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My mind's a place I can′t escape your ghost
02.08.1016 - 23:00
In den Straßen
Elaine Beaufort Godwyn Wakefield

Unregistered
Godwyn Wakefield
Alter
Beruf
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Stand
User
#8
Der Ritter der Königsgarde hatte sich so oft ausgemalt, wie es wohl wäre, Elaine wiederzusehen. In seinen Träumen gab es immer einen Weg, sie aus dem Gefängnis zu holen. Sie würde ihre Schuld bereuen und er hätte ihr alles vergeben, um neu mit ihr zu beginnen. Diese Vorstellungen waren so lebendig, dass er sogar den Duft ihres Haares in der Luft zu riechen meinte. Doch jedes Mal, wenn er erwachte, blieb nur der Anhänger mit dem Vergissmeinnicht, den sie ihm geschenkt hatte. Die Realität war unerbittlich: Elaine war bei einem Brand im Gefängnis gestorben. Der Gedanke daran riss ihm das Herz heraus und ließ ihn nach Trost in einer Karaffe Wein suchen.

Und nun stand sie wirklich vor ihm – nicht in einem Traum, sondern in einer stinkenden Gasse. Anstelle einer freudigen Wiedervereinigung schleuderte sie ihm ihre Wut entgegen, wirkte dabei jedoch verletzlicher als je zuvor. Godwyns Verzweiflung und Sehnsucht nach ihr kämpften gegen die Enttäuschung und den Schmerz über ihren Verrat. Ihre Worte trafen ihn wie Pfeile, die jede Rüstung durchbrachen, die er über die Jahre aufgebaut hatte, um seine Schuldgefühle zu unterdrücken. Bei jedem ihrer Vorwürfe zuckte er zusammen, ihre scharfen Worte schnitten tief. Er sah die Tränen in ihren Augen und fühlte sich, als würde er innerlich zerbrechen. Jedes Wort bohrte sich wie ein Stachel in sein Herz.

„DU hast Entscheidungen getroffen, und DU musst dafür Verantwortung übernehmen!“
, schleuderte sie ihm entgegen und ohne es zu wollen, ballten sich seine Hände zu Fäusten – nicht aus Wut, sondern aus verzweifelter Selbstbeherrschung. Als sie dann seinen Namen rief, ging es ihm durch Mark und Bein. Ihr Schrei hallte in der dunklen Gasse wider, und Godwyn wich zurück, als versuche er, der Wahrheit zu entkommen, die sie ihm entgegenschleuderte. „Hab ich dir nie irgendetwas bedeutet?“ Diese Frage traf ihn härter als jede Waffe. Er wollte antworten, ihr sagen, dass sie ihm alles bedeutet hatte, immer noch bedeutete. Doch seine Worte schienen in diesem Moment wertlos.

Als Elaine dann jedoch weitersprach, fragte, ob er sie immer noch für eine skrupellose Mörderin hielt und behauptete, sie hätte es für sie beide getan, brach die mühsam aufrechterhaltene Selbstbeherrschung in Godwyn zusammen. Wut stieg in ihm auf, heiß und unkontrollierbar. „Für uns?“, wiederholte er scharf. „Du hast meinen Bruder getötet, Elaine! Meinen Bruder! Wie kannst du glauben, dass ich das je verstehen könnte?“ Ein Schritt näher trat er auf sie zu, seine Stimme bebend vor Zorn. „Du hättest mir vertrauen können. Wir hätten einen anderen Weg gefunden. Aber stattdessen hast du alles zerstört.“ Dann verpuffte die Wut so schnell, wie sie gekommen war und er war nur noch erschöpft. Seine Augen, voll von Schuld und Sehnsucht, suchten wieder ihre. „Ich habe versucht, dich zu schützen, Elaine, aber ich habe alles nur schlimmer gemacht. Ich…“ Er hielt inne, schüttelte den Kopf. „Ich weiß, dass ich nichts wiedergutmachen kann. Aber du musst wissen, dass ich nie aufgehört habe, dich zu lieben. Nicht einen Tag.“ Godwyn fuhr sich müde über das Gesicht. Er hatte keine Kraft mehr für diesen Kampf, egal ob mit seinen eigenen Dämonen oder mit einer lebendigen Elaine. Das alles dauerte schon viel zu lange an und hatte Godwyn im Laufe der Jahre zermürbt. Er kümmerte sich nicht mehr um solche Nebensächlichkeiten wie sein Aussehen. Wozu auch? Er war schon lange nicht mehr bei gesellschaftlichen Veranstaltungen gewesen, hatte sich der Öffentlichkeit entzogen. Wenn er es schaffte, seine Uniform halbwegs in Ordnung zu halten, war das alles, was er brauchte.

Diese Frau vor ihm war ein Rätsel. Früher hatte Godwyn es als faszinierend empfunden, dass Elaine eine mystische Aura umgab. Jetzt jedoch war es nur noch anstrengend. Warum konnte sie ihm nicht einfach direkt sagen, dass alles gelogen war, dass sie ihn nie geliebt hatte? Stattdessen schien sie schockiert, als er sagte, dass sie getrennte Wege gehen würden, wenn sie es zugab. Auch in seinem weinseligen Zustand konnte Elaine ihm nichts vormachen, und diese Reaktion irritierte ihn. Er hatte sich eingeredet, es sei besser so, dass sie fort war, weil sie ihn nie wirklich geliebt hatte. Doch diese unschlüssige Reaktion ließ einen Hauch von Hoffnung in ihm aufkeimen. Er blickte ihr ins Gesicht, und sie trat einen Schritt näher. Der Schmerz in ihren Augen spiegelte seinen eigenen wider. Instinktiv hob er die Hand, als wollte er sie berühren. „Niemand hat mich jemals so gekannt, wie du mich gekannt hast.“ Er schluckte schwer. Es hätte nicht viel gebraucht, und er hätte ihr alles vergeben. Ein Schritt weiter, und er hätte sie in seine Arme geschlossen und nie wieder losgelassen.

Doch dann kam der plötzliche Wandel. Elaines Haltung veränderte sich, als ob ein Schalter umgelegt worden wäre. Verachtung schlich sich in ihr Gesicht, und sie schien sich vor ihm zu schützen. Ihre Worte trafen ihn wie scharfe Klingen, und Godwyn spürte, wie die schmerzlichen Erinnerungen wieder hochkamen. Sie konnte nicht ehrlich sein – nicht ihm gegenüber und nicht einmal sich selbst. Mit einem leichten Kopfschütteln ließ er seinen Arm sinken. „Wie kannst du mir vorwerfen, dich – uns – aufgegeben zu haben, wenn du durch den Mord an Harold alles zerstört hast, was wir waren? Auch wenn es letztlich nichts weiter als ein Lügengebilde gewesen ist.“ Seine Hand legte sich schwer auf den Knauf seines Schwertes, seine blauen Augen fixierten die dunkelhaarige Frau. „Was sollte mich davon abhalten, es hier und jetzt zu Ende zu bringen?“
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RE: My mind's a place I can′t escape your ghost - von Godwyn Wakefield - 15-09-2024, 19:37
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