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Indescribable feeling
08.09.1016 - 19:00
Dharan al-Bhar | Palast der ben Sahids | Gärten

Sommerland
Yasirah ben Sahid
Sommerland - Admin
Alter 42
Beruf Königin
Wohnort Dharan al-Bahr
Stand Verheiratet
User Nessi
#3
Eine gefühlte Ewigkeit verging, nachdem sie sich neben ihre Tochter gesetzt hatte. Leise hörte sie das Atmen der Prinzessin, konnte spüren, dass die Hände, die sanft die Seerose hielten, angespannt waren. Alles an ihr, an diesem Abend und an dieser Situation war angespannt. Seit Tagen und Wochen schon brachten die Vorbereitungen für Nailas Abreise die Königin um ihren Schlaf. Zurückversetzt in eine Zeit, in der sie nicht wusste, wie ihr geschah, war sie nun an der Stelle ihrer eigenen Mutter damals. Mit dem großen Unterschied, dass sie das Glück gehabt hatte ihr Land nicht verlassen zu müssen. Und wieder einmal mehr stieg ihr die Galle hoch und sie schmeckte einen bitteren Geschmack auf der Zunge. Ihre kleine Prinzessin würde morgen das Land verlassen. Das Sommerland, das ihr eine so gute Heimat gewesen war, auch, wenn es manchmal mehr einem goldenen Käfig geglichen hatte. Es war Alles immer nur zu ihrem Besten gewesen. Der Schutz von Naila stand immer über allem. Auch über ihren eigenen Wünschen, Gefühlen und Sehnsüchten. Auch wenn es ihr als Mutter das Herz zerbrochen hat, hat sie diese Sache über all die letzten Jahre konsequent durchgezogen. Privatsphäre, Ausflüge, Ausritte oder Stadtbesuche hatte es kaum gegeben. Es war besser so gewesen. Jedenfalls redete Yasirah ben Sahid sich das schon seit vielen Jahren ein. Die Welt da draußen war zu gefährlich. Die Bürgerlichen waren Barbaren und Kriminelle. Es gab dort draußen kaum mehr als Dreck, Hunger und Gewalt - es war kein Ort für eine Prinzessin. Hier im Palast war sie schon immer besser aufgehoben gewesen - genauso wie alle anderen Kinder der Königsfamilie. Ridvan wusste es. Spürte und fürchtete es. So sehr, dass es ihm nur noch möglich gewesen war mit dem beruhigenden Opium den Tagesgeschäften nachzugehen - bis es irgendwann Überhand genommen hatte. Bis das Opium die Ängste abgelöst und in den Hintergrund hat rücken lassen. Bis er irgendwann in einem Delirium lag und kaum noch wusste, was Realität und was Traum war.

Es waren anstrengende Monate gewesen zuletzt. Nur wenig Zeit sich mit den eigenen Gefühlen bezüglich Nailas Abreise vertraut zu machen. Doch heute Abend war es, als würde Alles einfach über sie hereinbrechen. Es war keine Zeit mehr sich langsam an die Veränderungen heran zu tasten. Ab morgen wäre ihre Tochter fort. Briefe würden sie noch schreiben können, mussten jedoch damit rechnen, dass es eine halbe Ewigkeit dauern würde, bis sie ankamen. Falls sie denn überhaupt ankamen. Es war, als würde man einen Teil ihres Herzen herausreißen und auf dem Boden darauf herumtrampeln. Sie war nicht bereit ihre Älteste ziehen zu lassen. Doch eine Wahl hatte sie nicht. Sie war sogar diejenige gewesen, die diese Hochzeit angestrebt hatte. Die in Vertretung ihres Mannes eingewilligt hatte Naila an Orpheus Castellanos zu verheiraten. Und sie betete seitdem jeden Abend, dass es die richtige Entscheidung war. Dass er gut zu ihr sein und sie auf Händen tragen würde. Dass er wusste, wie er eine Prinzessin zu behandeln hatte.

Dass Ridvan und seine Ehefrau maßgeblich zu allen Problemen der letzten Wochen, Monate und Jahre beigetragen hatten, sah sie nicht. Es waren immer die Anderen Schuld. Ja, sie hatten sicher nicht alles richtig gemacht, doch sie haben immer ihr Bestes gegeben. Sie wollten es gut machen. Das musste doch ausreichen! Dass es immer Kollateralschäden gab war normal, das beteuerte auch der Beraterstab tagtäglich. So war es nun mal, wenn man herrschte. Das Ungleichgewicht kam automatisch mit der Krone.

Während sie schweigend nebeneinander saßen und Yasirah die Hand ihrer Tochter hielt, völlig in Gedanken versunken, durchdrang plötzlich die Stimme von Naila die Stille. Ihr Herz stolperte, ehe es im regelmäßigen Rhythmus weiter schlug. Ihre Tochter, ihr hellster Stern am Horizont, hörte sich plötzlich so zerbrechlich und ängstlich an wie ein kleines Mädchen. Sie ignorierte den ersten Impuls sie fest an sich zu drücken und ihr zuzuflüstern, dass Alles gut werden würde. Auch, wenn sie unendlich viele Gefühle in ihrem Herzen trug, die sie alle am liebsten hinausgebrüllt hatte, war sie immer noch Königin und Mutter. Sie hatte Aufgaben zu erfüllen. Und eine davon war die Hochzeit ihrer Tochter. Es gab noch nie etwas in ihrem Leben was ihr so schwer gefallen war, wie dieser Moment, doch sie würde stark sein. Für sie beide. Sie würde sie unterstützen und in die richtige Richtung führen. Sie würde es überleben. Sie beide.

Einige Sekunden dachte sie über ihre Antwort nach, streichelte sanft mit dem Daumen über den Handrücken ihrer Tochter und warf der sich im Wind windenden Seerose einen Blick zu. "Es ist wie mit den Blumen...", startete sie und strich sanft über das weiche Blatt der Rose. "... es ist gar nicht so einfach sie zu hegen und zu pflegen. Reißt man sie aus ihrem Boden raus, gehen sie entweder ein oder man pflanzt sie woanders erneut und hilft ihnen zu wachsen und zu gedeihen. Und manchmal erblüht der Strauch voller Rosen danach so wundervoll, dass man weiß, man hat Alles richtig gemacht", erklärte sie und atmete tief ein und aus. Nie in ihrem ganzen Leben war ihr etwas so schwer gefallen. Nie war es ihr so schwer gefallen keine Tränen zu weinen. Stark zu sein. Sie war ihr ganzes Leben lang stark, doch dieser Abend verlangte ihr einiges ab. "Es ist angsteinflößend und ungewohnt, doch es kann so viel besser werden, als du es dir jetzt vorstellst. Für mich war es damals das größte Glück, denn ohne meine Eltern, die diese Ehe für mich arrangierten, hätte ich Euch alle nicht bekommen. Und glaube mir - dafür war jeder Schritt es wert gegangen zu sein", sie versuchte sich an einem Lächeln.
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Indescribable feeling - von Yasirah ben Sahid - 08-03-2025, 18:43
RE: Indescribable feeling - von Yasirah ben Sahid - 13-05-2025, 13:22

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