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Talks between friends
18.09.1016 - 14:00
Palastgarten der Castellanos
Aurora Acilius Orpheus Castellanos

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Orpheus Castellanos
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#8
Der Prinz beoabachtete Aurora aufmerksam, während sie ihm erklärte, dass es anscheinend keine Möglichkeit gab, die Schmerzen, die eine Frau in der Hochzeitsnacht empfand, zu verhindern. Es war ihm furchtbar unangenehm, über ein so persönliches und zugleich gesellschaftlich tabuisiertes Thema zu sprechen. Und doch wusste er: Niemand hätte es ihm auf eine so respektvolle, ehrliche und taktvoll behutsame Weise erklären können wie Aurora. Er bemerkte die Röte auf ihren Wangen – ein zarter Spiegel seiner eigenen Unsicherheit – und erst in diesem Moment wurde ihm bewusst, wie viel Überwindung auch sie dieses Gespräch kostete. Ein entschuldigendes Lächeln huschte über seine Lippen, während er leicht den Kopf neigte. „Verzeiht bitte, wenn ich Euch in Verlegenheit gebracht habe“, sagte er leise. „Und danke, dass Ihr mir dennoch so ehrlich geantwortet habt… auch wenn es nicht die Antwort war, die ich mir erhofft hatte.“

Ein kaum hörbares Seufzen folgte. Die Vorstellung, dass Naila Schmerzen empfinden würde – dass ihre erste gemeinsame Nacht nicht von Zärtlichkeit, sondern von Schmerz geprägt sein könnte – lag ihm schwer im Magen. Als Aurora weitersprach, nickte er nur, ein stilles Zeichen, dass er zuhörte und ihre Worte in sich aufnahm. „Ich verstehe“, sagte er schließlich und fuhr sich mit einer fahrigen Bewegung durch die dunklen Locken. Seine Stimme war etwas belegt, als er weitersprach: „Ich hatte gehofft… es gäbe vielleicht irgendeine Möglichkeit. Irgendeinen Trick, den nur Frauen kennen – irgendetwas, womit man es verhindern kann.“

Orpheus hielt inne, suchte nach Worten, nach einem Weg, seiner Sorge Ausdruck zu verleihen. „Ich weiß, das klingt naiv“, gab er schließlich zu. „Aber ich wollte, dass sie sich sicher fühlt. Dass sie sich… geborgen fühlt. Nicht wie jemand, dem etwas zugemutet wird, das einfach von ihr erwartet wird. Nicht wie jemand, über den man einfach hinweggeht, nur weil es so vorgesehen ist.“ Er schwieg, und für einen Moment herrschte Stille. Eine ehrliche, mitfühlende Stille, die nichts Drückendes hatte – sondern Raum ließ für Unsicherheit, Verständnis und Vertrauen.

Dann schüttelte Aurora den Kopf und sprach weiter. Vorsichtig, doch genau diese behutsame Offenheit ließ etwas in Orpheus aufatmen. Dass ihre Worte – so zögerlich sie auch kamen – dennoch ehrlich und mitfühlend waren, berührte ihn mehr als jede nüchterne Belehrung oder gut gemeinte Beruhigung es je vermocht hätten. Besonders ihre vorsichtige Hoffnung, dass selbst der anfängliche Schmerz mit der Zeit einer gemeinsamen, wohltuenden Erfahrung weichen könne, traf Orpheus tief. Mehr, als er es erwartet hatte. „Das… hilft mehr, als Ihr vielleicht ahnt“, sagte er schließlich, und seine Stimme war leise, doch von aufrichtiger Erleichterung durchzogen. Ein schmaler, dankbarer Zug umspielte seine Lippen, der sich zu einem Lächeln vertiefte – jenem seltenen, echten Lächeln, das nicht nur das Gesicht, sondern auch die Augen erreicht. „Es macht mir Hoffnung. Zu wissen, dass es nicht nur eine Pflicht ist… sondern auch etwas Schönes sein kann. Für sie. Und für mich.“ Der Prinz lehnte sich ein wenig zurück, wirkte gelöster – fast so, als hätte man ihm eine Last von den Schultern genommen, die er lange mit sich getragen hatte.

„Darf ich Euch noch um eines bitten, liebe Aurora?“ fragte er sanft. „Wenn Prinzessin Naila hier eintrifft, wird alles fremd für sie sein. Alles neu. Sie wird Heimweh haben und die Gebräuche unseres Hofes noch nicht kennen… Würdet Ihr… vielleicht eine ebenso gute Freundin für sie sein, wie Ihr es für mich seid?“
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