07-01-2025, 23:52 - Wörter:
Selbst mitten im Herbst waren die Palastgärten ein Paradies auf Erden. Die goldenen Strahlen der tiefstehenden Sonne tauchten die Blätter und Blüten in ein warmes Licht, das fast anderweltlich wirkte. Friedlich zwitscherten einige Singvögel in den Bäumen ein sehnsüchtiges Lied nach dem fernen Süden, das die Federtierchen in den Käfigen neugierig trällernd beantworteten. In der Luft hing ein sachter Duft der letzten Rosen, die sich noch gegen den drohenden Winter bäumten. Und in inmitten dieser idyllischen Szenerie um einen schier uralten Olivenbaum fast malerisch drapiert, saß inmitten ihrer Gefährtinnen die Strahlendste aller Sommerblumen, Naila Castellanos. Elithea war immer noch beeindruckt, manchmal sogar etwas eingeschüchtert von der exotischen Schönheit der Prinzessin, die mit ihrem selbstbewussten Auftreten erfahrener und älter wirkte als die junge Fürstentochter selbst und war doch nur ein Jahr ihr voraus. Einerseits war Elithea froh und durchaus dankbar, dass sie sich in die Gesellschaft der Prinzessin eingliedern durfte. Nach dem Verlust ihrer Heimat und der strapaziösen Flucht hatte sie endlich das Gefühl irgendwo angekommen zu sein, einen Sinn zu haben, ihren Alltag mit Aufgaben und nützlichen Tätigkeiten füllen zu dürfen. Gleichsam schien sie doch immer ein wenig die Aussenseiterin zu sein, die zwar hier heimisch war, doch von der Heimat, von der gesprochen wurde, keine Ahnung hatte. Sie fühlte sich oft weit weniger weltgewandt, weniger selbstsicher, weniger abenteuerlustig, als manche der verspielten, aufgeweckten jungen Frauen in dieser Gruppe. Gerade Rajani schien immer einen gewissen Schabernack in ihrem Blick unterdrücken zu wollen, der sich dann doch in einem verschmitzten, verlockenden Lächeln offenbarte. So hielt sich Elithea oft im Hintergrund, beobachtete und lauschte. Ihre Antworten, so sie denn gefragt wurde, waren wohl überlegt und vorsichtig formuliert, ganz im Gegensatz zur Parikh, der die Worte wie frei von der Leber von der Zunge sprudelten. Neid? Eifersucht? Nein, eher Bewunderung einer anderen Art, ja, die ergriff Elitheas Gemüt, wenn sie die kecke Gesellschafterin sanft lächelnd betrachtete.
Elitheas hatte erfüllt von tiefer Ruhe und Zufriedenheit die Augen geschlossen, ließ die fremden Töne durch ihren Körper vibrieren und träumte hinter ihren Lidern von einer Zukunft, die sich ihr gerade zaghaft zu eröffnen schien. Ihre Gedanken drehten sich immer noch um den wundervollen Tanz mit dem Heermeister auf der Hochzeit, die doch schon gut zwei Wochen wieder her ist. Wie doch die Zeit verfliegt. Und doch war ein bitterer Beigeschmack nicht zu verdrängen, den der drohende Krieg, der über all ihren Köpfen hin wie ein Damoklesschwert, immer wieder in die herrlichen Gedankenbilder spie. Der Caderitor war mit Kriegsbelangen beschäftigt und Elithea nahm ihre Aufgabe hier recht ernst. So sehr die Wogen der Welt immer wieder zueinander schaukelten, so sehr trieben die tosenden Stürme der Politik sie auch wieder auseinander. Immer weiter und immer länger. Überrascht spitzte Elithea die Ohren, als sie ihren Namen aufschnappte und sich wieder auf ihre Herrin konzentrierte. Doch noch bevor ihre Lippen Worte formen konnte, japste die Parikh auch schon dazwischen. Elithea hatte schon längst erkannt, dass der jungen Frau ein wohl ganz spezielles Erlebnis auf der Seele brannte, das endlich in die Freiheit hinaus wollte. Elithea musste schmunzeln, senkte kurz den Blick. Oh welche Geschichte wohl hier juckte und endlich Stimme finden wollte! “Ich befürchte nicht so gut wie ihr, Prinzessin, aber ich hatte in Eastergold Meadow eine Lyra, die ich doch sehr gern gespielt habe.“ klang ihre Antwort wehmütiger, als sie es gewollt hatte. Aber es passierte einfach noch viel zu oft, dass ihre alte Heimatstadt noch Einzug fand in ein Gespräch. Irgendwann, so hoffte Elithea, würde sich das legen und die Erinnerungen verblassen. “Wenn ihr wollt, können wir gern einmal ein Duett spielen. Ich kann euch ein Volkslied aus Castandor zeigen und ihr lehrt mir eine Weise aus Matariyya?“
Elitheas hatte erfüllt von tiefer Ruhe und Zufriedenheit die Augen geschlossen, ließ die fremden Töne durch ihren Körper vibrieren und träumte hinter ihren Lidern von einer Zukunft, die sich ihr gerade zaghaft zu eröffnen schien. Ihre Gedanken drehten sich immer noch um den wundervollen Tanz mit dem Heermeister auf der Hochzeit, die doch schon gut zwei Wochen wieder her ist. Wie doch die Zeit verfliegt. Und doch war ein bitterer Beigeschmack nicht zu verdrängen, den der drohende Krieg, der über all ihren Köpfen hin wie ein Damoklesschwert, immer wieder in die herrlichen Gedankenbilder spie. Der Caderitor war mit Kriegsbelangen beschäftigt und Elithea nahm ihre Aufgabe hier recht ernst. So sehr die Wogen der Welt immer wieder zueinander schaukelten, so sehr trieben die tosenden Stürme der Politik sie auch wieder auseinander. Immer weiter und immer länger. Überrascht spitzte Elithea die Ohren, als sie ihren Namen aufschnappte und sich wieder auf ihre Herrin konzentrierte. Doch noch bevor ihre Lippen Worte formen konnte, japste die Parikh auch schon dazwischen. Elithea hatte schon längst erkannt, dass der jungen Frau ein wohl ganz spezielles Erlebnis auf der Seele brannte, das endlich in die Freiheit hinaus wollte. Elithea musste schmunzeln, senkte kurz den Blick. Oh welche Geschichte wohl hier juckte und endlich Stimme finden wollte! “Ich befürchte nicht so gut wie ihr, Prinzessin, aber ich hatte in Eastergold Meadow eine Lyra, die ich doch sehr gern gespielt habe.“ klang ihre Antwort wehmütiger, als sie es gewollt hatte. Aber es passierte einfach noch viel zu oft, dass ihre alte Heimatstadt noch Einzug fand in ein Gespräch. Irgendwann, so hoffte Elithea, würde sich das legen und die Erinnerungen verblassen. “Wenn ihr wollt, können wir gern einmal ein Duett spielen. Ich kann euch ein Volkslied aus Castandor zeigen und ihr lehrt mir eine Weise aus Matariyya?“
