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And through the clouds, I see love shine
10.10.1016 - 16:00
Palast der Castellanos
Rajani Parikh Orpheus Castellanos

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Orpheus Castellanos
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#2
Die Stimmen der Berater hallten durch die Gänge des Palastes, ein endloses Gemurmel hitziger Diskussionen und strategischer Überlegungen. Überall lag eine spürbare Anspannung in der Luft, ein unsichtbares Gewicht, das sich auf die Schultern aller legte – auf seine mehr als auf die der meisten anderen. Der bevorstehende Krieg überschattete jedes Gespräch, jede Entscheidung, jedes noch so alltägliche Detail des Hoflebens.

Orpheus spürte die Erschöpfung tief in seinen Knochen. Erst vor Kurzem war er von der Krankheit genesen, die ihn seit der Hochzeitsnacht ans Bett gefesselt hatte, und obwohl er wieder auf den Beinen war, fehlte ihm noch immer die Kraft, die ihm einst selbstverständlich gewesen war. Jede Bewegung forderte mehr von ihm, als sie sollte, und sein Körper erinnerte ihn unbarmherzig daran, dass er sich nicht zu viel zumuten durfte. Doch die Welt hatte sich während seiner Genesung unaufhaltsam weitergedreht, ohne Rücksicht auf seine Schwäche, und nun erwartete man von ihm, dass er seine Rolle spielte – ob er sich dazu bereit fühlte oder nicht. Doch so sehr ihn die politischen Entwicklungen in Anspruch nahmen, fanden seine Gedanken auch immer wieder den Weg zu Naila. Seine Frau. Die Fremde, die nun ein Teil seines Lebens war. Sie hatte in der Zeit seiner Krankheit an seiner Seite ausgeharrt, ihm in seinen wachen Momenten vorgelesen, von ihrer Heimat erzählt oder einfach nur schweigend seine Hand gehalten. Hatte ihm ein kühles Tuch auf die Stirn gelegt, wenn das Fieber ihn übermannte. Er war ihr dankbarer, als er auszudrücken vermochte – nicht nur für ihre Fürsorge, sondern auch für die Leichtigkeit, mit der sie sich in Castandor einzuleben schien. Während er noch immer mit der Schwere seiner Verantwortung kämpfte, bewegte sie sich mit einer Selbstverständlichkeit durch diese neue Welt, als hätte sie nie gezweifelt, nie gezögert. Dennoch war zwischen ihnen noch eine Distanz, ein vorsichtiges Abtasten, als würden sie beide durch unbekanntes Terrain schreiten, unsicher, wo der nächste Schritt hinführen sollte. Orpheus wusste, dass er sich ihr mehr öffnen sollte, dass er ihr die Gelegenheit geben musste, ihn kennenzulernen – doch wie?

So tief war er in Gedanken versunken, dass er die hastigen Schritte erst bemerkte, als es bereits zu spät war. Ein unerwarteter Aufprall gegen seine Brust, ein erschrockenes Keuchen – dann das Poltern von Stoff auf Stein. Reflexartig hielt Orpheus inne, senkte den Blick – und erkannte Rajani. Nailas Gesellschafterin war in ihrer üblichen Eile mit ihm zusammengestoßen, und noch bevor er die Hand ausstrecken konnte, um ihr aufzuhelfen, war sie bereits wieder auf den Beinen. Ihre Bewegungen waren schnell, fast gehetzt, als wollte sie den Vorfall ungeschehen machen, bevor er überhaupt richtig geschehen war. Der Prinz kannte sie kaum, wusste nur, dass sie wie Naila aus Matariyya stammte, dass sie für ihre temperamentvolle Art bekannt war und dass sie vermutlich niemanden mehr liebte als die Prinzessin.

Mit einem tiefen Knicks versuchte sie, die Situation zu überspielen, während ihre Finger unwillkürlich an den Falten seines Gewandes zupften, als fürchte sie, etwas daran in Unordnung gebracht zu haben. Ihre Worte kamen hastig, begleitet von einem leichten Biss auf die Unterlippe – eine verlegene Geste, als hielte sie sich selbst davon ab, noch weiter zu reden. „Es ist nichts geschehen“, sagte Orpheus schließlich ruhig. Keine Strenge lag in seiner Stimme, keine Ungeduld – nur die nüchterne Feststellung, dass eine Entschuldigung nicht nötig war. Sein Blick glitt kurz über sie, suchte nach Anzeichen von Schmerz oder Unwohlsein. „Hast du dich verletzt?“ Es war eine höfliche, fast formelle Frage, doch nicht ohne echtes Interesse. Denn Rajani war ein Teil von Nailas Welt. Und damit auch ein Teil seiner geworden. Nach einem kurzen Moment der Stille fügte er hinzu: „Schickt Naila dich zu mir, oder bist du aus einem anderen Grund so eilig unterwegs? Ist etwas geschehen?“
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RE: And through the clouds, I see love shine - von Orpheus Castellanos - 22-03-2025, 23:24
RE: And through the clouds, I see love shine - von Orpheus Castellanos - 18-04-2025, 17:20

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