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my monsters are real
06.08.1016 - 14:25
Unbekannte heiße Quelle, abseits eines Hauptweges
Trigger: Traumata | Gewalterfahrungen
Belisarius Caderitor Muirín Henaghen

Unregistered
Belisarius Caderitor
Alter
Beruf
Wohnort
Stand
User
#1
'Cause my monsters are real, and they're trained how to kill
And there's no comin' back and they just laugh at how I feel
And these monsters can fly, and they'll never say die
And there's no goin' back, if I get trapped I'll never heal


Dieses Gefühl. Dieses eine Gefühl, welches niemals wich, niemals ging und ständig ankroch, wie ein frostiger Wind im Winter. Es kreiste, bewegte sich immer wieder, und doch war es beständig und verweilte in seinem Bewusstsein, wie eine aschfahle Gewissheit. Die gestrige Nacht hatte es nicht beschworen aber verständigt, wie einem Fluch gleich, ausgesprochen und mitgerissen. Noch immer zitterten seine Fingerspitzen, während er sie sanftmütig durch das warme Wasser kreisen ließ. Die Quelle mit ihren dampfenden Nebeln, in einer nahen und entfernten Abwesenheit, hatte mehr versprochen und war doch nur Ernüchterung. Nahezu nackt, seine Oberkleider lagen am Rand der Quelle, mitsamt seinem Waffengurt und dem eleganten Schwert, welches jedoch einige Kerben aufwies, verweilte Belisarius im warmen Wasser, welches noch dazu einen bescheidenen aber eindeutigen Duft nach Mineralien auswies. Einige Heiler oder Gelehrte würden vielleicht sogar von einem Heilwasser sprechen aber Belisarius genoss nicht diese Eigenschaften, sondern schlicht das Gefühl, von Wärme umgeben zu sein aber diese Wärme konnte dieses Gefühl nicht auslöschen. Die innere Kälte blieb. Seine Kleidung war ebenfalls durchnässt, während sie am Rand lag, scheinbar war sie aggressiv mit Seife behandelt worden und auch die Klinge war zu sauber, um nicht gereinigt worden zu sein. Belisarius selbst betrachtete, wie das Wasser, umgeben vom Nebel, die sanften roten Spuren von Blut von ihm wusch. Die roten Fäden lösten sich von seinem Körper und es war nur bei näherer Betrachtung möglich, zu erkennen, dass es nicht sein Blut war. Mit seiner linken Hand packte er ein Objekt , so dass daraufhin eine hochwertige Ölseife darin verweilte, mit der er sich beständig einseifte; fast einem Ritual gleich, versuchte er etwas von sich zu waschen. Die Seifenflüssigkeit vermischte sich mit dem warmen Gewässer, trieb hinfort mit den roten Spuren des Blutes, verschwand schließlich im Blubbern der Quelle, die es unschuldig aufnahm und jedes Urteil anderen überließ. In seinen Augen lag eine tapfere Müdigkeit, die sich gegen das Gewissen wehrte, welches so unsanft einher klang, mit jenem Gefühl. - Und lag in ihnen auch eine ferne Angst, die nach etwas suchte und nicht fand. Belisarius atmete beständig ein und aus. Immer wieder. Die gestrige Nacht. Wieder Wiederholung. Notwendigkeit.

Doch war Notwendigkeit nur eine Begründung, keine Erklärung. Diese Kälte kroch erneut in seinen Nacken, griff nach seiner Atmung, drückte die Luft weg, so dass er seine Körperkräfte aufwenden musste, die Kette zu brechen und frei atmen zu können. Er krümmte sich dabei, ließ die Seife fallen, welche auf den Boden der Quelle sank. Sie trieb fast langsam hinab und Belisarius konnte nicht nach ihr greifen, da ihr Untergang etwas Anmutendes hatte. Er verband mit diesem Anblick für einen winzigen Augenblick den Wunsch nach einer tieferen Bedeutung, auch wenn es sein Untergang wäre. Lieber elegant vergehen, als in Siechtum verfallen. Seine Augen richteten sich fest auf diesen Anblick, vielleicht auch mit der unterbewussten Hoffnung, endlich ebenfalls untergehen zu können. Langsam streckte er seine Hand aus, tauchte mitsamt seinem Haupt, hinab, um die Seife zu ergattern, wie einen Schatz am Grund eines Sees. Was blieb schon, wenn nichts von Bedeutung war. Als das Wasser seinen Kopf umschloss, die Haare durchfuhr und Atmung unmöglich machte, fand er für einen winzigen Moment Stille. Eine angenehme Stille, von dem Dröhnen der Umwelt, von dem insgeheimen Vorwurf der Welt, lebendig zu sein, während andere es nicht waren. Vielleicht blieb Belisarius länger als nötig unter Wasser, wollte spüren, wie lange er die lebensnotwendige Luft verdrängen konnte, bis sein Überlebenswille einsetzte. Mit einem Rauschen presste der Kämpfer hinauf, tauchte auf und spürte die Tropfen des mineralhaltigen Wasser auf seinen Wangen, wie es hinabfloss.

Bei der Drehung seines Körpers erspürte er wieder seine Narben, die seinen Rücken zeichneten, wie einem Muster gleich. Sie waren gut verheilt, kaum zu sehen, aber zu spüren. Sein ganzer Körper war überzogen mit unterschiedlichen Narben; oft waren es Stockhiebe, die diese Vermächtnisse hinterließen und auch Stich- sowie Schnittwunden hatten ihren Tribut verlangt. Dieser Körper hatte seine Geschichte und noch viel mehr schrie er für die verstummte Seele des Mannes, der einmal mehr sein wollte, als das, was er jetzt war. Seine Träume lagen in den Trümmern dieser Vergangenheit, die er nicht abwaschen konnte. Manchmal war diese Vergangenheit alles, was übrig war. Belisarius blickte sich um, wollte sich vergewissern, dass dort niemand war. Die Schuld verlangte Einsamkeit; nicht als Strafe, sondern als Gewissheit. Belisarius glaubte, nicht mehr zu verdienen, als das, was erhielt und doch strebte er nach mehr, wollte endlich Erlösung finden. Doch diese Erlösung gab es nicht. An keinem Ort. Doch der verdorbene Geist konnte es nicht sehen, auch wenn er stets gut sein wollte. Denn seine Güte war stets die Grausamkeit für andere. Sein Wohlwollen war nicht der Selbstbetrug einer falschen Gnade, die nach Herrschaft gierte, um der Zeit selbst Sinnhaftigkeit abzustreiten. Konflikte, Gier, Politik, und auch jene Ambition, hatten ihn zu einem großen Mann gemacht, doch war diese Größe vor dem Schicksal klein, vernichtend bedeutungslos, denn er in seinem Geist war er allein mit sich sowie der Erinnerung.

Mit einem Satz warf er die errungene Seife auf seinen Kleidungsberg, direkt neben den Lederbeutel. Er reiste mit leichtem Gepäck, sogar ohne Pferd, sondern setzte allein auf Handelskarawanen, Mitreisende und seine eigenen Füße. Er wollte als schlichter Reisender erscheinen, um kein Gerede zu erzeugen, während er besondere Seelen für seine höllische Macht suchte. Er brauchte fähige und kluge Personen, keine tumben Gesellen und Glücksritter. Nach seiner Erfahrung fand man diese Männer immer dort, wo andere nicht suchten. Sein Angebot war stets das selbe: eine Aufgabe, gute Bezahlung und die Illusion von Bedeutung. Gelegentlich glaubte er seine Worte selbst. Sinn - war stets konstruiert und umso mehr machte er Belisarius süchtig, seinen Worten reale Bedeutung zu geben. Denn nur Sinnhaftigkeit konnte Erlösung versprechen. Wie viele Seelen hatte er schon fortgebracht in jene Welt? Waren es vierzig? Er hatte nicht mehr gezählt. Neben Kämpfern, fand er auch Spione, Boten oder auch schlicht Informationen, setzte die Saat für Verrat oder konstruierte Gelegenheiten. Belisarius seufzte, trat an den Rand der Quelle, um diese zu verlassen. Seine Arbeit war noch nicht getan. Die gestrige Nacht hatte ein loses Ende verstummen lassen, dessen Unfähigkeit nicht nur die Kompanie, sondern auch Castandor hätte gefährden können. Doch nun brauchte er Ersatz. Alsbald, denn die große Aufgabe ließ keinen Aufschub zu. Tatendrang gab Zuversicht. Zuversicht brauchte er jetzt, denn seine Monster waren real und sie lauerten immer.
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RE: my monsters are real - von Muirín Henaghen - 03-03-2024, 12:35
RE: my monsters are real - von Belisarius Caderitor - 03-03-2024, 22:38
RE: my monsters are real - von Muirín Henaghen - 16-03-2024, 19:07
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RE: my monsters are real - von Belisarius Caderitor - 03-05-2024, 16:57

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