11-07-2025, 08:30 - Wörter:
Es war also gesagt. Das große Geheimnis war raus, stand gesprochen in der Luft zwischen ihnen, mit einem Namen versehen. Seine Tochter. Worte, die sich nicht mehr zurücknehmen ließen und ebenso viel Gewicht in die Zukunft trugen, wie sie Leif an die Vergangenheit banden. Ein Fehler, vermutlich. Eine Kette aus rücksichtslosen Aktionen, die im Endeffekt nur seinem Selbstbewusstsein und Heldenkomplex gefrönt hatten, entstanden zwischen lustigen Abenden auf seinen Reisen umringt von Freunden - dort, wo lachende Gesichter und schöne Körper ihn effektiv davon abgelenkt hatten, welche Pflichten zu Hause auf ihn warteten. Nie hatte er ein Wort über das Warum verloren, was ihn dazu gedrängt hatte, sich immer wieder hinzugeben; das kleine Gefühl von Erfolg und Eroberung vielleicht, seine winzige Flucht vor der Verantwortung, Gewohnheit und Mitläufergedanken. Es machte keinen Unterschied, denn die Konsequenzen über seinem Handeln waren längst über seinen Kopf hinaus gewachsen.
Und hier stand er nur, den Blick auf seinen ältesten Bruder gerichtet, seinen Waffenbruder, der das kleinste Recht hatte und doch mehr Recht als alle anderen, Leif jetzt in Grund und Boden zu stampfen. Dass er ja mit einem Kind hätte rechnen müssen und sich nicht so anstellen sollte. Dass er sich das selbst eingebrockt hatte. Warum er ihm nicht davon erzählt hatte. Aber Eriks Blick sprach von einer seltenen Tiefe, die Leif nur an ihm sah, wenn ihm etwas wirklich nahe ging, wenn er verstand, ohne die Zusammenhänge zu kennen. Es ließ seinen eigenen Blick etwas aufweichen, als müsste er nicht all die innere Stärke aufbringen, um überhaupt über seine Tochter zu reden.
Sein Blick wich zur Seite aus und lange war es still, weil er nicht wusste, wie er die Frage beantworten sollte. Aus allen Fragen, die Erik hätte wählen können, nannte er genau die, auf die es keine Antwort gab, solange Leif den versprochenen Brief nicht endlich in seinen Händen hielt. Auch wenn er sich daran festhielt, dass es Valda und Sanna gut ging, wusste er um die tausend anderen Möglichkeiten und Schicksale, die sie hätten heimsuchen können. Banditen, die keine Rücksicht auf eine Mutter und ihr Kind nehmen. Ein Bär, der seinen eigenen Nachwuchs beschützt. Zwei Söldner, denen die Summe Gold größer erscheint, wenn sie mit Valda doch vor Frigga und Ariald treten. Der bevorstehende Krieg. Schlechtes Wetter.
Auch Erik wusste um diese Gefahren und Leif musste ihn nicht angucken, um zu wissen, dass ihm eine davon besonders am Herzen lag. Zumindest darauf hatte er eine Antwort - wenn seine Mutter von Valda wusste, hätte er schon längst von ihr gehört. Das leichte Kopfschütteln deutete darauf hin, dass er diese eine offene Frage ausschloss, doch was die anderen anging…
Und hier stand er nur, den Blick auf seinen ältesten Bruder gerichtet, seinen Waffenbruder, der das kleinste Recht hatte und doch mehr Recht als alle anderen, Leif jetzt in Grund und Boden zu stampfen. Dass er ja mit einem Kind hätte rechnen müssen und sich nicht so anstellen sollte. Dass er sich das selbst eingebrockt hatte. Warum er ihm nicht davon erzählt hatte. Aber Eriks Blick sprach von einer seltenen Tiefe, die Leif nur an ihm sah, wenn ihm etwas wirklich nahe ging, wenn er verstand, ohne die Zusammenhänge zu kennen. Es ließ seinen eigenen Blick etwas aufweichen, als müsste er nicht all die innere Stärke aufbringen, um überhaupt über seine Tochter zu reden.
Sein Blick wich zur Seite aus und lange war es still, weil er nicht wusste, wie er die Frage beantworten sollte. Aus allen Fragen, die Erik hätte wählen können, nannte er genau die, auf die es keine Antwort gab, solange Leif den versprochenen Brief nicht endlich in seinen Händen hielt. Auch wenn er sich daran festhielt, dass es Valda und Sanna gut ging, wusste er um die tausend anderen Möglichkeiten und Schicksale, die sie hätten heimsuchen können. Banditen, die keine Rücksicht auf eine Mutter und ihr Kind nehmen. Ein Bär, der seinen eigenen Nachwuchs beschützt. Zwei Söldner, denen die Summe Gold größer erscheint, wenn sie mit Valda doch vor Frigga und Ariald treten. Der bevorstehende Krieg. Schlechtes Wetter.
Auch Erik wusste um diese Gefahren und Leif musste ihn nicht angucken, um zu wissen, dass ihm eine davon besonders am Herzen lag. Zumindest darauf hatte er eine Antwort - wenn seine Mutter von Valda wusste, hätte er schon längst von ihr gehört. Das leichte Kopfschütteln deutete darauf hin, dass er diese eine offene Frage ausschloss, doch was die anderen anging…
“Ich weiß nicht, wo sie ist.”
Nichts machte er sich und seinem Waffenbruder vor. “Sie war mit ihrer Mutter beim Eisfeuerfest und wurde dort erkannt. Als Bastard identifiziert, wenn man es so nennen will.”
Leif schnaufte bei dem Wort, doch es war die kalte Realität, und es war seine Verantwortung. Ein Wort, ein Leben, was er seiner Tochter aufgedrückt hatte. “Ich habe zwei Söldner meines Vertrauens nach beiden geschickt und warte auf einen Brief, oder… irgendwas, das mir Gewissheit gibt, wie es ihnen geht. Meines Wissens nach können sie glücklich im Feindesland sein oder von Wölfen gefressen. Ich weiß es nicht.”
Die Worte klangen schärfer als beabsichtigt, mit einem dünnen Schmerz durchzogen, den er die meiste Zeit einfach unterdrückt hielt. Aber jetzt, mit nichts als seinen verschränkten Armen so entblößt vor Erik, tat das freudlose Lächeln fast schon weh, während sich die Kaminflammen das Eis in seinen Augen schmolzen. “Valda ist ihr Name.”
Auch ihr Name tat weh, und doch lächelte er. “Valda Lorenson, aus Rabenrast. Sie dürfte jetzt fast drei Jahre alt sein.”
