08-06-2025, 15:25 - Wörter:
Augusto hielt Zephyrs Blick eisern Stand, auch wenn - oder gerade weil - er dessen immerwährenden Tadel darin einfach nur lächerlich fand. Eigentlich fand er in Momenten wie diesen einfach so vieles lächerlich. Allein, dass er nach so vielen Jahren, Jahrzehnten und Generationen sich nun wirklich auf einem wackligen Thron befand und dass noch dazu mit einem unfähigen Kronprinzen und einem verweichlichten Ersatzkandidat. Hätte Zephyr einen Sohn, könnte er ja aus Verwandschaftsgründen vielleicht ihn mit einer potenziellen Nachfolge enger an sich binden und seine Eidestreue festigen. Aber nein, dazu war der tugendhafte, stolze Zephyr ja nicht fähig. Es würde ihm nicht schlecht stehen, ein wenig von seinem hohen Ross hinunter zu steigen und aufzuhören, Augustos Familie mit Nasenrümpfen zu betrachten, sondern auch mal auf seine eigenen Misserfolge in diesem Bereich zu achten. Soweit Augusto wusste, konnte Zepyhr nicht mal einen Bastard sein eigenen nennen. Wäre er kein Ritter, könnte er fast als Mönch durchgehen.
"Es mag ein Vorteil sein, dass wir keine Stadt direkt an der winterländischen Grenze haben, der das gleiche Schicksal blühen könnte wie Eastergold Meadows. Aber es scheint mir fast, dass das auch ein Nachteil sein kann. Die Leere zwischen dem Gebirge und Wolfsmark kann schnell mit winterländischen Soldaten gefüllt werden und ob wir das rechtzeitig bemerken, bleibt fraglich. Vielleicht sollten wir einmal überlegen, die Flüchtlinge aus Eastergold Meadow dort anzusiedeln. Ich bezweifle nämlich, dass die Barbaren sich nur auf ihre Schiffe verlassen, um anzugreifen." Energisch erhob sich Augusto aus seinem Sitz und nahm einige stramme Schritte zu einer großen Karte, die an einer Wand hing. eifrig flogen seine Blicke über die eingezeichneten Straßen, Wege, Städte, Gebirge, Wälder, Flüsse, Buchten und anderen Landschaftseigenheiten. "Die Hauptstadt liegt vollkommen falsch" murmelte er eine Tatsache, die ihm schon seit langer Zeit aufgefallen war. Sein Finger fuhren über das grobe Leder der Karte, die ob ihrer Jahre schon ein paar Risse und Brüche aufwies, egal wie oft man darüber malte und neues einzeichnete. "Es macht eigentlich keinen Sinn die Soldaten hier zu lagern. Man hat doch gesehen, wie lange es dauert, bis sie dann endlich marschfertig sind. Für einen neuerlichen Angriff, egal aus welcher Ecke, sind die Wege viel zu lang." Und die Südlanden würden sie wohl nicht angreifen.
"Wir werden die Hauptstadt verlegen." drehte er sich mit einer seltenen Selbstsicherheit zu Zephyr um.
"Und schau mich nicht so an, als wäre das unmöglich." winkte er die aufkeimenden Fragen seines Verwandten ab. "Lass uns zuerst einmal die Vorteile andenken und dann können wir uns über die Problematiken den Kopf zerbrechen. Also, wenn wir unsere Kriegszentrale zum Beispiel in Bardon Pass etablieren, ersparen wir uns mindestens 4 Tage an Marschzeit für die Soldaten. Wir wären viel zentraler in unseren Angriffen, egal ob Richtung Walleydor oder Norsteading, oder - Heofader bewahre - wenn uns Farynn über das Spitzel anzugreifen gedenkt. Außerdem würde das ein deutliches Zeichen senden, dass wir Eastergold Meadow nicht vergessen und uns die Grenze zurückerobern wollen. Du kannst dich entscheiden, ob wir hier an der Dreierkreuzung nahe des Waldes ein neues Lager errichten, oder weiter westlich an der Kreuzung nach Norsteading. Meinen Vorzug hat hier die Kreuzung näher an Bardon Pass, hier gibt es genug Baumaterial und dennoch freie Fläche, die Versorgung über Bardon Pass wäre gegeben und der Weg in beide Richtungen ausgewogen. Außerdem ist das Land dort fruchtbarer als hier und noch genug verfügbar für willige Hände, die sich etwas neues aufbauen wollen. Allerdings wäre es durchaus auch eine Idee, wenn wir hier an der Kreuzung nach Norsteading eine Stadt aus dem Boden stampfen und daraus gleich ein kleines Fürstentum hinter den Bergen machen. Das gäbe eine gute Möglichkeit eine treue Familie zu ehren und ihren Eifer in unserer Sache zu schüren oder den Trakas eine neue Chance und Heimat zu geben." Die Idee gefiel Augusto immer mehr und erweckte einen Tatendrang, der ihn schon lang nicht mehr innegewohnt hatte.
Allerdings war das Thema um die verdorbene Nachfolgerbrut ein gehöriger Dämpfer. "Einen Sieg in einer Schlacht?" Augusto lachte beherzt und kehlig auf. "Da kann ich ihn gleich selbst umbringen." Eigentlich auch keine blöde Idee, gäbe es denn eine Alternative. Stavros... aber der war auch mehr ein verkopfter Forscher, als wirklich ein diplomatischer Politiker. "Wenn ich nur mehr Söhne hätte...." obwohl, vielleicht wäre es allmählich keine schlechte Idee seinen Bastard stärker in die Familie einzubinden. Orest war zumindest loyal, fleißig, als Teil der Palastwache mit dem Schwert vertraut und zudem ehrgeizig daran, sich zu beweisen. "Leandros wird seine Pflicht nachkommen, ob er will oder nicht. Schreibt ihn in der Palastwache ein. Er soll sein Training dort beginnen und sich deren Alltag unterwerfen. Ab nun lebt er in der Kaserne, ohne Ausgang, kein Alkohol, keine Spiele, kein Vergnügen, keine verlockenden Mägde in seiner Nähe, kein Prunk, keine Feste. Ihm werden alle Privilegien gestrichen, wenn er sie zurück haben will, dann muss er sie sich verdienen. Er soll mir zeigen, dass er sein Geburtsrecht auch rechtmäßig einsetzen kann. Er soll bestraft werden wie jeder andere auch, keine Sonderbehandlung, keine Ausnahmen. Zudem wird sein Unterricht in all den notwendigen Bereichen wie Geschichte, Diplomatie, Politik, Strategie und so weiter aufgefrischt." Schluß mit lustig. "Bring ihn zu mir, ich werde ihm das selbst beibringen. Und auch, was ihm blüht, wenn er sich widersetzt." Für Orpheus würde er sich auch noch etwas einfallen lassen.
"Es mag ein Vorteil sein, dass wir keine Stadt direkt an der winterländischen Grenze haben, der das gleiche Schicksal blühen könnte wie Eastergold Meadows. Aber es scheint mir fast, dass das auch ein Nachteil sein kann. Die Leere zwischen dem Gebirge und Wolfsmark kann schnell mit winterländischen Soldaten gefüllt werden und ob wir das rechtzeitig bemerken, bleibt fraglich. Vielleicht sollten wir einmal überlegen, die Flüchtlinge aus Eastergold Meadow dort anzusiedeln. Ich bezweifle nämlich, dass die Barbaren sich nur auf ihre Schiffe verlassen, um anzugreifen." Energisch erhob sich Augusto aus seinem Sitz und nahm einige stramme Schritte zu einer großen Karte, die an einer Wand hing. eifrig flogen seine Blicke über die eingezeichneten Straßen, Wege, Städte, Gebirge, Wälder, Flüsse, Buchten und anderen Landschaftseigenheiten. "Die Hauptstadt liegt vollkommen falsch" murmelte er eine Tatsache, die ihm schon seit langer Zeit aufgefallen war. Sein Finger fuhren über das grobe Leder der Karte, die ob ihrer Jahre schon ein paar Risse und Brüche aufwies, egal wie oft man darüber malte und neues einzeichnete. "Es macht eigentlich keinen Sinn die Soldaten hier zu lagern. Man hat doch gesehen, wie lange es dauert, bis sie dann endlich marschfertig sind. Für einen neuerlichen Angriff, egal aus welcher Ecke, sind die Wege viel zu lang." Und die Südlanden würden sie wohl nicht angreifen.
"Wir werden die Hauptstadt verlegen." drehte er sich mit einer seltenen Selbstsicherheit zu Zephyr um.
"Und schau mich nicht so an, als wäre das unmöglich." winkte er die aufkeimenden Fragen seines Verwandten ab. "Lass uns zuerst einmal die Vorteile andenken und dann können wir uns über die Problematiken den Kopf zerbrechen. Also, wenn wir unsere Kriegszentrale zum Beispiel in Bardon Pass etablieren, ersparen wir uns mindestens 4 Tage an Marschzeit für die Soldaten. Wir wären viel zentraler in unseren Angriffen, egal ob Richtung Walleydor oder Norsteading, oder - Heofader bewahre - wenn uns Farynn über das Spitzel anzugreifen gedenkt. Außerdem würde das ein deutliches Zeichen senden, dass wir Eastergold Meadow nicht vergessen und uns die Grenze zurückerobern wollen. Du kannst dich entscheiden, ob wir hier an der Dreierkreuzung nahe des Waldes ein neues Lager errichten, oder weiter westlich an der Kreuzung nach Norsteading. Meinen Vorzug hat hier die Kreuzung näher an Bardon Pass, hier gibt es genug Baumaterial und dennoch freie Fläche, die Versorgung über Bardon Pass wäre gegeben und der Weg in beide Richtungen ausgewogen. Außerdem ist das Land dort fruchtbarer als hier und noch genug verfügbar für willige Hände, die sich etwas neues aufbauen wollen. Allerdings wäre es durchaus auch eine Idee, wenn wir hier an der Kreuzung nach Norsteading eine Stadt aus dem Boden stampfen und daraus gleich ein kleines Fürstentum hinter den Bergen machen. Das gäbe eine gute Möglichkeit eine treue Familie zu ehren und ihren Eifer in unserer Sache zu schüren oder den Trakas eine neue Chance und Heimat zu geben." Die Idee gefiel Augusto immer mehr und erweckte einen Tatendrang, der ihn schon lang nicht mehr innegewohnt hatte.
Allerdings war das Thema um die verdorbene Nachfolgerbrut ein gehöriger Dämpfer. "Einen Sieg in einer Schlacht?" Augusto lachte beherzt und kehlig auf. "Da kann ich ihn gleich selbst umbringen." Eigentlich auch keine blöde Idee, gäbe es denn eine Alternative. Stavros... aber der war auch mehr ein verkopfter Forscher, als wirklich ein diplomatischer Politiker. "Wenn ich nur mehr Söhne hätte...." obwohl, vielleicht wäre es allmählich keine schlechte Idee seinen Bastard stärker in die Familie einzubinden. Orest war zumindest loyal, fleißig, als Teil der Palastwache mit dem Schwert vertraut und zudem ehrgeizig daran, sich zu beweisen. "Leandros wird seine Pflicht nachkommen, ob er will oder nicht. Schreibt ihn in der Palastwache ein. Er soll sein Training dort beginnen und sich deren Alltag unterwerfen. Ab nun lebt er in der Kaserne, ohne Ausgang, kein Alkohol, keine Spiele, kein Vergnügen, keine verlockenden Mägde in seiner Nähe, kein Prunk, keine Feste. Ihm werden alle Privilegien gestrichen, wenn er sie zurück haben will, dann muss er sie sich verdienen. Er soll mir zeigen, dass er sein Geburtsrecht auch rechtmäßig einsetzen kann. Er soll bestraft werden wie jeder andere auch, keine Sonderbehandlung, keine Ausnahmen. Zudem wird sein Unterricht in all den notwendigen Bereichen wie Geschichte, Diplomatie, Politik, Strategie und so weiter aufgefrischt." Schluß mit lustig. "Bring ihn zu mir, ich werde ihm das selbst beibringen. Und auch, was ihm blüht, wenn er sich widersetzt." Für Orpheus würde er sich auch noch etwas einfallen lassen.
