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Way down we go
08.10.1016 - 10:45
Kenmara Festung und Stallungen
Cathal Fraser Moira Fraser

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Moira Fraser
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#4
Der Klang des Siegelrings, der bei jedem seiner Schritte über das Holz der Stallungen schabte, war leise, aber unüberhörbar. Ein vertrautes Geräusch, das Moira längst kannte, doch heute klang es anders. Härter und doch zögerlicher. Wie ein Mensch, der sich selbst nicht sicher war, ob er noch willkommen war. Ihre Finger ruhten noch immer auf dem Hals der Stute, während Cathal näherkam. Jeder seiner Schritte war sicher, geführt von der unerschütterlichen Gewissheit, die er hier auf Kenmara besaß. Er brauchte keine Augen, um seinen Weg zu finden. Nicht in diesen Mauern. Nicht zu ihr.

Saille hob langsam den Kopf, spitzte die Ohren und schnaubte leise. Moira beobachtete sie, wie sie sich dem Mann näherte, der ihr so vertraut war wie ihr selbst. Ihre weichen Nüstern streiften seine Handfläche, als hätte sie nur auf ihn gewartet. Sanft, ruhig, fast zärtlich. Der Moment war schlicht – und dennoch schien er größer zu sein als die Enge der Box.

Moira sah zu ihrem Bruder. Zu dem Mann, der ihre Welt mit einem Schritt verlassen konnte, ohne Mühe, ohne es zu wollen. Sie schwieg, als er sich entschuldigte. Ließ seine Worte zwischen ihnen hängen wie den Nebel, der so oft über ihren geliebten Klippen lag – schwer, feucht, unausweichlich. Er sagte nicht viel, doch sie hörte alles. Es war keine gewöhnliche Bitte um Verzeihung, es war ein Eingeständnis. Vielleicht sogar eine gewisse Angst. Und sie verstand sie.

Als Saille sich nach einer Weile wieder abwandte, ein letztes Mal mit dem Schweif schlug und sich der Heuraufe widmete, trat Moira einen Schritt vor. Leise, bedächtig. Ihre Finger griffen nach der ausgestreckten Hand ihres Bruders, legten sich in seine offene, warme Handfläche, und führten sie behutsam an ihre Wange. Ihre Augen schlossen sich kurz, ihr Atem ging langsam – als würde dieser kleine, schlichte Kontakt alles wieder zurechtrücken, was zwischen ihnen verrutscht war. Ein Hauch von Wärme lag in ihrer Miene, ein Lächeln, das kaum zu sehen, aber deutlich zu spüren war. Versöhnlich. Liebend. Bedingungslos.

„Ich weiß“, sagte sie leise. Es war genug. Genug, um ihm zu zeigen, dass sie ihm nicht zürnte. Dass sie verstand, und immer verstehen würde. Sie ließ seine Hand wieder sinken, löste sich aus der Box, ihre Schritte weich wie ihr Tonfall, als sie neben ihm zum Stehen kam. Ihr Blick glitt kurz zu ihm – zu dem stummen Profil, das wie ein Schattenriss im Halblicht stand. Cathal war nicht mehr der Junge, den sie einst zur warmen Quelle geführt hatte, weil er das leise Plätschern nicht finden konnte. Aber es war immer noch ihr Bruder.

Sie lehnte sich bewusst gelassen gegen die Kante des Holzverschlags, die Arme locker verschränkt, als wäre sie zufällig dort, doch ihre Nähe war ein stilles Zeichen. Eine Einladung. Ihre Stimme klang nun ruhiger, fester. „Sie wird morgen ankommen.“ Es war keine Frage. Es war ein Fakt, wie das Flüstern des Windes durch das Gebälk oder der Geruch nach Pferd und Heu. Doch in ihrer Stimme lag etwas, das mehr wollte. Etwas, das fragte, ohne zu fordern. Ohne zu bedrängen. „Ich frage mich nur, ist es auch das, was du willst. Oder ob du lediglich tust, was von dir erwartet wird.“ Ihre Worte waren weich. Sanft wie ein Windstoß über hohes Gras. Aber sie schnitten. Nicht, weil sie vorwurfsvoll waren – sondern weil sie ehrlich waren.

Sie ließ den Blick nicht von ihm. Er konnte nicht sehen, wie sie ihn musterte, aber er würde es spüren. Die Art, wie sie da war. Still. Wartend. Sie wollte wissen, ob er ihr noch vertraute, ob er ihr sagte, was in ihm vorging. Bevor andere es taten. Bevor sie ihn an jemanden verlor, der vielleicht gar nicht verstand, was für ein wertvoller Mensch ihr Bruder war.
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