06-06-2025, 09:39 - Wörter:
Seine Entschuldigung hing einen Augenblick in der Luft. Schwer, wie ein Gewicht, das sich auf die Atmosphäre legte und drohte, sich zwischen sie zu schieben. Doch Cathal wusste, dass er das nicht zulassen durfte. Noch nicht. Nicht, solange Moira bei ihm blieb. Vielleicht würde sich das ändern, wenn sie verheiratet wurde, wenn sie fortging. Und vielleicht wäre es dann am einfachsten, sie aus seinem Leben zu schneiden – als einzige Möglichkeit, den Verlust ertragen zu können.
Sie ergriff seine Hand und legte sie an ihre Wange. Für einen Moment verharrte sie dort – warm, weich, lebendig. Sein Daumen glitt langsam über ihren hohen Wangenknochen, tastete die vertraute Linie entlang, als müsste er sich vergewissern, dass sie wirklich hier war.
Er hatte ihr einmal gesagt, dass sie das schönste Gesicht auf der Welt habe. Und es war keine leere Geste gewesen.
Ein kaum wahrnehmbares Lächeln zuckte an seinen Lippen, als er das ihre spürte – hauchzart, wie der Beginn eines Versprechens, das keiner von ihnen laut aussprechen wollte. Oder konnte. Was nun in ihr Leben trat, würde alles verändern – tiefgreifend, unumkehrbar.
„Ich weiß“
Cathal nickte schwach, als sie seine Hand losließ – und er sie sinken ließ. Natürlich wusste Moira es. Und natürlich war sie zu gut, um ihm ernsthaft böse zu sein. Wäre es andersherum gewesen, hätte er sich vermutlich weniger gnädig gezeigt. Aber genau das machte ihre Beziehung aus. Sie war die Ruhe inmitten seines Sturms – und vermutlich war es sie, die ihn mehr hielt als umgekehrt. Auch wenn Cathal sich gerne einredete, dass er ihre Liebe mit gleicher Münze erwiderte.
Er hörte ihre Schritte, das leise Knirschen des Strohs, dann spürte er ihre Nähe, als sie sich neben ihn stellte. Ihre Frage lag in der Luft wie Nebel – schwer, unbeweglich, und doch voller Erwartung. Fast so schwer wie seine Entschuldigung zuvor. "Was ich will, hat in diesen Mauern nie eine Rolle gespielt.", Bitterkeit schwang darin mit, wie ein alter Schmerz, der nie ganz verheilt war – gedämpft nur von der stillen Resignation eines Mannes, der gelernt hatte, sich selbst hintenanzustellen. "Was mich jedoch am meisten ärgert, ist die Kurzsichtigkeit unseres Vaters." Ein Vorwurf, den er Cillian nicht zum ersten Mal gemacht hatte – und der längst kein Geheimnis mehr war. Cathal hatte dem Fürsten von Kenmara durchaus Vorschläge unterbreitet – kluge, durchdachte. Aber alle führten hinaus, fort aus dem Land, das sie begrenzte. Und das war etwas, das der Fürst nie hatte akzeptieren können. Vielleicht schämte er sich. Vielleicht fürchtete er, dass sein Fürstentum im Vergleich zu anderen zu klein, zu schwach, zu unbedeutend war. Oder dass sein Erbe bald keiner mehr sein würde, falls ihr König dem zustimmte.
Das Haus Henaghen war zwar bekannt, doch in Cathals Augen nicht von solcher Bedeutung, dass eine Heirat nötig gewesen wäre, um politische Bande zu knüpfen. Vielleicht war er auch einfach zu ehrgeizig. Oder seine Lehrer in Staatskunst hatten ihm zu gewissenhaft beigebracht, wie man Allianzen mit Bedacht und Weitblick schloss. "Was denkst du über diese Ehe?", fragte er daher wissend, dass Moira in Politik geschickter war als so manch ein junger Mann.
Sie ergriff seine Hand und legte sie an ihre Wange. Für einen Moment verharrte sie dort – warm, weich, lebendig. Sein Daumen glitt langsam über ihren hohen Wangenknochen, tastete die vertraute Linie entlang, als müsste er sich vergewissern, dass sie wirklich hier war.
Er hatte ihr einmal gesagt, dass sie das schönste Gesicht auf der Welt habe. Und es war keine leere Geste gewesen.
Ein kaum wahrnehmbares Lächeln zuckte an seinen Lippen, als er das ihre spürte – hauchzart, wie der Beginn eines Versprechens, das keiner von ihnen laut aussprechen wollte. Oder konnte. Was nun in ihr Leben trat, würde alles verändern – tiefgreifend, unumkehrbar.
„Ich weiß“
Cathal nickte schwach, als sie seine Hand losließ – und er sie sinken ließ. Natürlich wusste Moira es. Und natürlich war sie zu gut, um ihm ernsthaft böse zu sein. Wäre es andersherum gewesen, hätte er sich vermutlich weniger gnädig gezeigt. Aber genau das machte ihre Beziehung aus. Sie war die Ruhe inmitten seines Sturms – und vermutlich war es sie, die ihn mehr hielt als umgekehrt. Auch wenn Cathal sich gerne einredete, dass er ihre Liebe mit gleicher Münze erwiderte.
Er hörte ihre Schritte, das leise Knirschen des Strohs, dann spürte er ihre Nähe, als sie sich neben ihn stellte. Ihre Frage lag in der Luft wie Nebel – schwer, unbeweglich, und doch voller Erwartung. Fast so schwer wie seine Entschuldigung zuvor. "Was ich will, hat in diesen Mauern nie eine Rolle gespielt.", Bitterkeit schwang darin mit, wie ein alter Schmerz, der nie ganz verheilt war – gedämpft nur von der stillen Resignation eines Mannes, der gelernt hatte, sich selbst hintenanzustellen. "Was mich jedoch am meisten ärgert, ist die Kurzsichtigkeit unseres Vaters." Ein Vorwurf, den er Cillian nicht zum ersten Mal gemacht hatte – und der längst kein Geheimnis mehr war. Cathal hatte dem Fürsten von Kenmara durchaus Vorschläge unterbreitet – kluge, durchdachte. Aber alle führten hinaus, fort aus dem Land, das sie begrenzte. Und das war etwas, das der Fürst nie hatte akzeptieren können. Vielleicht schämte er sich. Vielleicht fürchtete er, dass sein Fürstentum im Vergleich zu anderen zu klein, zu schwach, zu unbedeutend war. Oder dass sein Erbe bald keiner mehr sein würde, falls ihr König dem zustimmte.
Das Haus Henaghen war zwar bekannt, doch in Cathals Augen nicht von solcher Bedeutung, dass eine Heirat nötig gewesen wäre, um politische Bande zu knüpfen. Vielleicht war er auch einfach zu ehrgeizig. Oder seine Lehrer in Staatskunst hatten ihm zu gewissenhaft beigebracht, wie man Allianzen mit Bedacht und Weitblick schloss. "Was denkst du über diese Ehe?", fragte er daher wissend, dass Moira in Politik geschickter war als so manch ein junger Mann.
