wound that only compassion can heal - von Orpheus Castellanos - 19-12-2024, 18:20

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